Volleyball-Ass Annika Böhle hat einen großen Wunsch vor ihrem Abschied beim TV Werne

TV Werne Volleyball

Seit einem Vierteljahrhundert spielt Annika Böhle Volleyball beim TV Werne, hat sich dort von der sechsjährigen Jugendspielerin zur Kapitänin der 1. Damen entwickelt. Nun hat sie ihren Abschied angekündigt.

von Juri Kollhoff

Werne

, 17.01.2020, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Annika Böhle (M.) kündigt ihren Abschied aus dem Liga-Spielbetrieb des TV Werne an.

Annika Böhle (M.) kündigt ihren Abschied aus dem Liga-Spielbetrieb des TV Werne an. © Greis

Annika Böhle verkörpert den TV Werne wie keine andere. Sie ist Kapitänin der ersten Volleyball-Mannschaft in der Oberliga und gleichzeitig Vorstandsvorsitzende der Volleyballabteilung.

Mit sechs Jahren hatte Böhle das erste Mal beim TV Werne einen Volleyball in der Hand, durchlief dann alle Jugendmannschaften, erlebte Höhen und Tiefen mit ihrem Verein und hat ihm dabei immer die Treue gehalten. 25 Jahre später gehört sie zu den erfahrensten Spielerinnen der ersten Mannschaft und führt das Team als Kapitänin aufs Spielfeld.

Nun gab sie bekannt, dass dies ihre letzte Spielzeit sein wird. „Ich bin jetzt schon so lange dabei, all die Zeit stand Volleyball über allem“, erklärt Böhle. „Die Zeit ist jetzt reif für eine Veränderung. Dem Verein bleibe ich trotzdem im Vorstand erhalten und ich werde auch weiterhin beim Training vorbeischauen. Von 100 direkt auf null geht ja auch nicht.“

Außerdem ist da ja auch noch die aktuelle Saison zu spielen. Der TV Werne steht derzeit abgeschlagen auf einem Abstiegsplatz. Das große Ziel ist der Klassenerhalt, das jetzt alle gemeinsam verfolgen. „Wir wollen natürlich in Annikas letzter Saison nicht absteigen“, erklärt ihr Trainer Thomas Kubiak. „Sie ist die gute Seele des Vereins, der TV Werne hat Glück sie zu haben.“

Nur noch neun Spiele

Nun sind es nur noch neun Spiele, die der Kapitänin bleiben, um mit ihrem Team das Ruder herumzureißen und sieben Punkte Rückstand für den direkten Klassenerhalt aufzuholen. Bis zum Relegationsplatz sind es fünf Punkte – den Umweg über ein mögliches Relegationsspiel Ende April möchte Böhle aber unbedingt vermeiden. „Am 1. Mai werde ich heiraten, da sollen das Training und der Relegationsstress nicht dazwischenfunken.“

Ob erfolgreich oder nicht, von einer Abschiedstournee möchte die gelernte Industriekauffrau nicht sprechen. „Klar, es sind nicht mehr so viele Heimspiele, aber der Wille die Spiele zu gewinnen ist größer als der Gedanke, dass ich bald nicht mehr spiele“, erklärt die Mittelangreiferin.

Als Motivatorin vorweggehen

Ihre große Aufgabe für die Rückrunde sieht sie darin, als Motivatorin vorwegzugehen, ehe es dann in der nächsten Saison soweit sei, das Zepter an die nächste Generation weiterzureichen. So äußert sich auch ihr ehemaliger Trainer Bronek Bakiewicz, mit dem Böhle in fünf Jahren drei Aufstiege und einen Abstieg durchlebte: „Eine bessere Anführerin als Annika kann man sich nicht wünschen. Sie ist das Bindeglied zwischen Trainer und Team. Sie stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft. So jemanden möchtest du auch als Menschen im Team haben.“

Besondere Erinnerungen

Böhle blickt voller Vorfreude auf die Herausforderung in der Rückrunde. Dabei schwelgt sie in Erinnerungen an ihre 25 Jahre beim TVW. An ein Spiel vor knapp zehn Jahren erinnert sie sich besonders gerne. „Das entscheidende Spiel gegen den Abstieg aus der Landesliga, damals gegen Höntrop.“ Werne spielte zu Hause in der kleinen Wiehagenhalle. „Die Stimmung war mega, wie in einem Hexenkessel und wir konnten das Spiel gewinnen, um in der Liga zu bleiben.“

Den Klassenerhalt mit einer grandiosen Aufholjagd zu wiederholen, diesmal zwei Ligen höher, ist auch in diesem Jahr ihr großer Wunsch – das wäre eine ganz besondere letzte Saison, die Böhles Karriere würdig ist.

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