Sebastian Nieberg über Drittliga-Aufstieg: „Wir schreiben unsere eigene Geschichte“

dzTriathlon: Regionalliga

Der dritte Aufstieg im dritten Jahr: Die Triathleten der TV Werne Wasserfreunde haben bei ihrem letzten Wettkampf in Xanten den Sprung in die dritte Liga geschafft.

Werne

, 02.09.2019, 15:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem letzten Wettkampf der Regionalliga-Saison ist den Triathleten der TV Werne Wasserfreunde am Sonntag die Überraschung geglückt: Der Aufstieg in die dritte Liga, der NRW-Liga, ist mit dem fünften Platz der Regionalliga West perfekt. In Xanten sind die Wasserfreunde insgesamt Zweiter geworden, lieferten eine starke Performance in allen Mannschaftsbereichen ab. Einen Tag später kann Teammitglied Sebastian Nieberg immer noch nicht ganz fassen, was sie Unglaubliches geleistet haben.

„Wir sind alle ungläubig und stolz“, sagt der gebürtige Werner im Gespräch mit der Redaktion. Gerade, weil sie sich vor drei Jahren niemals erträumt hätten, nun in der NRW-Liga anzutreten. „Unser Ziel war eigentlich immer der Klassenerhalt“, erklärt Nieberg. Doch nach dem dritten von fünf Rennen war plötzlich klar: Der Aufstieg ist möglich. Dafür mussten sie unter die ersten sechs in der Teamwertung kommen. Nach dem Wettkampf in Xanten am Sonntag war es sogar Platz fünf.

„Noch mal alle aufgerissen“

Nach dem Lauf in Sassenberg vor vier Wochen schien dieser Aufstieg plötzlich in weite Ferne zu rücken. Ein Materialschaden hatte dafür gesorgt, dass von den vier Triathleten nur drei die Ziellinie überquerten. Ein Fehler, der in der Regionalliga schon brutal bestraft werden kann. „Wir sind dann auch, ohne auf das Ergebnis zu warten, aus Sassenberg weggefahren“, so Nieberg. Zu hoch war die Enttäuschung, nachdem man im vierten Rennen eigentlich einen Podiumsplatz erreichen wollte.

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Doch das Schlamassel von Sassenberg war am Ende nur ein kleiner Dämpfer, der sie vor dem letzten Rennen auf Platz sieben der Tabelle stehen ließ. „Wir haben uns dann im Team noch mal alle aufgerissen“, erklärt der Triathlet. Die ganze Mannschaft sei deshalb am Sonntag mit nach Xanten gefahren, insgesamt 30 Leute. „Dieser Support mobilisiert dann noch mal Kräfte in einem, von denen man vorher nicht wusste“, erklärt Nieberg.

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Im Mai 2020 startet das Abenteuer NRW-Liga für die Wasserfreunde. Die sind hier der Underdog - nicht nur mannschafts-, sondern auch namenstechnisch. Messen müssen sie sich gegen Teams wie Köln, Dortmund, Witten oder Aachen. Eine weitere Mannschaft aus einer Kleinstadt wie Werne sucht man hier vergebens. Teilweise haben Mannschaften wie Köln in der NRW-Liga die dritte Mannschaft vertreten. Sebastian Nieberg ist da stolz auf die Leistung seiner Mannschaft: „Wir kämpfen noch um jede Liga und haben immer einen Ansporn.“

Doch er weiß auch, dass die Aufstiegs-Serie in der NRW-Liga wahrscheinlich enden wird. „Der Sprung in die 2. Bundesliga ist brutal“, sagt er, da nur der Tabellenerste aufsteigt. Auch die Wettkampfbedingungen ändern sich hier, jetzt geht es über olympische Kurzstrecken-Distanzen: „Alle Strecken sind hier halbiert.“ Außerdem ist ab der NRW-Liga beim Radfahren das Windschattenfahren erlaubt - genau die Disziplin, in der die Werner Triathleten eigentlich brillieren. „Wir sind gute Radfahrer und schlechte Schwimmer“, analysiert Sebastian Nieberg. Daher rechne er eher damit, nach dem Schwimmen immer im unteren Drittel aufs Rad zu steigen.

Für den Triathleten, der in Telgte wohnt, ist das aber kein Problem: „Wir haben keine Ambitionen.“ Als Ziel wollen sie wahrscheinlich erst mal die Klasse halten. „Der Sport ist nicht mehr für uns alles“, sagt er in Bezug auf das Alter der meisten Athleten zwischen 30 und 40 Jahren. „Da bekommt man eine gewisse Lockerheit.“ Deshalb will Nieberg auch im kommenden Jahr den Großteil des Teams beisammen halten. Doch kommt auch mehr Jugendlichkeit ins Team: In der kommenden Saison wird ein 16-Jähriger für die Wasserfreunde starten.

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