Verletzungspech beim SV Herbern sorgte gegen Roxel fast für eine Überraschung

dzFußball

Mehrere Spieler angeschlagen, drei verletzungsbedingte Wechsel: Zwar gewann der SV Herbern gegen Roxel mit 3:0, hatte aber personelle Probleme. Das sorgte für eine kleine Überraschung.

Herbern

, 07.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hat Benjamin Siegert jeden Spieltag die Qual der Wahl, wen er in die erste Elf stellt und wer erstmal von draußen zugucken muss. Der SV Herbern hatte noch zu Beginn der Saison angepriesen, wie breit sein Kader aufgestellt ist. Am Sonntag wurde es aber dann trotzdem mal eng - und plötzlich stand ein Name auf der Spielerliste, mit dem man zuerst nicht gerechnet hat.

Denn eigentlich ist Siegert nur als Trainer zum SVH gekommen. Obwohl er einen Spielerpass bei seinem neuen Verein hat. Noch vor der Saison sagte er, dass es nicht so gedacht ist, dass er spielt. Am Sonntag stand er dann trotzdem als Auswechselspieler im Kader. „Ich hatte vorher noch nicht die Freigabe aus Nordkirchen bekommen, die haben sie mir dann doch erteilt und vor dem Sonntagsspiel hab ich das übermittelt bekommen“, erklärt Siegert. Für den FC Nordkirchen war der 39-Jährige bis letzte Saison aufgelaufen, laut Siegert wollte der Bezirksligist ihn sperren lassen. Das habe sich nun überraschend geändert.

Jetzt lesen

Außerdem sei die Personaldecke der Herberner nicht so dick gewesen wie sonst, bedingt durch das Pokalspiel am Donnerstagabend gegen den Werner SC. „Da war der ein oder andere dabei mit Wehwehchen, der Kunstrasen in Werne ist ja bekanntlich nicht der Beste und am Sonntag war unser Rasenplatz auch so tief“, erklärt Siegert. So habe zwar ein Fabian Vogt auf der Bank gesessen, sei aber verletzt. Julius Höring hat gespielt, war aber eigentlich angeschlagen.

„Hatte nicht wirklich Lust“

„Da habe ich Nägel mit Köpfen gemacht und mich auf die Bank gesetzt - oder davor gestellt, um in der Notsituation eingreifen zu können“, so Benjamin Siegert. Gerade als dann während der Spiels noch dreimal verletzungsbedingt gewechselt werden musst, schien viel auf einen überraschenden Einsatz Siegerts hinzuweisen: „Dann zählt man eins und ein zusammen. Bevor man einen Stürmer bringt, wechselt man ja lieber in der Abwehr. Da hab ich kurz gedacht, dass ich vielleicht doch rein müsste, musste ich aber zum Glück nicht.“

Jetzt lesen

Obwohl er kurz vor Schluss seinem Co-Trainer Jens Kalpein steckte, dass es ihn doch noch kribbelt: „Es war aber die ganze Zeit so, dass ich nicht wirklich Lust hatte“, gibt er zu, „Ich trainiere nicht mit der Mannschaft mit, habe seit einem halben Jahr kein Spiel mehr gemacht, das ist wie einen Verletzten zu bringen.

Das haben sich die Jungs vielleicht auch gedacht: „Bevor wir den alten Trainer einwechseln, machen wir das Dingen hier lieber schnell zu“, sagt Siegert im Scherz über den schnellen Treffer von Julian Trapp. Obwohl es für sein Team auch Vorzüge hätte, wenn Siegert mal spielt: „Für das erste Pflichtspiel würde es dann eine Runde geben.“

Ob Benjamin Siegert auch am Sonntag im Kader steht, ist unklar. Zumindest das Lazarett scheint sich zu lichten: „Bis jetzt hat sich noch keiner gemeldet, dass er Sonntag nicht spielen kann.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt