Im Sommer hört Trainer Holger Möllers nach vier Jahren beim SV Herbern auf, seinen Nachfolger hat der Verein in Ex-Profi Benjamin Siegert (38) bereits vorgestellt.

Herbern

, 13.01.2020, 17:28 Uhr / Lesedauer: 3 min

Benjamin Siegert, aktuell noch für den FC Nordkirchen aktiv, übernimmt im Sommer den Trainerposten beim Fußball-Landesligist SV Herbern von Holger Möllers. Vor seinem ersten Coachingjob haben wir mit dem Ex-Profi über seine Trainerphilosophie, bekannte Gesichter und die künftige Kaderplanung gesprochen.

Sie waren lange als Profi aktiv, der SV Herbern wird Ihre erste Trainerstation. Wann haben Sie das erste Mal daran gedacht, selbst einmal an der Seitenlinie zu stehen?

(Schmunzelt) In meiner Laufbahn immer dann, wenn ich ausgewechselt wurde. Da habe ich gedacht: „Ich will auch mal Trainer sein, ich hätte mich dringelassen.“ Aber klar hat man da mal dran gedacht und das Bestreben war da. Deshalb habe ich auch vor zwei Jahren den Trainerschein gemacht, um gut aufgestellt zu sein, wenn es beim Körper mal mit der Fitness nicht mehr so weit her ist. Dass es mit Herbern klappt, freut mich umso mehr. Das ist ein Verein, der richtig gut aufgestellt ist. Als Start für meine Trainerlaufbahn habe ich da ein richtig gutes Gefühl.

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Warum ist der kommende Sommer der richtige Zeitpunkt für Sie für den Wechsel auf die Trainerbank?

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich noch ein Jahr bei Nordkirchen mache. Von der Fitness und allem her hätte das noch funktioniert, aber so eine Chance, jetzt im Sommer eine Mannschaft in der Landesliga zu übernehmen, ist aufregend und lukrativ. Deshalb habe ich da nicht lange überlegt und werde auch im Sommer die Fußballschuhe nicht an den Nagel hängen, sondern erstmal unter die Trainerbank stellen.

Gab es einen Zeitpunkt in Ihrer aktiven Karriere, an dem Sie angefangen haben, das Verhalten Ihrer Trainer genauer zu beobachten, um sich später selbst etwas davon mitzunehmen?

Im Profibereich macht man sich da nicht allzu große Gedanken, da will man nur ins Stadion gehen und Fußball spielen. Aber mit den Jahren guckt man immer mehr, auch in den Trainingseinheiten. Was macht der Trainer, was kann er verbessern? Das kommt mit dem Alter. Das Fußballerdasein ist irgendwann vorbei, deswegen habe ich mich da schon in den letzten Jahren mit beschäftigt.

Haben Sie beim Fußball eine Grundphilosophie, die Sie spielen lassen möchten? Á la Park den Bus wie bei José Mourinho oder Feuer frei wie bei Jürgen Klopp?

Nein, das gesunde Mittelmaß ist das Ideale. Ich verlange auf jeden Fall Leidenschaft zum Sport, Leidenschaft zur Mannschaft und Leidenschaft für den Verein, und das gewisse Kämpfen bis zur 92., 93. Minute. Und klar, hinten die Null halten und vorne eins schießen, dann gewinnt man 99 Prozent aller Spiele.

Kennen Sie schon einige Ihrer künftigen Spieler?

Ich habe mit 08 (SC Preußen Münster 08, d. Red.) gegen Herbern gespielt. Bei 08 habe ich auch mit Joe Breloh zusammengespielt. Und den einen oder anderen kennt man vom Gegenspielerdasein, aber richtig kennen lerne ich die Jungs im Sommer. In den nächsten Monaten werde ich mir natürlich schon mehrere Spiele angucken.

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Wie kam der Kontakt zum SV Herbern zustande?

Es war so, dass Holger ja aus privaten Gründen aufhören wollte und ich schon mit dem Trainerdasein geliebäugelt hatte. Dann habe ich beim Davertcup kurz mit Lutz (Ludger Staar, Sportlicher Leiter des SVH, d. Red.) gesprochen und direkt gut verstanden. Mit dem SV Herbern hat es beim Davertcup ‚Klick‘ gemacht.

Warum haben Sie sich für den SV Herbern als erste Trainerstation entschieden?

Es gab vielleicht noch ein oder zwei andere Optionen, aber ich bin ganz schnell dazu gekommen, den SV Herbern zu übernehmen, weil das ein richtig gut geführter Verein ist, wo ich sage: Das passt. Das ist ein Verein, der sich auch als Familienverein präsentiert. Man hat alles, was man braucht, und Ehrenamtliche, die jeden Tag für den Verein einstehen. Ich habe Torwarttrainer, Co-Trainer, den Physiotherapeuten, den Teammanager – da könnte ich mir nichts Besseres wünschen.

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Sieht man Sie in der kommenden Saison auch mal auf dem Feld oder strikt an der Seitenlinie?

Ich hatte das Lutz gegenüber schonmal ein bisschen angedeutet, dass man den Spielerpass beantragen kann. Sollte es mal hart auf hart kommen, springe ich nochmal in die Bresche. Sinn und Zweck ist das aber nicht. Ich will draußen stehen und von draußen Anweisungen geben, da sehe ich mich jetzt. Als Notnagel würde ich aber nochmal die Fußballschuhe rausholen und einspringen.

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Wie steht es um die Kaderplanung?

Ich werde mir viele Spiele und Sachen angucken und werde auch von den Jungs im Team, ein paar Informationen bekommen und dann werden wir den Kader planen, wie mit Lutz besprochen. Aber was soll ich am Kader groß verändern, bei einem Team, das aktuell um Platz drei kämpft. Klar, es gibt immer den einen oder anderen Spieler, der sich vielleicht irgendwie privat verändern will, und dann gibt es auch den einen oder anderen Wunschspieler, aber groß wird der Kader nicht verändert.

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