Berthold Gilberg - der Sprecher des Pferdesports: „Mein Hobby und meine Leidenschaft“

dzLenklarer Reitertage

Seit 30 Jahren gibt Berthold Gilberg den Sprecher bei Reitturnieren. Wie er eher zufällig an den Posten kam und welche Kuriositäten er bereits erlebt hat, erzählt er bei uns im Interview.

von Marcel Schürmann

Werne

, 16.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Herr Gilberg, seit über 30 Jahren sind Sie bei Reitturnieren als Sprecher im Einsatz. Wie viele haben Sie schon begleitet? Unzählige. Ich komme aus der Reiterstadt Balve im Sauerland. Ich spreche da auch viele internationale Turniere sowie die Deutschen Meisterschaften.

? Sind Sie auch mal selbst in den Sattel gestiegen? Ich bin nie selbst geritten, nein. Aber meine Frau, wir haben viele Pferde. Ich bin mit Pferden großgeworden. Von meinem Elternhaus konnten wir es uns leider nicht leisten, ein Pferd zu haben. Ich habe von außen immer nur beobachtet. Das war mein Ding und spannend genug. Als ich meine Frau kennengelernt habe, ging es aber gleich los mit den Pferden.

? Und wie sind Sie dann an den Posten des Sprechers gekommen? Da habe ich irgendwann mal große Fresse gehabt. Ich habe auf einem Reitturnier gesagt: Was der kann, kann ich auch. Dann habe ich es direkt mal ausprobiert und es hat gut geklappt. Es ist schnell gewachsen. Später gab es dann Empfehlungen und so erhält man plötzlich immer mehr Einladungen. Ich habe auch mal mit Agenturen zusammengearbeitet. Die wollten mich – ich die aber nicht (lacht).

? In 30 Jahren haben Sie sicherlich schon die eine oder andere Kuriosität auf dem Springplatz miterlebt… Da gab es viele Sachen, über die man im Nachhinein auch nochmal lacht. Einige werde ich nicht vergessen. Wir beobachten aus unserer Kabine ja immer das, was auf dem Springplatz passiert und es passiert schon mal, dass ein Reiter den Parcours mit dem letzten Hindernis zuerst anfängt, oder den Oxer von der verkehrten Seite anspringt. Das ist alles schon passiert. Ansonsten ist Reiten ja ein sehr ernsthafter Sport. Die Ernsthaftigkeit muss auch gegeben sein, weil ja immer noch der Sportkamerad Pferd dabei ist. Da muss man Rücksicht nehmen. Man kann mal einen Flachs machen, aber man darf es auch nicht übertreiben. Das muss – zum Wohle des Tieres – alles diszipliniert vonstatten gehen.

? Haben Sie ein persönliches Ziel? Vielleicht ein Turnier, bei dem Sie unbedingt mal als Sprecher dabei sein möchten? Nein, nicht direkt. Ich möchte einfach dabei bleiben und weitermachen, da es enorm viel Spaß macht. Das Sprechen ist mein Hobby und meine Leidenschaft - nach wie vor.

? Wie sind Sie an die Lenklarer Reitertage gekommen und wie lange werden Sie die noch begleiten? Ich wurde von Marion Gripshöver eingeladen, der Schwester von Lutz Gripshöver. Wir kennen uns von zahlreichen Turnieren. Sie rief mich an und hat mich für die Lenklarer Reitertage eingeladen – und deshalb bin ich jetzt schon das vierte Jahr hier. Früher konnte ich zu diesem Termin leider nicht erscheinen, da ich woanders als Sprecher im Einsatz war. Für dieses Jahr bin ich noch bis Gründonnerstag hier. Dann habe ich hier sieben Tage gesprochen, dann reicht’s.

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