Um 4.33 Uhr schon unterwegs? Warum Marie Ligges so früh schon mit dem Training beginnt

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Bereits um kurz nach vier beginnt Marie Ligges mit dem Training. Die junge Reiterin hat dafür gute Gründe, wie sie uns erklärte.

Herbern

, 26.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Marie Ligges ist zurzeit früh unterwegs. Sehr früh. Die junge Reiterin des Reitvereins von Nagel Herbern ist bereits dann auf ihrem Pferd unterwegs, wenn andere noch tief und fest schlafen. Draußen wird es gerade erst hell, als sie am Montag bereits um 4.33 Uhr morgens auf ihrem Pferd unterwegs ist. Festgehalten in Ligges Instagram-Story. Für den frühen Tagesbeginn hat die 20-Jährige aber gute Gründe.

Ligges erklärt unserer Redaktion im Telefongespräch, woran das lag: „Ich bin die letzten Tage eher angefangen. Das lag zum einen am Wetter, aber auch daran, dass ich danach zur Berufsschule musste.“ Ligges war dadurch schon oft vor fünf oder sechs Uhr unterwegs und im Training. Danach ging es für das junge Reittalent, das vor zwei Monaten das Goldene Reitabzeichen verliehen bekommen hat - die höchste Auszeichnung für Erfolge im Turniersport - zur Berufsschule und von da aus dann wieder zum Stall am Nachmittag.

Das Wetter spielt dabei für die Pferde eine eher untergeordnete Rolle, auch wenn zur Zeit Temperaturen von 35 Grad aufwärts an der Tagesordnung stehen. „Natürlich macht man kein Ausdauertraining“, erklärt Ligges, macht aber auch deutlich, dass die Pferde keine großen Anpassungsschwierigkeiten an das Wetter haben: „Eigentlich können die Pferde da besser mit der Hitze umgehen und sich schneller anpassen als wir Menschen.“ Dennoch kommt es, so Ligges, beiden entgegen, Reiter und Pferd, wenn früh morgens und dann erst wieder am Nachmittag trainiert wird.

Sport treiben bei den aktuellen Wetterbedingungen? Das gilt es zu beachten

Was sagt ein ausgewiesener Experte zum Sport bei Temperaturen weit über 30, teilweise über 35 Grad? Prof. Dr. med. Hans-Georg Predel ist seit 2000 Leiter des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Sport treiben auch während der aktuellen Hitzewelle hält Predel für möglich - aber nur in den Abendstunden. Von 11 bis 16 Uhr sei eine „konsequente Vermeidung von direkter Sonneneinstrahlung“ geboten, so Predel. Trainingszeiten ab 18 Uhr etwa seien empfehlenswerter, so Predel. „Dann ist die Intensität der Sonneneinstrahlung wesentlich geringer. Aber auch da muss man extrem aufpassen“, sagt der Sportmediziner.

Bei Trinkpausen nicht in der Sonne sitzen

So ist beispielsweise darauf zu achten, dass Sportler auch während der Trinkpausen nicht in der Sonne sitzen. Bei Kindern und Jugendlichen, gerade in noch jungen Jahren, sei besondere Vorsicht geboten. „Kinder trinken oft nicht so konsequent oder cremen sich nicht so konsequent ein“, sagt Predel. Er kennt Kinder aller Altersgruppen, betreute selbst schon Jugendturniere. „Selbst wenn die Kinder gut betreut werden, sind die Trinkmengen schwierig nachzuhalten“, sagt Predel aus eigener Erfahrung.

Zusätzlich zu den Trinkmengen ist auf die Art der Getränke zu achten. Leitungswasser sei nicht zu empfehlen. Stattdessen sollten die Jugendfußballer Mineralwasser oder Apfelsaft zu sich nehmen, rät Predel.

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