Fußball-Pause: „Halte es für immer wahrscheinlicher, dass Saison abgebrochen wird“

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Irgendwie haben die meisten damit gerechnet, jetzt ist es offiziell: Auch im Dezember wird kein Amateurfußball gespielt. Die Reaktionen der Vereine sind eindeutig.

Werne, Herbern, Stockum

, 18.11.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hoffnung war bei einigen Spielern und Verantwortlichen noch da. Doch für die meisten war die Entscheidung des Verbandes, den Spielbetrieb für den Rest des Jahres ruhen zu lassen. schon vor der Bekanntgabe klar. Die Reaktionen sind - vermutlich genau deshalb - überwiegend gelassen.

„Natürlich wollen wir Fußball spielen. Aber eben nur, wenn es möglich ist und das ist es aus meiner Sicht aktuell überhaupt nicht“, sagt Lars Müller, Trainer des Landesligisten Werner SC. „Deswegen ist das für uns natürlich auch keine Überraschung.“

Daran, dass zumindest das Training im Dezember gestartet wird, glaubt Müller ebenfalls nicht wirklich. „Ich kann mir das nur schwer vorstellen“, sagt er. „Bei uns auf dem Platz sind dann so viele Mannschaften und die geben sich die Klinke in die Hand. Da ist das kaum möglich.“

Beim SV Herbern haben die Spieler „wahrscheinlich erstmal frei“

Ähnlich sieht das auch Benjamin Siegert, Trainer des WSC-Ligakonkurrenten SV Herbern. „Die Jungs haben jetzt wahrscheinlich erstmal frei“, erklärt er. „Es bringt ja nichts, wenn wir sie jetzt ewig Laufen gehen lassen. Das werden wir dann wieder machen, wenn wir wissen, wann es wieder los geht und wir auch wieder gemeinsam trainieren können.“

Natürlich würde der SV Herbern damit auch lieber früher als später beginnen. „Wir hätten es uns absolut erhofft, im Dezember wieder zu starten“, sagt Benjamin Siegert. „Aber wir haben uns das natürlich auch schon gedacht - wie vermutlich die meisten.“

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Mario Martinovic, Trainer des A-Ligisten Eintracht Werne ist jedenfalls der selben Meinung. „Wir sind da ohnehin von ausgegangen. Jeder hat mitbekommen, dass die Zahlen da nicht so runter gegangen sind, wie man es sich erhofft hat. Da konnten wir ja gar nicht wieder starten.“

Außerdem sieht Martinovic einen Vorteil. „Wenn wir im Januar wieder starten, haben wir eine gemeinsame Vorbereitung. Da können wir dann einfacher auf einem guten Level wieder starten, als wenn ich mich darauf verlassen muss, dass jeder zuhause etwas macht.“

Auch in Stockum war man nicht davon ausgegangen, dass man sich ab Dezember wieder auf dem Fußballplatz trifft, verrät Yassine Najih, der Geschäftsführer des A-Ligisten. „Wir haben uns da intern bereits drauf eingestellt. Das macht ja auch alles nur wenig Sinn“, erklärt er.

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Außerdem macht er eine bisher eher unpopuläre Meinung zur Saisonfortsetzung zum Thema: „Ich halte es für immer wahrscheinlicher, dass die Saison abgebrochen wird. Dass es weiter geht, kann ich mir durch die ganzen Verzögerungen nur sehr schwer vorstellen.“

Außerdem sieht Najih eine zweite Möglichkeit: „Man könnte die restlichen Spiele als Freundschaftsspiele austragen. Wenn dies in den nächsten Monaten überhaupt möglich sein wird. Es ist eine sehr schwierige und noch nie da gewesene Situation. Es bleibt abzuwarten und zu hoffen, dass wir das Ganze gesund und heil überstehen.“

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