Spielanalyse per Videodrohne - wieso dieser Plan beim Werner SC vor dem Aus steht

dzFußball

In der Sommervorbereitung wollte Trainer Lars Müller schon ein Testspiel mit einer Videodrohne aufnehmen. Damals scheiterte es am Wetter. Auch jetzt gibt es weiterhin einige Schwierigkeiten.

von Nico Ebmeier

Werne

, 25.05.2020, 12:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei den meisten Bundesligen gehört ein Videostudium zum ganz normalen Trainingsalltag. Hier zumeist über Kameras am Stadiondach oder mit einer sogenannten „Spider-Cam“. Auch beim Fußball-Landesligisten Werner SC wollte Trainer Lars Müller die neue Form der Spielanalyse durchsetzen. Doch dazu kam es nicht.

„Sagen wir es so, mir würde es sehr gefallen. Es wäre für uns mit Sicherheit eine Möglichkeit, das Spielverhalten nochmal besser zu analysieren“, träumt WSC-Trainer Lars Müller. Schon in der Sommervorbereitung im vergangenen Jahr wollte der Coach eigentlich per Videodrohne ein Testspiel filmen und den Jungs zeigen, wie gut sie die taktischen Voraussetzungen umsetzen.

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„Es war alles abgesprochen. Wir hatten von allen die Genehmigung. Doch an diesem Tag stürmte es plötzlich und so konnte die Drohne nicht fliegen“, erklärt Müller. Und auch in den nächsten Spielen kam die Videodrohne nie zum Einsatz. „Es steckt jede Menge Organisation dahinter. Man muss es Tage vorher ankündigen, brauch von allen Beteiligten wegen des Datenschutzes sein Okay. Vielleicht kommt das ja in der Zukunft.“

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Aber nicht nur der Datenschutz macht die Spielaufnahmen problematisch. „Für jede Analyse ginge dann auch eine Trainingseinheit drauf. Entweder man muss das Video schneiden oder man brauch eben 90 Minuten um das Ganze in der Mannschaft anzuschauen. Da müssen wir wirklich überlegen, ob das in unserer Spielklasse dann wirklich sinnvoll ist. Zwischenzeitlich habe ich mir aber in der Hinrunde schon gedacht, dass es jetzt genau das Richtige wäre.“ Würde es tatsächlich bald beim WSC eine Flugdrohne geben, könnte sich Müller vorstellen, diese über dem Wall am Sportplatz fliegen zu lassen. Sollte dann etwas schief gehen, würden keine Menschen verletzt werden.

Alternativ setzen auch einige Landesliga-Konkurrenten auf Kameras an den Flutlichtmasten. Viele dieser Kameras laden die Szenen sogar noch während des Spiels in eine Cloud hoch, damit der Trainer schon in der Halbzeit eventuelle Fehler aufzeigen kann. „Das wäre ebenso eine gute Möglichkeit, doch das ist dann letztendlich die Sache des Vereins. Es wäre sicherlich eine Verbesserung, aber bisher sehe ich das leider noch nicht wirklich als realisierbar.“

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