So plant der TV Werne für die kommende Landesliga-Saison

dzHandball: Interview

Die Handball-Damen des TV Werne haben nach langem Zittern doch noch den Landesliga-Klassenerhalt geschafft. Jetzt spricht TV Wernes Geschäftsführer Handball, Markus Steinhoff.

23.06.2019, 17:56 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es war eine lange Ungewissheit, die nicht nur Geduld von den Werner Spielerinnen einforderte – auch für den Vorstand gab es sicherlich schon einen angenehmeren Saisonausklang als den in der abgelaufenen Spielzeit, der mit dem Klassenerhalt doch noch ein glimpfliches Ende gefunden hat. Doch nach der Saison ist vor der Saison. Im Gespräch mit Marcel Schürmann spricht TVW-Geschäftsführer Handball, Markus Steinhoff, über die Probleme, die die lange Ungewissheit über die künftige Ligazugehörigkeit mit sich brachte, die neue Trainerin und die Ziele für die neue Saison.

Herr Steinhoff, seit einer Woche steht fest: Die Handballfrauen des TV Werne haben den Klassenerhalt geschafft. Wie haben sie das lange Warten auf die Entscheidung über die Ligazugehörigkeit empfunden?

Es ist wirklich ärgerlich gewesen, dass wir so lange im Unklaren geblieben sind, in welcher Liga wir jetzt bald an den Start gehen werden. Auf der einen Seite habe ich da auch Verständnis für. Es ging ja auch um die Vereine aus Netphen und Trier. Natürlich musste der Verband da erst einmal abwarten, ob Trier es doch noch hinkriegt mit dem Insolvenzverfahren (wir berichteten) – das kann ich sehr gut nachvollziehen. Dennoch: Eine schnellere Reaktionszeit wäre wünschenswert gewesen.

Wie haben Sie dann erfahren, dass der TVW weiter in der Landesliga spielt? Und haben Sie schon feiern können?

Wir haben es ja auch erst am Samstag vor einer Woche erfahren – weil wir einfach mal beim Verband nachgehorcht haben. Der hat uns dann den Ligaverbleib bestätigt und wir haben die Nachricht dann schnell über die sozialen Netzwerke verbreitetet. Ich weiß von den Spielerinnen, dass sie auf jeden Fall eine Party gefeiert haben.

Eigens für die drei Relegationsspiele hat der TVW in Ralf Wolters einen Interimstrainer installiert, der aber nur für diese drei Partien zur Verfügung stand. Jetzt übernimmt erneut eine ehemalige Trainerin, Beate Przybilla…

Genau. Sie ist keine Unbekannte bei uns, hat die Damen vor einigen Jahren noch zu Bezirksliga-Zeiten übernommen und die Mannschaft bis in die Verbandsliga hochgebracht. Danach hat Beate jahrelang noch die Jugend trainiert. Im letzten Jahr trainierte sie auch noch Denise Heinrich und Co., bevor sie die dann auch an die erste Damenmannschaft abgegeben hat.

Wieso hat sie damals beim TVW aufgehört?

Sie hat damals aus Zeitgründen aufgehört. Aber – gerade im Jugendbereich – tut ein Trainerwechsel alle paar Jahre auch mal ganz gut, damit die jungen Spielerinnen und Spieler noch einmal einen Sprung in ihrer Entwicklung machen und sich weiterentwickeln können.

Wer hatte die Idee, Beate Przybilla erneut zu verpflichten? Wer kam hier auf wen zu?

Wir vom Vorstand und die Mannschaft kamen auf sie zu. Beate ist ein Werner Handball-Urgestein. Sie kennt einige Spielerinnen sogar noch. Für uns war klar, dass wir mit ihr sprechen müssen. Jetzt kommt Beate zurück, weil ihr Herz immer noch am Handball und am TVW hängt.

Wird Sie denn alleine das Coaching übernehmen oder bringt sie Verstärkung mit?

Sie möchte sich ganz gerne noch eine Co-Trainerin ins Boot holen, das regelt sie aber komplett selbst. Wir haben eine flache Hierarchie bei den Handballerinnen und daher nichts dagegen einzuwenden. Ein Co kann immer weiterhelfen, daher soll sie das ruhig so machen.

Wie lange bleibt Frau Przybilla denn Trainerin der ersten Damen?

Ich weiß nicht. Im Handball läuft es etwas anders ab als im Fußball. Wir haben mit unserer Trainerin keinen Vertrag und damit verbunden auch keine Vertragslaufzeit ausgemacht. Wir warten die Saison einfach mal ab und schauen, was sich ergeben wird.

In Myriam Hins, Ira Schöße und Denise Heinrich haben drei zentrale Spielerinnen den TVW in diesem Sommer verlassen. Wissen Sie schon, wie Sie die Lücken, die die drei hinterlassen, schließen werden?

Wir sitzen noch dran und führen einige Gespräche. Das war bis vor einer Woche leider nur bedingt möglich, da die Ligazugehörigkeit ja noch völlig unklar war. So war es schwierig. Jetzt haben wir aber Gewissheit und können wieder zu 100 Prozent angreifen.

Die Saison startet zwar erst im September, dennoch legt die Mannschaft schon in dieser Woche mit der Vorbereitung los. Ganz schön früh, oder?

Das ist aber eher gewöhnlich. Die Herren trainieren sogar jetzt schon wieder. Im Sommer fallen uns wegen der Ferien ja auch drei Wochen der Hallennutzung weg, weil die dann komplett geschlossen bleibt. Deshalb arbeitet die Mannschaft jetzt schon früh an taktischen Dingen. Während der dreiwöchigen Hallenschließung wird der Fokus dann auf das Konditionelle gelegt, um dann anschließend wieder in der Halle Technik zu trainieren und das Feintuning zu machen.

Wie will der TVW denn in der anstehenden Spielzeit abschneiden?

Wir wollen wieder die Klasse halten, das ist das oberste Ziel. Und das so früh wie möglich.

Drei Teams kommen zur Saison 2019/20 neu in die Liga; die beiden Bezirksliga-Aufsteiger ATV Dorstfeld und der Königsborner SV II sowie der Verbandsliga-Absteiger PSV Recklinghausen II. Ist die Liga damit noch stärker einzuschätzen?

Wir reden hier von der Landesliga. Die ist nie schwach besetzt. Ich muss aber auch sagen, dass ich mich noch nicht allzu sehr mit den neuen Gegnern befasst habe. Wir müssen auf uns selbst schauen und von Beginn an konzentriert zu Werke gehen – dann können wir auch jeden Gegner schlagen.

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