Neuzugang aus Brasilien: Luzifairs bekommen exotischen Zuwachs und schöpfen neue Hoffnung

dzVolleyball

Sportlich lief es für das Mixed-Team des Werner SC zuletzt nicht optimal. Für die neue Spielzeit schöpfen die „Luzifairs“ neue Hoffnung. Das liegt an einer Spielerin, die niemand versteht.

Werne

, 16.10.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange hatten sich die Mixed-Volleyballer des Werner SC Hoffnungen auf einen Aufstieg in die 1. Dortmunder Stadtliga gemacht – doch eine Niederlagen-Serie gegen Ende der Saison ließ die Träume platzen. Dafür platzte jemand anderes in die Mannschaft hinein, mit dem niemand gerechnet hatte: Renata Possamai Talamini ist 39 Jahre alt und kommt aus Brasilien. Ihr Mann ist gebürtiger Deutscher und kehrte Anfang des Jahres mit seiner Familie – Renata und Töchterchen Louisa (2) – zurück. Nun stand vor allem die Brasilianerin vor der Herausforderung, hier Fuß zu fassen – und bei Null anzufangen.

Über eine befreundete Familie kam der Kontakt mit den „Luzifairs“, wie sich die Mixed-Mannschaft des Werner SC nennt, zustande. Renata hatte schon in ihrer Heimat Volleyball gespielt und entschied sich kurzerhand, mit den Freunden beim WSC mitzutrainieren. „Einfach mal reinschauen“, lautete das Motto.

Niemand spricht Portugiesisch

Da von den Luzifairs niemand des Portugiesischen mächtig ist und Renata nun mal kein Deutsch spricht, war die erste Trainingseinheit von zahlreichen Gesten und verzweifelten Schul-Spanisch-Brocken geprägt. Portugiesisch klingt zwar ähnlich, ist aber eben kein Spanisch - somit musste am Ende der Einheit die Übersetzungsfunktion des Mobiltelefons helfen, einige grundsätzliche Dinge zu klären. Zu allererst natürlich die Frage: „Kommst du nächste Woche wieder?“

Neuzugang aus Brasilien: Luzifairs bekommen exotischen Zuwachs und schöpfen neue Hoffnung

Die Volleyball-Mixed-Mannschaft des Werner SC in der Saison 2019/20: (oben v.l.) Helmut Neumann, Christian Wagner, Rald Conredel, Daniel Claeßen, Martin Schulze. (unten v.l.) Kathrin Conredel, Anne Püschel, Uli Kümpers, Leonie Bernemann, Friederike Skerbs, Renata Possamai Talamini. Es fehlen: Martin Müller, Bele Pohlmann, Anna Richter. © Helmut Neumann

Denn das Schöne am Sport ist ja, dass Regeln keine Sprache brauchen – und genau deshalb der Sport allgemein und die Sportvereine im Besonderen eine wichtige Rolle in der Integration spielen. Auf dem Feld war von der Sprachbarriere nichts zu sehen und zu hören – das Fluchen über verpasste Bälle klingt ohnehin gleich, und der Jubel über erfolgreiche Punkte ebenso.

Luzifairs wollen wieder gute Rolle spielen

Sowohl für die Luzifairs um Trainer Helmut Neumann als auch für Renata war klar, dass man die nächsten sportlichen Ziele gemeinsam erreichen will. Das klappte am Schluss mit Rang drei in der 2. Stadtliga schon ganz gut – Rang zwei hätte den Aufstieg bedeutet, aber die Hypothek der Niederlagenserie war zu hoch. Nun steht die neue Saison noch in den Startlöchern. Die Luzifairs wollen wieder eine gute Rolle spielen – ob es am Ende tatsächlich für den Aufstieg reicht, muss sich zeigen.

Gewonnen hat das Team aber jetzt schon – nämlich eine neue Freundin, und dazu einige rudimentäre Kenntnisse in Portugiesisch.

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