Der Spanier, der den Pokal nicht loslässt: Oscar geht mit besonderem Abschiedsgeschenk

dzSV Herbern

Oscar Cabrera hatte vor dem Kreispokalfinale angekündigt, dass er den Pokal im Siegesfall mit nach Spanien mitnehmen würde. Direkt nach dem Gewinn, ließ er den Pokal schon kaum aus der Hand.

Herbern

, 04.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Oscar Cabrera fiel auf seine Knie direkt nach Abpfiff. Der perfekte Abschied war geglückt - das Kreispokalfinale gegen den FC Gievenbeck mit 2:0 gewonnen. Cabrera war umringt von Mitspielern, alle wollten zu ihm. Ihn umarmen, ihn beglückwünschen. Sie alle wussten, dass es sein letztes Mal auf dem Platz mit ihm war.

Irgendwann hat Cabrera doch einen stillen Moment für sich. Niemand in seiner Nähe, Betreuerteam und seine Teamkollegen beglückwünschen sich. Cabrera fängt plötzlich an zu weinen, seine Tränen laufen ihm ins Gesicht. Er bedeutet ihm viel - dieser Pokalgewinn. Brasilianer Whitson ist als erstes bei ihm, brüllt ihm zu: „Das ist für dich, Oscar!“ Oscar lacht auf, schnell kommen weitere Spieler dazu, nehmen ihn in den Arm.

Der Spanier, der den Pokal nicht loslässt: Oscar geht mit besonderem Abschiedsgeschenk

Die Tränen waren bei Cabrera nach dem gewonnen Finale schnell da. Genau so wie die umarmenden Whitson und Marcel Scholtysik. © Patrick Schröer

Es folgen viele weitere einzelne Umarmungen. Jeder wollte Oscar „Tschüss“ sagen. Er bedeutet der Mannschaft viel, die Mannschaft bedeutet ihm viel.

Eine Geste, die das deutlich macht: Bei der Siegerehrung darf Cabrera nach vorne und den Pokal entgegennehmen, für den er so viel gegeben hat.

Der Spanier, der den Pokal nicht loslässt: Oscar geht mit besonderem Abschiedsgeschenk

SVH-Trainer Holger Möllers umarmt Oscar Cabrera nach dem Finalsieg. © Patrick Schröer

Cabrera hat in dem Spiel alles gegeben für den SV Herbern. Bereits nach 15 Minuten sah er die erste Gelbe Karte der Partie. Etwas, was ihn zurückwirft oder zurückhaltender in die Zweikämpfe gehen lässt? Nein, nicht mit Oscar!

„Klasse, Oscar!“

Der zentrale Mittelfeldspieler zog sein Ding durch. Er rannte von Seitenlinie zu Seitenlinie, warf sich mit aller Wucht in jeden Zweikampf, sorgte so dafür, dass Gievenbeck das Spiel nicht aufziehen konnte. Cabrera war überall zu finden. Neben seiner starken defensiven Leistung, leitete er nebenbei auch noch zahlreiche Angriffe in der Offensive ein. Ständig hörte man von außen den Ruf: „Klasse, Oscar!“

In der zweiten Halbzeit drückte er dem Spiel innerhalb von fünf Minuten dann komplett seinen Stempel auf. Erst brachte er Gievenbecks Yasin Altun so zur Weißglut, dass dieser sich nur noch mit einer unschönen Geste helfen konnte: Nachtreten aus Frustration. Einfach weil Cabrera mit seiner körperlich harten, aber trotzdem fairen, und seiner technisch versierten Spielweise den Ball nicht abgab.

Nur fünf Minuten später, in der 75. Minute, war er mitverantwortlich für die Entscheidung. Erst erobert der Spanier an Gievenbecks Strafraum den Ball und legt ihn dann uneigennützig rüber zu Brasilianer Whitson, der das Tor erzielte. Oscar hätte bestimmt gerne selbst getroffen, er hätte es ja auch versuchen können - Herbern war in Überzahl und führte bereits - doch er entschied sich für die sichere Variante. Stellte so das Wohl der Mannschaft über das Eigene.

Die Mannschaft dankte es ihm nach Abschluss mit dem Pokal, den er gemeinsam mit Kapitän Philipp Dubicki in Empfang nahm und dann nicht mehr los ließ.

„Das ist einfach der Hammer. Das ist das, was ich erwartet hatte und nun ist es passiert. Ich kann es nicht glauben. Ich freue mich auf jeden Fall“, erklärte er sichtlich aufgelöst nach dem Spiel mit dem Pokal in der Hand.

Der Spanier, der den Pokal nicht loslässt: Oscar geht mit besonderem Abschiedsgeschenk

Cabrera durfte den Kreispokal in Empfang nehmen. © Patrick Schröer

Es folgte noch eine Ankündigung von Cabrera mit sehr viel Lachen: „Ich habe gesagt, dass ich den Pokal mitnehmen werde und das wird gemacht!“ Cabrera hatte schon vor dem Spiel angekündigt, dass er den Pokal mit nach Spanien mitnehmen will. Bereits am Samstag flog er zurück nach Andalusien, in seine Heimat. Ob er den Pokal wirklich dabei hatte - ungewiss.

Emotionaler Abschied

Der Abschied war aber mit sehr vielen Emotionen unterlegt, wie Sebastian Schütte bestätigte: „Die Verabschiedung war natürlich für alle ziemlich emotional.“ Doch es wird kein Abschied für immer sein: Die Mannschaft hat sich zum Abschied etwas besonderes einfallen lassen. „Er hat von der Mannschaft als Abschiedsgeschenk einen Gutschein für einen Flug nach Deutschland bekommen“, erklärte Schütte und kündigte an: „Wir gehen alle davon aus, dass wir uns noch mal wiedersehen.“

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Cabrera ist nun schon wieder in Spanien und wird dem SV Herbern fehlen, nicht nur sportlich, sondern auch mit seiner menschlichen Komponente. Cabreras Wort hatte Gewicht in der Mannschaft, was Schütte ebenfalls deutlich machte: „Wir können nur danke sagen. Sowohl für das menschliche, als auch das sportliche. Er wird seinen Weg gehen!“ Davon sind sie alle in Herbern überzeugt.

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