Frederic Meinert (29) wird Physio bei den AstroStars Bochum: „Das ist ‘ne Hausnummer“

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Nach 20 Jahren macht er erst einmal Schluss: Der Kapitän der LippeBaskets Werne, Frederic Meinert, wird künftig - was das Basketballspielen angeht - kürzertreten. Das sind die Gründe.

von Marcel Schürmann

Werne

, 15.08.2019, 14:49 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zwei Dekaden lang war Frederic Meinert Spieler der LippeBaskets Werne, durchlief seit seinem neunten Lebensjahr sämtliche Jugendmannschaften, avancierte bei den Herren zum Leistungsträger und später zum Kapitän. Nun ist für den 29-Jährigen aber erst einmal Schluss bei den LippeBaskets, denn Meinert nahm jüngst einen Posten als Physiotherapeut bei den AstroStars des VfL Bochum an, ein echtes Sprungbrett in seinem Beruf.

„Ich bin quasi durch meinen Job an diesen Posten gekommen. Ich arbeite bei Ruhr-Sport-Reha, die sind ein Teil des Katholischen Klinikums in Bochum und hatten vor zehn Jahren auch mal eine Kooperation mit den Zweitliga-Fußballern des VfL Bochum“, sagt Meinert im Gespräch mit dieser Redaktion.

„Jetzt wollte das Krankenhaus auch eine Kooperation mit den Basketballern und da kam plötzlich ich in Frage. Ich komme ja schließlich aus dem Basketball und kenne die Gegebenheiten ganz gut“, erklärt Meinert, wie er an den Posten des Physiotherapeuten bei den AstroStars gekommen ist. Seit Anfang dieser Woche ist er bei den AstroStars im Einsatz. „Ich habe viel zu tun. Es gibt ein paar Verletzte“, sagt Meinert.

Auch beim FC Bayern beworben

Seine Ausbildung zum Physiotherapeuten, die Meinert 2015 in Dortmund abgeschlossen hat, musste der Werner übrigens noch selbst bezahlen. „Mittlerweile ist das Schulgeld ja teilweise abgeschafft worden“, so Meinert. Danach habe er sich weitergebildet: „Ich habe mich auf Sport-Physiotherapie fokussiert und mich in Sachen Sportverletzungs-Prävention weitergebildet. Das ist auch vom Olympischen Sportbund anerkannt.“

Zuletzt habe er viele Bewerbungen geschrieben, „unter anderem auch an die Basketball-Abteilung des FC Bayern“, wie er sagt. Am Ende kam aber sein eigener Chef auf ihn zu und berichtete von dem Angebot bei den AstroStars. „Ich dachte direkt, das passt. Das ist schon ‘ne Hausnummer, ein gut strukturierter Verein und - das Beste - direkt vor meiner Haustür“. so Meinert, der wegen seines Jobs in Bochum wohnt.

Keine 66 Kilometer mehr

Auf die Frage, was sich der Guard-Spieler von seinem Engagement bei den AstroStars erhoffe, sagt dieser ganz bescheiden: „Persönlich erhoffe ich mir gar nichts. Ich will mich auf die Mannschaft konzentrieren. Da muss man schon viel Engagement mitbringen, das ich aber zurzeit leisten kann, da ich noch keine Kinder habe und eh am Standort Bochum bin. Für mich sind es nur zehn Minuten zur Halle. Das ist schon was anderes, als jedes mal die 66 Kilometer nach Werne zum Training zu fahren.“

Frederic Meinert (29) wird Physio bei den AstroStars Bochum: „Das ist ‘ne Hausnummer“

Meinert (l.) im Trikot der LippeBaskets - hier im Duell mit seinem neuen Klub, den AstroStars Bochum. © Greis

Ein Vollzeit-Job ist Meinerts Stelle bei den AstroStars allerdings nicht: „Das kann sich auch kein Pro-B-Verein leisten. Ich bin weiterhin auch noch in der ambulanten Reha im Klinikum und betreue Leute aus dem Spitzensport, die sich auf die Olympischen Spiele 2020 vorbereiten.“

Comeback bei den LippeBaskets? Nicht ausgeschlossen!

Dass Meinert durch seine neue Tätigkeit - was das Basketballspielen angeht - kürzertreten muss, ist völlig klar. „Das heißt aber nicht, dass ich nie wieder spielen werde“, so Meinert. „Ich war nie verletzt, sodass ich gezwungen wäre, aufzuhören. Es kann sein, dass ich nächstes Jahr wieder irgendwo auftauche. Selbst zu spielen, wird mir fehlen, aber uns allen war klar, dass dieser Tag irgendwann kommen wird. Dass ich Physio im Basketball, im Fußball oder in einer anderen Sportart werde. Jetzt fokussiere ich mich aber erst einmal auf meine neue Aufgabe bei den AstroStars.“

Angesprochen auf die Neuzugänge bei den LippeBaskets, Simon Bennett und Alex Grudev, kommt Meinert gleich ins Schwärmen: „Bennett bringt viel Erfahrung mit, ist ein guter Dreier-Schütze. Auch Alex ist ein junger Spieler mit viel Erfahrung. Es ist schön, dass wir die beiden eingesammelt haben.“ Das Wir-Gefühl - es ist nach 20 Jahren bei den LippeBaskets gar nicht so schnell aus Meinert wegzukriegen. „Ich werde natürlich weiterhin Teil der Werner Community bleiben, kriege alles mit, was passiert. Es ist aber auch schwer, das nicht mitzubekommen“, so nochmals Meinert.

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