41 Treffer hat Eintracht Wernes gefährliches Angriffs-Trio in dieser Saison bereits erzielt - mehr als die Hälfte der Vereine der Liga. Im Dreifach-Interview stehen die Torjäger Rede und Antwort.

Werne

, 18.03.2020, 13:48 Uhr / Lesedauer: 4 min

In der Torjäger-Liste belegen sie die Plätze zwei, drei und sieben: Das Offensiv-Dreieck um Abdullah Sahin (15 Tore), Serkan Adas (14) und Kapitän Enes Akyüz (12) ist einer der Hauptgründe dafür, dass Eintracht Werne in der Kreisliga A1 Unna-Hamm nach Tabellenführer SVE Heessen (3,5 Treffer pro Spiel) die meisten Treffer erzielt (3,3). Die kombinierten 41 Tore sind mehr, als acht Teams der Liga insgesamt erzielt haben - und die exakte Trefferausbeute des TSC Hamm, der mit zwei Spielen und drei Punkten mehr als die Eintracht direkt vor den Evenkämpern auf Tabellenrang drei liegt. Im Interview spricht das torgefährliche Trio über das Verständnis untereinander auf dem Spielfeld, die ausgebremste Aufholjagd in der Liga und fußballerische Vorbilder.

Von 53 Liga-Toren Ihres Vereins haben Sie drei zusammen 41 erzielt. Gibt es einen Wettstreit zwischen Ihnen, wer die meisten Treffer erzielt?

Abdullah Sahin: Nein, auf jeden Fall nicht. Bei uns ist egal, wer die Tore schießt. Hauptsache es wird einer von uns Torschützenkönig, wobei man bei dieser Saison natürlich wegen Corona nicht weiß, wie es weitergeht. Jeder will seine Tore machen, aber es gibt keinen Wettstreit.

Serkan Adas: Nein, es gibt keinen Wettstreit. Jeder gönnt es jedem, es ist egal, wer die Tore macht. Wir drei schießen ja auch eh viele Tore und spielen auch alle von Anfang an.

Enes Akyüz: Gar nicht. Am Ende des Tages sagen wir uns immer wieder, es ist egal, wer die Tore schießt - Hauptsache, wir nehmen die drei Punkte mit. Hin und wieder meckert der Serkan mal, dass er keinen Treffer hatte, aber das ist alles noch im humorvollen Rahmen, da sticheln wir auch gerne, wenn er mal nicht trifft. (lacht)

Jetzt lesen

Nach dem SVE Heessen stellt Eintracht Werne den erfolgreichsten Angriff der Liga. Was macht Sie offensiv so gefährlich?

Sahin: Wir haben alle einen guten Zug zum Tor und sind torgeil. Jeder hat seine Stärken bei uns in der Mannschaft. Enes hat ein gutes Auge, Serkan läuft überall rein, wo es gefährlich ist und weh tut, und ich bin mal da und mal da. (lacht)

Adas: Es klappt vorne super, weil sich alle gut verstehen. Die Laufwege passen. Enes und Apo (Abdullah Sahin, Anm. d. Red.) sind super Einzelspieler, und meine Wenigkeit auch. Wir kennen uns auch schon länger und trainieren schon länger zusammen.

Akyüz: Erstmal ist das auch die Strategie von unseren beiden Trainern Mario (Martinovic, d. Red.) und Aykut (Kocabas, d. Red.), dass Angriff die beste Verteidigung ist. Da Tore schießen ja glaube ich im Fußball das Schönste ist, versuchen wir in die Richtung Gas zu geben. Die Aufstellung ist auf Angriffsfußball ausgelegt. Unser Problem ist ein bisschen die Defensive.

Haben Sie fußballerische Vorbilder?

Sahin: CR7. Der ist meiner Meinung nach als Fußballer einfach nur komplett. Lionel Messi ist auch ein brutaler Spieler, ein Magier auf dem Feld, aber Cristiano Ronaldo ist einfach Vorbild. Er trainiert mehr als jeder andere und er tut auch was dafür, Tore zu machen. Er kann mit links und mit rechts schießen, ist kopfballstark und gibt nie auf.

Adas: Ein Vorbild war Fernando Torres bevor er aufgehört hat. Seine Technik war super, der war schnell, abschlussstark, eiskalt vor dem Tor - was einen Stürmer, finde ich, auch ausmacht. Und ich finde, auch Thiago von Bayern ist ein Vorbild, auch wenn er nicht im Sturm spielt. Er bleibt lässig am Ball, bleibt immer ganz souverän, ist defensivstark und verliert sehr wenige Bälle.

Akyüz: Mein fußballerisches Vorbild ist immer mein Vater gewesen. Er hat damals auch höher gespielt, bei LR Ahlen. Früher hat er mich zu seinen Fußballspielen mitgenommen und Tore geschossen, dann war er mein Vorbild.

Hat immer ein Auge für seine Mitspieler: Eintracht-Kapitän Enes Akyüz spielt hinter den Spitzen - ist aber selbst auch extrem torgefährlich. Wernes Spielmacher belegt mit 12 Treffern Rang sieben der Torjägerliste.

Hat immer ein Auge für seine Mitspieler: Eintracht-Kapitän Enes Akyüz spielt hinter den Spitzen - ist aber selbst auch extrem torgefährlich. Wernes Spielmacher belegt mit 12 Treffern Rang sieben der Torjägerliste. © Landsiedel

Silas Dankert vom VfL Mark steht mit 16 Treffern an der Spitze der Torjägerliste. Falls die Saison weitergeht – steht er am Saisonende immer noch auf Platz eins oder holt ihn einer von Ihnen ein?

Sahin: Er ist ein guter Spieler und guter Torjäger. Er ist schnell und macht seine Dinger, aber er hat auch, glaube ich, ein paar Spiele mehr gemacht als ich. Ich habe sechs oder sieben Spiele nicht gespielt und wir haben noch zwei Spiele weniger als die. Wenn die Saison weitergeht, wird es schwer für ihn. Es kann gut sein, dass er am Ende der Saison unter den Top drei ist, aber wenn die Saison weitergehen sollte, wird auf jeden Fall einer von uns die Torjägerkanone holen.

Adas: Ich bin der Meinung, dass einer von uns dreien, wenn nicht sogar zwei, ich denke Apo und ich, den auch überholen. Wir spielen noch gegen Mark und hatten auch noch zwei Nachholspiele, bevor jetzt alles abgesagt wurde.

Akyüz: Ich gehe sehr stark davon aus, dass sich Apo das holen wird. Sollten wir spielen und wir spielen noch die komplette Rückrunde, nimmt ihm das keiner weg.

Jetzt lesen

Sie wollten diese Saison aufstiegen. Die Aufholjagd in der Liga wurde aber erst von der Witterung und nun vom Coronavirus ausgebremst. Was hoffen Sie, wie es mit dieser Saison weitergeht?

Sahin: Falls es so ist, dass wir wieder am Spielbetrieb teilnehmen könnten: Der SVE Heessen ist so gut wie durch. Wir würden gerne so viele Punkte holen wie möglich und Zweiter werden. Wenn der SVE drei Spiele verlieren sollte und wir alles gewinnen, wäre das natürlich was, aber da wollen wir uns nichts vormachen.

Adas: Früher hat man mehr über den Aufstieg geredet, aber wir schauen von Spiel zu Spiel und werden versuchen, jedes zu gewinnen. Wir hatten ein paar Mal

Pech und haben uns auch in ein paar Spielen dumm angestellt, aber noch ist alles möglich.

Akyüz: Wir hoffen in erster Linie, dass alle Beteiligten gesund bleiben. Das ist das Wichtigste, Fußball ist zweitrangig. Der Aufstieg ist fast schon unmöglich geworden, auch wenn wir jedes spiel gewinnen Heessen wird nicht mehr patzen. Wir wollen zusehen, dass wir alle gesund bleiben und so schnell wie möglich trainieren können, damit wir uns in der Sommerpause vernünftig vorbereiten und nächstes Jahr angreifen können.

Lesen Sie jetzt