SV Herbern erkämpft Remis beim Spitzenreiter Grün-Weiß Nottuln

Fußball: Landesliga

Zur Halbzeit lag der SV Herbern beim Tabellenführer Grün-Weiß Nottuln bereits mit 1:3 in Rückstand. Doch der SVH zeigte große Moral und holte am Ende noch einen mehr als verdienten Punkt.

von Marcel Schürmann

Herbern

, 28.04.2019 / Lesedauer: 4 min
SV Herbern erkämpft Remis beim Spitzenreiter Grün-Weiß Nottuln

Whitson Fereira dos Santos Filho (r.) vom SV Herbern geht mit vollem Einsatz rein, trifft hier auch seinen Nottulner Gegenspieler Oliver Leifken. Am Ende avancierte der Brasilianer mit zwei Toren beim 3:3-Remis zum Matchwinner. Schürmann © Marcel Schürmann

Landesliga 4
GW Nottuln - SV Herbern 3:3 (1:3)

Mit ganz viel Mut wollten die Gäste beim Spitzenreiter auflaufen. So lautete die Devise vor dem Spiel, um in Nottuln vielleicht etwas Zählbares mitzunehmen und somit das Meisterschaftsrennen noch einmal spannend zu machen.

Den nötigen Mut ließ die Mannschaft von Herberns Trainer Holger Möllers im ersten Durchgang über weite Strecken allerdings vermissen – es spielte fast nur Nottuln. Es dauerte bis zur Mitte der ersten Halbzeit, ehe Felix Hesker zum 1:0 für die Hausherren traf (23.). Nur wenige Augenblicke später war es erneut Hesker, der mit einem Volleyschuss Herberns Torhüter Sven Freitag prüfte. Der Schlussmann war diesmal jedoch auf der Hut und parierte den Schuss (25.).

Keine fünf Minuten später war es dann soweit: GWN-Akteur Christian Messing kam im Herberner Sechzehner an den Ball, umkurvte Freitag mit einer starken Bewegung und schob mit rechts zum 2:0 für die Platzherren ein (30.). Zu diesem Zeitpunkt deutete wirklich alles auf einen Heimsieg hin.

Strittiger Elfmeter

Dann folgte jedoch die 33. Spielminute: Die Gäste schlagen eine Flanke in den Nottulner Strafraum, es kommt zum Kontakt zwischen einem SVH-Spieler und Nottulns Keeper, doch das Spiel läuft weiter – bis Fabian Vogt an der Sechzehnerkante nach einem Körperkontakt plötzlich zu Fall kommt.

Schiedsrichter Pasqual Schmidt entscheidet sofort auf Elfmeter. „Ich hätte ihn nicht gegeben“, meinte der Gefoulte nach dem Spiel. Und auch Nottuln-Trainer Oliver Glaser war wegen der Elfmeterentscheidung mächtig angefressen: „Der Elfmeter ist ein Witz. Im Vorfeld wird unser Torwart gefoult, dann ist unser Spieler ganz klar zuerst am Ball. Ich kann mir nicht erklären, wie man da einen Elfer pfeifen kann.“

Ob berechtigt oder nicht – einen interessierte das herzlich wenig: Whitson Fereira dos Santos Filho. Der 30-jährige legte sich das Kunstleder auf den Punkt, nahm Anlauf, schaute noch einmal hoch und versenkte den Ball sicher zum 1:2-Anschlusstreffer in den Maschen (34.).

Nottuln zeigt Blitzreaktion

Doch die Grün-Weißen zeigten sich in der Folge ziemlich unbeeindruckt und hatten sofort wieder eine Antwort parat: Erneut war es Christian Messing, der den alten Zwei-Tore-Vorsprung der Hausherren wiederherstellte. Erneut umkurvte er Freitag, diesmal allerdings auf der anderen Seite. Und auch mit links schob er sicher ein (35.).

„Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut verteidigt und dem Gegner somit quasi drei Tore geschenkt“, lautete das Zwischenfazit von Möllers.

Die Gäste kamen nach der Pause mit ordentlich Dampf aus der Kabine und zeigten plötzlich schönen Kombinationsfußball. Eine herrliche Hereingabe von Gara Abdo brauchte Simon Mors am ersten Pfosten nur noch einschieben – der erneute Anschlusstreffer, nur noch 2:3 aus Herberner Sicht (56.). Ein Tor, das SVH-Coach Möllers richtig freute: „Schöner Fußball. So macht es Bock.“

Eine Viertelstunde später dann die große Show des Whitson Fereira dos Santos Filho: Der Brasilianer zog auf halbrechter Position aus knapp 30 Metern ab und zimmerte den Ball unhaltbar zum 3:3-Ausgleich oben links in den Knick (70.).

Der Unterschiedsspieler

„Er ist unser Unterschiedsspieler. Da hat er wieder einmal all seine Extraklasse gezeigt“, war Möllers zufrieden mit seinem Stürmer. Und auch auf den Rest seiner Mannschaft konnte er stolz sein: „Wenn man beim Tabellenführer mit 1:3 aus der Kabine kommt und das Spiel noch komplett an sich reißt, dann ist der Punkt am Ende auch mehr als verdient.“ Das sah auch Möllers Gegenüber, Oliver Glaser, so.

„Ich bin enttäuscht“, sagte der Nottulner Trainer. „Nach unserer sehr guten ersten Hälfte hätten wir schon höher führen müssen. Danach waren wir viel zu passiv. Ich hatte meine Spieler in der Halbzeit gewarnt, dass hier noch nichts entschieden ist. Speziell Cabrera und Whitson haben wir zu viel Platz geboten. Aufgrund der zweiten Hälfte hat sich Herbern den Punkt verdient. Wir sind selbst Schuld, dass wir den Sack nicht zugemacht haben.“

SV Herbern: Freitag – Cabrera, Schütte, Fereira dos Santos Filho, Mors (88. Drews), Sabe, Vogt, Scholtysik (90.+3 Schmitt), Abdo, Cangül, Idczak

Tore: 1:0 (23.), 2:0 (30.), 2:1 Fereira dos Santos Filho (FE, 34.), 3:1 (35.), 3:2 Mors (56.), 3:3 Fereira dos Santos Filho (70.)

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