Benjamin Siegert: „Einen Spielerpass gibt es, der beim SV Herbern liegt“

dzFußball

Die ersten Wochen hat Trainer-Neuling Benjamin Siegert in der Vorbereitung beim SV Herbern bereits überstanden. Dass er dort direkt gut aufgenommen wurde, wundert ihn nicht, erzählt er im Interview.

Herbern

, 08.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bis zum Ende der vergangenen Saison kannte Benjamin Siegert nur die andere Seite. Der 39-Jährige kann auf eine lange und durchaus erfolgreiche Spielerkarriere zurückschauen. Nun startet er in seine Trainer-Laufbahn beim SV Herbern. Wie der Start verlief, was seine Ziele sind und ob es auch schon Kontakt mit Holger Möllers gab, verrät er im Interview mit Sportredakteurin Johanna Wiening.

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Herr Siegert, Sie sind jetzt seit ein paar Wochen in Herbern aktiv. Wie ist der erste Eindruck?
Erstmal macht es sehr viel Spaß, auf der anderen Seite am Platz zu stehen. Auch von den Jungs, vom Team und vom Umfeld her finde ich das hier schon echt super. Klar gibt es ein, zwei kleine Baustellen, die man vielleicht verbessern kann. Bis dato hatten wir zum Beispiel noch keinen Betreuer, das hat sich seit dem Olfen-Spiel jetzt aber auch geändert. Dementsprechend läuft alles in eine gute Richtung gerade.

In Herbern treffen Sie ja jetzt auf eine sehr eingeschworene Mannschaft, die sich zum großen Teil schon seit Jahren kennt. Wie kommt man da rein?

Ja, man muss den Jungs ein bisschen was zum füttern geben. Bedeutet: Man darf sich nicht einfach auf den Platz stellen und sagen: Hier ist der Ball, jetzt spielt mal Fußball. Wir haben sehr viele junge Spieler, die wissbegierig sind, die Bock auf Fußball haben und durchaus lernwillig sind. Dementsprechend muss man da schon einen Plan haben. Aber einfacher ist es natürlich, eine Mannschaft zu bekommen, die eingespielt ist, die weiß, wo die Wege sind und wer was kann und nicht kann. Es ist insgesamt sehr fair, wie die Mannschaft mich aufgenommen hat.

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Sie sind ja mit dem Team noch relativ am Anfang der Vorbereitung. Gibt es da schon eine Zielsetzung?

Erstmal ist die Zielsetzung für die Jungs, mir was zu zeigen und sich zu beweisen. Dementsprechend wird die Mannschaft am ersten Spieltag dann auch so aufgestellt, wie sie es mir in der Vorbereitung gezeigt haben. Ich glaube für die Jungs ist es auch mal schön, jetzt einen neuen Trainer zu haben, weil ich niemanden in eine Schublade stecke und mir ein neues Bild mache.

Was wir in der Liga von den Jungs fordern oder nicht fordern, besprechen wir intern, aber nach außen sind wir nicht Harakiri und sagen wir steigen auf. Dafür ist zu viel passiert, auch bezüglich Corona. Was ich schon mal sagen kann, ist, dass ich offensiven Fußball spielen möchte. Wir werden uns nicht hinten verstecken. Zielsetzung ist es, immer ein Tor mehr zu schießen, als die anderen.


Sie haben das Team von Holger Möllers übernommen, der lange Trainer in Herbern war. Gab es da schon Kontakt? Hat er vielleicht sogar schon Tipps gegeben?

Wir haben in der letzten Woche mal telefoniert. Das war ein schönes Gespräch. Wir haben jetzt aber nicht über einzelne Charaktere gesprochen. Ich habe zu Holger gesagt, ich möchte mir von jedem Spieler selbst ein Bild machen. Er hat mir nur ein paar Tipps gegeben, wie man vielleicht den einen oder anderen Spieler anpackt.

Eigentlich wollte er aber einfach nur mal hören, wie ich angekommen bin. Ich habe auch zu ihm gesagt, dass es schön wäre, ihn hier zwischendurch zu sehen. Wenn er auch zum Training mal kommen will, ist er natürlich recht herzlich willkommen. Dafür hat er für den Verein und die Mannschaft viel zu viel geleistet als dass er jetzt einfach im Schatten stehen soll. Ich glaube, das ist auch so ein Zeichen von uns, dass alle, die mal in Herbern waren, hier jeden Tag herzlich willkommen sind.

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Und wenn es in der neuen Saison im Kader nochmal eng wird, schnüren Sie dann doch nochmal die Fußballschuhe oder eher nicht?

Zwei Läufe habe ich gemacht, da bin ich ehrlich. Ich wollte eigentlich mehr machen, aber die Zeit - oder vielleicht die Luft - hat es dann doch nicht hergegeben.

Also einen Spielerpass gibt es, der beim SV Herbern liegt. Aber es soll eigentlich nicht so sein, dass ich die Fußballschuhe nochmal anziehe, das sollen die Jungs ganz alleine machen. Sollte mal wirklich Not am Mann sein und wir sind nur noch neun Spieler, dann werde ich auch in die Bresche springen. Aber es ist nicht so gewollt, dass ich hier nochmal auf dem Platz stehe.

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