„Es gibt viel wichtigere Probleme als den Amateurfußball“

dzFußball

Nachdem der Verband die Empfehlung zum Saisonabbruch ausgesprochen hatte, drohten die ersten Aufstiegsanwärter mit Klagen. Wir haben bei den betroffenen Vereinen nachgefragt, wie sie dazu stehen.

Werne, Herbern, Stockum

, 04.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach langem Hin und Her hat der Fußball- und Leichtathletikverband (FLVW) nun endlich eine erste Empfehlung über Fortsetzung und Wertung der aktuellen Spielzeit ausgegeben. Entschieden wird zwar erst Ende Juni, allerdings hat sich der Verband nun für den Abbruch der Saison ohne Absteiger ausgesprochen. Die Wertung der Aufsteiger steht noch aus.

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Die ersten Vereine, die in ihren Ligen noch in den Aufstiegskampf verwickelt sind, haben bereits mögliche Klagen angedroht. Denn sicher ist bisher nur, dass der Tabellenerste wohl aufsteigen wird. Vereine, die auch nur knapp dahinter stehen, könnten leer ausgehen.

„Das ist natürlich bitter, wenn man zum Beispiel bei uns in der Liga den VfL Mark sieht“, gibt Rainer Fiebig, Sportlicher Leiter von Eintracht Werne, zu. Der VfL hat nur fünf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter SVE Heessen, zudem stand das direkte Duell noch aus. Gut möglich also, dass es da noch einen Wechsel an der Tabellenspitze hätte geben können.

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Auch die Eintracht selbst hatte zumindest noch kleine Hoffnungen, es an die Tabellenspitze zu schaffen. Dennoch ist für Rainer Fiebig klar: „Wir wollen definitiv nicht klagen. Wir werden abwarten, wie entschieden wird, und das dann so akzeptieren.“

„Wir verstehen, wie schwer das gerade für die Verantwortlichen ist“

Ganz ähnlich sieht das auch Thomas Overmann, Vorsitzender des Werner SC. „Das ist eine Entscheidung, bei der ich nicht in der Haut des Verbands stecken möchte“, sagt er. „Wir verstehen, wie schwer das gerade für die Verantwortlichen ist, und nehmen die Entscheidung dementsprechend so hin.“

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Ganz ausgeschlossen sieht Overmann die Chancen seines Landesligisten nicht: „Es gab schon mal ein Jahr, wo mehrere Mannschaften in die Westfalenliga hochgegangen sind. Das könnte ja durchaus wieder passieren.“

Sollte dieses Szenario wirklich eintreffen, wäre wohl auch der SV Herbern davon betroffen. Aber egal, wie die Saison am Ende gewertet wird: Der Landesligist will gelassen bleiben. „Wir werden Stand jetzt definitiv nicht klagen“, erklärt Ludger Staar, Sportlicher Leiter des SV Herbern.

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Er glaubt, dass rechtliche Schritte ohnehin nicht viel ändern würden an der Situation: „Es ist ein Beschluss, der feststeht. Natürlich ist die Situation für einige Vereine wirklich ziemlich unglücklich, aber was will man am Ende erreichen? Ich finde das schwierig.“

Ohnehin glaubt Ludger Staar, dass die Belange im Amateurfußball aktuell absolut zweitrangig sind: „Es gibt derzeit doch einfach viel wichtigere Probleme. Natürlich fehlt etwas ohne den Fußball und wir vermissen das alle. Aber das ist derzeit definitiv nicht das Wichtigste.“

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