Detlef Homann über den Extremlauf: "Es hat wie irre geschneit!"

GARMISCH-PARTENKIRCHEN / WERNE Der Extremlauf auf die Zugspitze am Sonntag (13. Juli) ist zu einer Tragödie geworden. Für zwei Sportler, darunter der 41-Jährige Wittener Uwe Moldenhauer, endete er tödlich. Detlef Homann aus Werne war auch am Start – und zur Zeit des Unglücks schon auf dem Gipfel. RN-Sportredakteur Heinz Overmann erreichte Detlef Homann gestern telefonisch bei einer Wandertour mit Freunden. Er sprach mit ihm über seine Erlebnisse.

von Von Heinz Overmann

, 15.07.2008, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Detlef Homann aus Werne war zur Zeit des Unglücks bereits auf dem Gipfel der Zugspitze.

Detlef Homann aus Werne war zur Zeit des Unglücks bereits auf dem Gipfel der Zugspitze.

Herr Homann, haben Sie die dramatischen Ereignisse am Sonntag beim Zugspitz-Lauf mitbekommen? Homann: Nein, das muss alles passiert sein, nachdem wir die Zugspitze erreicht hatten. Wir haben dann natürlich sofort zugesehen, dass wir aus den nassen Klamotten heraus kommen. Erst viel später haben wir von den schlimmen Dingen erfahren. Wir waren erschüttert, denn wir hatten uns morgens noch mit den Leuten aus der Wittener Gruppe unterhalten.

Haben Sie denn nichts von den Rettungsmaßnahmen gesehen? Was ist mit den Hubschrauber-Einsätzen? Homann: Dazu war die Sicht zu schlecht, es hat ja wie irre geschneit.

Wie waren aus Ihrer Sicht die Wetterverhältnisse? Homann: Morgens um 9 Uhr beim Start hatte es schon geregnet, wir hatten 13 Grad. Ab 2200 Meter Höhe wurde es dann schrecklich. Regen, Hagel und Schnee.

  Und wie haben Sie es geschafft, das Ziel aus eigener Kraft zu erreichen? Homann: Wir waren richtig vorbereitet. Wir hatten Jacken und Regenkleidung dabei – und als das Unwetter kam, haben wir uns nur noch gesagt, nur nicht aufzustecken und uns einfach hinsetzen, wie andere es getan haben. Wir haben gesagt: Da müssen wir jetzt so schnell wie möglich durch.

"Ich habe mich über die Ausrüstung einiger Teilnehmer gewundert."

Also haben viele Teilnehmer die Gefahren am Berg unterschätzt? Homann: Ich hätte zwar so ein Schneetreiben mitten im Juli auch nicht für möglich gehalten, aber meine Mitstreiter und ich hatten uns beim Start schon über die Ausrüstung einiger Teilnehmer mehr als gewundert. Es waren etliche Läufer dabei, die hatten ein kurzes Höschen und ein ärmelloses Laufshirt an und sonst nichts dabei. Diese Teilnehmer hat es dann wohl am schlimmsten erwischt.

DETLEF HOMANN BEIM EXTREMLAUF Schon seit fünf Jahren startet Detlef Homann beim Extrem-Berglauf auf die Zugspitze. Auch am Sonntag bestritt der 48-jährige Werner, der in der Grubenwehr des Bergwerkes Ost in Hamm arbeitet, diesen Lauf. Er kam nach 3:40,21 Stunden ins Ziel an der Station Sonnalpin – 1:19.10 Stunden später als der Zeitschnellste. Die Zeit bei seiner Ankunft am Gipfel wurde nicht mehr genommen – der Lauf war oberhalb der letzten Station „Sonnalpin“ offiziell abgebrochen worden.

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