Vom Wehrdienst zum Training: Herberner Spieler kommt aus Kiel zu den Einheiten

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Mit zweimonatiger Verzögerung hat Maximilian Drews, Spieler beim SV Herbern, seinen freiwilligen Wehrdienst angetreten. Dem Fußball und seiner Mannschaft versucht er in der Zeit die Treue zu halten.

Herbern

, 29.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hätte der Wehrdienst von Maximilian Drews schon am 1. April starten sollen. Doch durch das Coronavirus war der Fußballer des SV Herberns erst einmal nur auf dem Papier im Dienstverhältnis und blieb zu Hause in der Heimat. Anfang Juni ging es dann aber für den 20-Jährigen mit zweimonatiger Verspätung endlich mit der Grundausbildung los. Und die hatte es in sich, denn anstatt von drei Monaten blieben nur sechs Wochen für die Inhalte.

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Von Montag bis Sonntag hieß es für Drews früh aufstehen, meist um 4.50 Uhr, Dienstende war um etwa 20 bis 21 Uhr angesetzt. „Da ist die körperliche und psychische Belastung schon sehr hoch. Aber obwohl es anstrengend war, hat es mir viel Spaß gemacht“, erzählt der Herberner rückblickend. Für ihn sei diese Zeit etwas ganz Besonderes, auch wegen der Menschen, die er dort kennengelernt hat. „Das man mit wildfremden Leuten so schnell eine Gemeinschaft bildet, ist eine tolle Erfahrung.“ Nach den sechs Wochen wurde Drews schließlich in seine Stammeinheit nach Kiel versetzt.

Drews will Team im Training unterstützen

Viel Zeit zu Hause und beim SV Herbern blieben ihm bisher nicht. Und zum ersten Mal muss Drews eine lange Zeit auf den Fußball und das Training zwei bis drei Mal die Woche verzichten. Sport macht er in seinem Wehrdienst trotzdem, aber nicht so wie gewohnt auf dem Fußballplatz. „Ich vermisse das schon wirklich. Aber in der Grundausbildung hatte ich kaum Zeit, darüber nachzudenken.“ Durch die langen Tage, vollgepackt mit Inhalten, wurde das eher zur Nebensache.

Mit seiner Stationierung im Norden hat er nun die Möglichkeit, an den Wochenenden nach Hause zu fahren, um runterzukommen, seine Familie und Freunde zu sehen. Und um wieder beim Training des SV Herbern aufzuschlagen. Das hat sich Drews fest vorgenommen. „Ich werde auf jeden Fall versuchen, so oft wie möglich zu kommen. Aber ich muss das immer spontan entscheiden, ob eine Woche anstrengend war oder nicht.“ Bisher war der 20-Jährige einmal beim Training mit dabei.

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Gerne würde Drews den SV Herbern auch bei Spielen in der kommenden Saison unterstützen. Doch dieser Wunsch gestaltet sich bis zum Ende seines freiwilligen Wehrdienstes etwas schwierig. Denn durch die weite Strecke nach Kiel muss er meist schon Sonntagnachmittag wieder los zu seinem Stützpunkt. „Ich muss mal schauen, was sich da in Zukunft ergibt. Der Fokus liegt gerade erst mal darauf, am Training teilzunehmen.“

Große Vorfreude auf regelmäßiges Training

Anfang Februar kehrt Drews dann bereits zurück in die Heimat und zum SV Herbern. Bis dahin muss er noch auf den Fußball in seiner normalen Form verzichten. Aber schon jetzt ist die Vorfreude bei dem 20-Jährigen groß, wieder regelmäßig mit seinem Team zu trainieren. „Ich hab richtig Lust zu spielen und will auf jeden Fall wieder voll einsteigen und mich behaupten.“

Ihm ist bewusst, dass er wohl etwas Zeit braucht, um wieder auf das alte Niveau zu kommen und die „Cleverness“ auf den Platz zu bringen. Sorge, alles zu vergessen, hat er aber nicht. „Das ist doch wie Fahrrad fahren, das verlernst du nicht einfach.“

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