Stadtsportverband in der Corona-Krise: „Werner Vereine haben sich vorbildlich verhalten“

dzInterview

Der Stadtsportverband steht den Werner Vereinen beratend zur Seite. In der Corona-Krise war das öfter der Fall als sonst. Im Interview spricht der Vorsitzende Jürgen Zielonka über diese Zeit im Werner Sport.

von Carl Brose

Werne

, 04.06.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hinter Jürgen Zielonka liegen etwas merkwürdige Monate. Als Vorsitzender des Stadtsportverbandes Werne war seine Arbeit in der Corona-Krise anders als sonst. Bei den Vereinen kamen viele Unsicherheiten auf und sie benötigten Beratung in einer noch nie da gewesenen Situation. Wir haben mit Zielonka über diese Zeit, die aktuellen Entwicklungen im Werner Sport und das restliche Sportjahr gesprochen.

War die Arbeit für Sie beim Stadtsportverband in den vergangenen Monaten stressiger als sonst?

Ich sage mal Jein. Es war sicherlich so, dass man erst einmal lernen musste, mit dieser Situation umzugehen. Dabei mussten wir traurigerweise feststellen, dass das eine oder andere an Sport nicht mehr möglich ist. Das war natürlich nicht gut. Unsere Aufgabe war es dann die Vereine im Umgang mit der neuen Situation zu betreuen. Das ist ja sowieso unsere primäre Aufgabe und durch Corona sind dabei etwas andere Aspekte auf uns zugekommen. Es gab andere Herausforderungen und andere Bedingungen, unter denen Sport gemacht werden konnte.

Mit welchen neuen Anliegen sind die Vereine auf Sie zugekommen?Allgemein vor allem mit Fragen dazu, wie man sich denn jetzt in der neuen Situation verhält. Angefangen mit den Öffnungszeiten bei den öffentlichen Sportanlagen. Die Vereine haben gefragt: „Was muss man tun?“ Dann haben häufig die Fachverbände Konzepte für die Vereine entwickelt, auf die wir dann auch als Vermittler zurückgreifen und darauf verweisen konnten.

Wie haben die Werner Vereine Ihnen gegenüber auf die neue Situation reagiert?

Natürlich ist mit der neuen Situation auch eine gewisse Verunsicherung gekommen. Das ist vollkommen menschlich und hat mit den Vereinen an sich erstmal nichts zu tun. Für uns alle war das eine komplett neue Situation. Ansonsten kann man aber festhalten, dass sich unsere Vereine in Werne bei diesem Thema vorbildlich verhalten haben und auch weiterhin verhalten. Das merkt man auch an der Tatsache, dass nicht gleich alle Vereine losgestürmt sind, und versucht haben die Sportanlage wieder in Betrieb zu nehmen, sondern mit Bedacht unterwegs sind und genau überlegen, was richtig ist. So ist nach langsamen herantasten vielleicht nach den Sommerferien wieder eine intensivere Nutzung möglich.

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Immer mehr Vereine werden wieder aktiv und auch Fußballmannschaften steigen wieder ins Training ein. Wie nehmen Sie dies Entwicklung war?

Das ist sportartspezifisch zu betrachten. Solange man beispielsweise im Bereich des Breitensports unterwegs ist, wo man gewisse Abstände waren kann, geht das schon in Ordnung. Natürlich auch mit Vorsichtsmaßnahmen, dass man zum Beispiel nicht in die Halle geht, sondern den Außenbereich nutzt. Es geht Stück für Stück wieder Richtung Normalität. Ganz frisch dürfen jetzt auch wieder Sanitäranlagen genutzt werden, also Umkleidekabinen und Duschen. Aber auch hier unter den Sicherheitsmaßnahmen wie Abstandswahrung und Einzelnutzung. Das ist auch wieder ein weiterer Schritt zum Normalzustand.

Welche Veränderungen kommen durch die Corona-Krise ansonsten noch auf den Breitensport in diesem Jahr zu?
Auch der Sportabzeichen-Wettkampf wird sich verändern. Eigentlich nimmt der Stadtsportverband in Werne alljährlich die Sportabzeichen ab und bietet entsprechende Übungsstunden an. Dieser Wettbewerb ist in Gänze eingestellt, weil man an dieser Stelle nicht gewährleisten kann, dass Hygienekonzepte greifen. Dazu gehören auch viele Teilnehmer zu der sogenannten Risikogruppe. Dadurch ist es schwierig, einen solchen Wettbewerb aufrechtzuerhalten. Gleiches gilt auch für das Mini-Sportabzeichen, da die Kindergärten nicht besucht sind. Daher warten wir auf weitere Lockerungen, um eventuell nach den Sommerferien das Produkt Sportabzeichen doch noch anbieten zu können.

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