Michael Schulte fehlt nach Muskelabriss nur noch das Schönste

dzSV Herbern

Über drei Monate ist es her, dass Herberns Michael Schulte sich schwer verletzte. Die Ärzte waren zunächst ratlos, sprachen von absterbenden Muskeln. Nun trainiert Schulte schon wieder.

Herbern

, 24.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Viele Sportverletzungen stehen mittlerweile auf der Tagesordnung, selbst der bei Fußballern so gefürchtete Kreuzbandriss. Doch von einem kompletten Muskelabriss am Oberschenkel hört man auch als ausführlicher Beobachter verschiedenester Sportarten selten.

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„Das habe ich vorher noch nie so gehört“, sagt Michael Schulte. Es lief das Fußball-Kreispokal-Halbfinale, Schultes SV Herbern lag gegen den TuS Hiltrup bereits mit 0:1 hinten. Nach einem Zweikampf ging es für den Defensivspieler des SVH nicht weiter. Die Blau-Gelben drehten das Spiel zwar noch (4:2) und gewannen später sogar den Titel - allerdings ohne Schulte.

Michael Schulte: „Da bist du erstmal niedergeschlagen“

Während seine Mannschaftskollegen vor den letzten Meisterschaftsspielen standen und im Kreispokal-Finale überraschend Oberligist Gievenbeck (2:0) schlugen, klapperte Schulte die Ärzte ab.

Doch auch die taten sich schwer, sich auf eine Diagnose festzulegen. Zerrung, Muskelfaserriss und schließlich Abriss des hinteren Oberschenkelmuskels. Schulte hing in der Luft, wusste nicht, wie es um seine fußballerische Zukunft bestellt ist. „Da weiß man nicht, was man machen soll. Da bist du erstmal niedergeschlagen“, sagt Schulte rückblickend.

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Über Herberns Trainer Holger Möllers und einen Sportmediziner in Münster kam der Kontakt zu einem Spezialisten in Kaiserslautern zustande, der sich mit Schultes Verletzung auskennt und zügig einen Op-Termin ansetzte. Die Alternative wäre ein Absterben des Oberschenkelmuskels gewesen. „Das ist sehr, sehr komisch zu hören. Absterben hört sich schon doof an“, erinnert sich Schulte.

Das schönste fehlt Michael Schulte noch

Doch so weit kam es nicht. Die Operation durch Spezialist Dr. Sascha Hopp ist bis dato ein voller Erfolg. Ein Glücksfall, sagt Schulte, der schon einen großen Teil der Übungen im SVH-Training mitmacht. „Das Schönste fehlt halt noch“, sagt er. Das ist - na klar - der Ball.

Ursprünglich sollte Schulte die gesamte Hinrunde ausfallen. Zweieinhalb Wochen vor dem Liga-Start geht es ihm aber bereits „echt gut, besser als gedacht“, so Schulte. Dass er wirklich so lange ausfallen wird, davon ist er nicht mehr überzeugt. Auch wenn man eigentlich doppelt so lange brauche, wie man ausgefallen ist, ehe man wieder bei hundert Prozent ist.

Michael Schulte fehlt nach Muskelabriss nur noch das Schönste

Noch in der Hinrunde könnte Michael Schulte aufs Spielfeld (M.) zurückkehren. © Greis

Am 5. August hat Schulte einen Termin zur abschließenden Untersuchung in Kaiserslautern. „Das ist der Stichtag. Da wird er mir sagen, wie gut ich gearbeitet habe“, so Schulte. Und gearbeitet hat Schulte eine Menge: Individuelles Training in Herbern, auch privat schuftete er am Comeback. Und selbst den Weg zum Training aus Bockum-Hövel legte er stets mit dem Rad zurück.

Karriereende war nie eine Option

Ans Aufhören hat der 31-Jährige während seiner Leidenszeit nie gedacht. „Ne, null“, platzt es aus ihm heraus. Man hat den Eindruck, er fühle sich schon durch die Nachfrage beleidigt. Und wenn er doch mal einen Gedanken in Richtung Karriereende wagte, „dann hat meine Freundin gesagt: Hör auf, so einen Quatsch zu erzählen“, so Schulte.

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Ohnehin war es die Freundin und die Familie, die ihm die nötige Unterstützung gaben. Denn seine Verletzung fiel größtenteils in die Sommerpause, wo die SVH-Mannschaft trainingsfrei hatte und dementsprechend nicht regelmäßig zusammenkam. „Aber du hast ja ein paar Leute, mit denen du dich so triffst“, sagt Schule. „Keiner hat sich zwei, drei Wochen mal nicht gemeldet. Das gibt es nicht überall.“

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