„Kopfschmerzen danach waren das Schlimmste“: Kurtulus Öztürk zu seinem „falsch positiven“ Coronatest

dzFußball

In der Nacht vor dem Spiel erfuhr der Co-Trainer der Würzburger Kickers von seinem „positiven“ Testergebnis. „Ich war sehr überrascht.“ Im Auto erfuhr Öztürk von dem Irrtum.

Werne

, 26.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollte es ein ganz normales Spieltags-Wochenende für den Werner Kurtulus Öztürk werden – so normal, wie es für einen Co-Trainer in der zweiten Fußball-Bundeliga während der Corona-Pandemie sein kann. Doch dann kam alles anders.

Es begann Samstagnacht: Bei den turnusmäßigen Corona-Tests wurde der Co-Trainer der Würzburger Kickers sowie der Videoanalyst Philipp Eckart und der Spieler Douglas positiv getestet. „Wir haben früh morgens Bescheid bekommen. Ich war sehr überrascht. Ich hatte keinerlei Symptome und war mir sicher: Das muss ein Fehler sein“, sagt Öztürk.

Danach habe der Verein alle notwendigen Maßnahmen ergriffen. Die Würzburger Delegation weilte zu dem Zeitpunkt allerdings schon in Hamburg. Am Samstagmittag stand die Zweitligapartie beim Hamburger SV an. Noch in der Nacht auf Samstag wurden die positiv getesteten Personen isoliert.

Am Samstag wurden noch ein Schnelltest und ein PCR-Test bei Öztürk und den zwei anderen gemacht. Die Ergebnisse kamen jeweils knapp eine Stunde später: alle negativ. Demgegenüber standen allerdings die positiven Tests vom Freitag. Also wurden alle drei zurück nach Würzburg geschickt, um sich dort in Quarantäne zu begeben.

Öztürk sah vom Spiel nichts

„Es ging uns allen aber gut. Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet. Die Kopfschmerzen danach waren das Schlimmste. Ich habe überlegt, ob ich was falsch gemacht habe. Die Spielvorbereitung war damit hin. Für die Spieler, die sich auf das Spiel vorbereitet haben, war das schwierig. Douglas hätte auch definitiv gespielt“, sagt der ehemalige Trainer des Werner SC.

Doch während die verbliebene Würzburger Mannschaft im Hamburger Volkspark um wichtige Punkte für den Klassenerhalt kämpfte, befand sich Öztürk im Auto auf der Rückfahrt nach Bayern. Vom Spiel seines Teams sah er nichts.

Kurtulus Öztürk, hier noch als Trainer des Werner SC.

Kurtulus Öztürk, hier noch als Trainer des Werner SC. © Foto Helga Felgenträger

Doch dann kam die Erlösung. Noch bevor der 40-Jährige in Würzburg ankam, erhielt er die Erlösung. Das für die positiven Tests am Freitag zuständige Labor hatte sich mündlich bei den Kickers gemeldet: Die Ergebnisse waren „falsch positiv“. Keiner der drei zunächst positiv getesteten Personen ist mit dem Coronavirus infiziert.

„Das war mega ärgerlich, aber Fehler passieren. Es ist schon schlimm. Das ist nicht mit krank oder gesperrt sein zu vergleichen. Das hätte aber ganz andere Ausmaße nehmen können.“ So musste Öztürk doch nicht in Würzburg in Quarantäne. Das hätte den Werner auch vor Probleme gestellt.

„Ich hätte ein Quarantäne-Problem gehabt.“

In Würzburg lebt er noch in einem Hotel, das natürlich auch schon von den damals noch positiven Testergebnissen erfahren habe. Hätte Öztürk in der Stadt in Quarantäne gemusst, hätte er nicht gewusst, wo. „Ich hätte ein Quarantäne-Problem gehabt.“

So konnte der Co-Trainer aber am Sonntag wieder am Training teilnehmen. Da der Montag trainingsfrei ist, fuhr der Familienvater am Sonntag noch nach Hause. Sein Team konnte allerdings keine Punkte mit nach Würzburg nehmen. Trotz 1:0-Halbzeitführung gegen den Hamburger Tabellenführer unterlagen die noch sieglosen Kickers am Ende mit 1:3.

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„Wir haben trotz fehlender Spielvorbereitung am Samstagmorgen das Beste daraus gemacht. Mit der ersten Halbzeit waren wir zufrieden, aber davon können wir uns nichts kaufen. Wir sind nicht weit von drei Punkten entfernt.“ Die sollen möglich am kommenden Wochenende gegen den VfL Bochum kommen.

Einem hoffentlich „ganz normalen“ Fußball-Wochenende während der Corona-Pandemie.

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