Eintracht Werne und das Offensivproblem: „So langsam laufen wir im Sturm leer“

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Mit 0:1 verlor Eintracht Werne das Spiel gegen die SpVg Bönen. Grund ist vor allem ein personelles Problem. Jetzt kommt zwar ein Spieler wieder, aber die Lage wird dennoch nicht besser.

Werne

, 12.11.2019, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für viele kam es überraschend: Am Sonntag verlor die Eintracht mit 0:1 gegen die SpVg Bönen. Nach acht Spielen ohne Niederlage war das der erste Punktverlust für den Fußball-A-Ligisten. Und: Es war das erste Spiel seit Juli, in dem die Eintracht nicht mindestens ein eigenes Tor schießen konnte.

Das Problem der Eintracht war am Sonntag offensichtlich und stand eigentlich nicht auf, sondern neben dem Spielfeld. Abdullah Sahin und Serkan Adas, zusammen mit bisher bereits 22 Toren für die Eintracht, konnten nicht wie in den vergangenen Wochen zuverlässig die Tore liefern. Sahin plagt sich seit einiger Zeit mit einer Verletzung, Adas sah in der Vorwoche die Gelbe Karte. Also blieb ihnen nur der kritische Blick vom Spielfeldrand.

Einer kommt zurück, zwei andere müssen zuschauen

Eigentlich sollte bei Eintrachts Trainer Mario Martinovic nun nach dem Spiel aber die Erleichterung einsetzen, zumindest Adas in der kommenden Woche wieder einsetzen zu können. Eigentlich. Denn der Offensivmann ist zwar beim nächsten Spiel tatsächlich wieder dabei, dafür haben aber mit Kapitän Enes Akyüz und Tunahan Sari zwei andere Stammkräfte die fünfte Gelbe Karte gesehen.

„Das ärgert mich natürlich sehr“, sagte Mario Martinovic. „So langsam laufen wir im Sturm leer.“ Aber die Gelben Karten seien selbst verschuldet und damit sei es niemand außer der Mannschaft selbst, der für die Problematik verantwortlich ist, macht der Trainer deutlich.

Der tiefe Boden und ein vermeintlicher Freistoß waren die Gründe

Als besonders ärgerlich bezeichnete Tunahan Sari seine fünfte Gelbe Karte. Erst in der 85. Minute hatte der Schiedsrichter diese gezogen, erzählt die Stammkraft der Eintracht: „Das war ärgerlich, weil das Problem eigentlich nur der tiefe Boden war. Der war ganz schwer zu bespielen und ich bin darauf dann ausgerutscht.“

Ähnlich unzufrieden ist auch Enes Akyüz. Bei dem Kapitän war das Problem allerdings nicht der tiefe Boden. Er erklärt: „Es war eine Situation, in der wir einen Freistoß hätten bekommen müssen. Den hat der Schiedsrichter aber nicht gegeben und dann habe ich mich beschwert. Wahrscheinlich einmal zu viel.“

Enes Akyüz verpasst ein besonderes Spiel

Wenn es also am nächsten Wochenende gegen den TSC Hamm geht, werden neben Abdullah Sahin auch Enes Akyüz und Tunahan Sari am Spielfeldrand stehen und nicht ins Geschehen eingreifen. Der Eintracht fehlen damit erneut die Torschützen, die mehr als 20 Treffer auf ihrem Konto haben.

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Für den Kapitän Enes Akyüz ist sein Fehlen im kommenden Spiel doppelt bitter. „Natürlich ärgert es mich in erster Linie, dass ich der Mannschaft nicht helfen kann“, erklärte der 29-Jährige. „Aber für mich sind beim TSC auch viele bekannte Gesichter, unter anderem trainiert mein Onkel die Mannschaft. Das wäre eigentlich ein schönes Familienduell geworden.“ Zudem war es bei den vergangenen Duellen meist von Erfolg gekrönt für den 29-Jährigen: Alleine im vergangenen Jahr schoss er in beiden Aufeinandertreffen drei Tore gegen den TSC.

Nun muss die Eintracht aber ohne die Schützenhilfe des Kapitäns auskommen. Dennoch sind die beiden Gelbgesperrten optimistisch, dass es auch ohne sie wieder zu drei Punkten reicht. Enes Akyüz sagt: „Unsere Mannschaft hat genug Klasse, auch ohne mich zu gewinnen. Natürlich muss man dazu auch Glück haben, aber ich bin optimistisch, dass wir ganz auf Sieg spielen können.“

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