Jan König hat keine Angst vor der Oberliga

dzBasketball

Mit den LippeBaskets Werne II ist Spielertrainer Jan König in die Oberliga aufgestiegen. Im Interview spricht er über die Meisterschaft und den schnellen Angriffsbasketball seines Teams.

Werne

, 16.04.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die LippeBaskets Werne haben eine mehr als erfolgreiche Saison hingelegt. Die erste Mannschaft und die Damen holten sich die Vizemeisterschaft, die dritte Herrenmannschaft landete auf Rang vier. Absoluter Höhepunkt ist aber die Meisterschaft des Reserve-Teams. Damit steigt die Werner Zweitvertretung in die Oberliga auf, die Liga, in der vor ein paar Jahren noch die erste Mannschaft gespielt hat. Wie sich seine Mannschaft entwickelt hat und welche Aufgaben auf die Werner Spieler in der nächsten Saison zukommen, erklärt Spielertrainer Jan König im Interview mit Karolin Mersch.

Herr König, Glückwunsch zu Meisterschaft. Wie hat sich Ihr Team im Laufe der Saison entwickelt?

Letztes Jahr sind wir Dritter in der Landesliga geworden und haben auch echt schon gute Spiele absolviert. Der Kern des Teams blieb bestehen und das ist es, was uns ausmacht. Wir hatten viele Rückschläge, aber auch krass überzeugende Spiele wie zum Beispiel gegen Unity Dortmund oder die BG Lünen. Unser Spielstil hat sich entwickelt und die Ernsthaftigkeit ist im Laufe der Saison dazugekommen, zum Beispiel auch durch eine Athletik-Einheit im Training jeden Mittwoch.

Was war Ihr persönlicher Saisonhöhepunkt?

Das Schönste ist zu sehen, wie sich die Spieler entwickeln, wie zum Beispiel Nils (Nils Brinkmann, Anm. d. Red.), der den Sprung in die Erste gemacht hat. Das schönste Erlebnis war beim Abpfiff, als sich alle in den Armen lagen und realisiert haben, dass wir die Kiste geholt haben. Es gab aber auch immer wieder richtungsweisende Spiele, in denen wir große Rückstände aufgeholt haben, wie gegen Aplerbeck.

Was war das Geheimrezept der Mannschaft, das sie so erfolgreich gemacht hat?

Das liegt an der Offense. Die Geschwindigkeit ist das, was uns ausmacht. Wir spielen schnell, das liegt den anderen Mannschaften nicht, wir spielen so wie kein anderer in der Liga. Wir machen viele Punkte und für die meisten Gegner war es schwierig, sich auf uns einzustellen. Alle zwölf Spieler sind nicht berechenbar.

Wird es Veränderungen im Kader der nächsten Saison geben?

Im Sommer wird es einen Tag geben, an dem alle sagen, was sie für das Jahr vorhaben. Wir haben uns noch gar nicht damit beschäftigt, wer was machen will. Es gibt eine totale Durchlässigkeit nach unten und oben für alle. Im Juni gibt es dann eine ungefähre Einordnung. Das hängt auch davon ab, wen Christoph (Christoph Henke, Trainer der ersten Mannschaft, Anm. d. Red.) braucht. Im Kern bleibt das Team aber zusammen.

Haben Sie Angst vor der Oberliga?

Wir hatten schon letztes Jahr die Möglichkeit, aber wir wollten als Meister aufsteigen. Jetzt haben wir uns verdient, hochzugehen und wir haben keine Angst davor. Wir haben in der Vorbereitung drei Oberligisten geschlagen. Man braucht schon eine größere Ernsthaftigkeit, was das Training angeht. Wir können nicht so oft auf Leute verzichten, wie bisher. Ziel ist der Klassenerhalt, alles andere wäre utopisch. Wenn wir am Ende Zehnter werden, ist alles gut.

Wie groß ist der qualitative Unterschied zwischen den beiden Ligen?

In der Landesliga gibt es viele zusammengewürfelte Truppen, die jahrelang zusammenspielen. Da geht es mehr um das Zusammenspielen als um das Gewinnen. Es ist mehr Hobbybasketball. In der Oberliga wird es semiprofessionell. Da sind die Reserve-Mannschaften von höher spielenden Vereinen dabei. Es gibt Teams mit externer Unterstützung und Teams mit starken Jugendspielern. Auf dem Fitnesslevel ist die Liga etwas ganz anderes. Wir müssen mindestens zwei Mal die Woche gut mit zehn Leuten trainieren. Dort sind Mannschaften mit der gleichen Pace (Angriffsgeschwindigkeit, Anm. d. Red.) wie wir. Aber wir wissen, dass wir auch in der Oberliga Mannschaften schlagen können.

Was muss noch besser werden, damit Sie in der neuen Liga mithalten können?

Vor allem die Transition (Übergang) zurück in die Verteidigung. Nach vorne rennen wir alle immer gerne, aber das Tempo zurück in die Defensive muss sich verbessern. Genau wie das Rebounding. In der Oberliga gibt es viel mehr Größe und viele mehr Athletik. Aber wir dürfen auch nicht unseren Style verlieren und müssen weiter eine schnelle Offensive spielen.

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