Aufkleber mit „Zeig mal Titten für den SuS 08“ - Sexismus beim SuS Rünthe?

dzSuS Rünthe

Sportlich sorgt der SuS Rünthe in der Kreisliga B für wenig Aufsehen. Jetzt sorgen brisante Aufkleber in Rünthe und Umgebung aber für einen Skandal. Auch der Vorstand hat sich geäußert.

Rünthe

, 13.11.2019, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie hingen auf Simjü im Toilettenwagen, auch an einigen Ampeln in Werne und Umgebung sind sie zu finden - die Aufkleber des Fußball-B-Ligisten SuS Rünthe. Zu sehen ist klassisch das Emblem des Vereins, dazu eine Comicfigur aus dem Videospiel GTA V im Bikini und die Aufschrift „Zeig mal Titten für den SuS 08“. Ein fragwürdiges Bild für einen Verein, der auch eine Damenmannschaft und diverse Jugendteams hat.

„Als wir davon Wind bekommen haben, war es schon zu spät“

Doch wie kommt es dazu, dass solche Aufkleber mit dem Emblem des SuS Rünthe verbreitet worden sind? „Der Verein war zu keinem Zeitpunkt davon in Kenntnis gesetzt. Für uns waren die Aufkleber von Anfang an ein Dorn im Auge“, stellt Udo Pilz, stellvertretender Vorsitzender des SuS Rünthe klar.

Ursprünglich waren die kleinen Bildchen wohl von einigen Mitgliedern in einer Bierlaune entstanden - gedacht ausschließlich für einen Partyurlaub im Ausland. Eine Schnapsidee, die schnell in die Tat umgesetzt wurde. „Das fanden wir eigentlich auch schon nicht gut“, erklärt Pilz die Vereinssicht. „Aber als wir davon Wind bekommen haben, war es schon zu spät.“

Aus einer Bierlaune entstand mehr

Dass die Aufkleber auch in Rünthe und in Werne in Umlauf geraten würden, hatte der Verein nicht erwartet: „Da ist aus einer Bierlaune dann deutlich mehr entstanden. Das können wir als Vorstand natürlich nicht gutheißen.“ Solche Aufkleber seien einfach nicht angebracht, fügt der stellvertretende Vorsitzende an. Der Verein habe ja auch ein Damenteam und mehrere Jugendmannschaften, da sei das nochmal doppelt schlimm.

Rund um den Sportplatz habe man mittlerweile dafür gesorgt, dass die Bilder entfernt werden, erklärt Pilz: „Aber natürlich ist es schwierig, wirklich alle wieder loszuwerden, wenn sie einmal im Umlauf sind.“

Mitglieder bereuen die Aktion

Die Vereinsmitglieder, die die Aufkleber erstellt haben, seien zuerst offen damit umgegangen und haben sie auch auf Sporttaschen und Koffer geklebt, so der zweite Vorsitzende. Mittlerweile habe es aber ein Umdenken gegeben und die Aktion sei bereut worden.

Für den Verein ist die Sache damit weitestgehend erledigt. Zumindest vorerst: „Wir haben uns darauf geeinigt, dass jeder Mal einen Fehler machen kann. Da kann sich niemand von freisprechen.“

Sollte die Aktion aber nochmal an Fahrt aufnehmen, werde man Schritte dagegen einleiten, so Pilz: „Dann würden wir uns informieren, wie man dagegen vorgeht. In Zweifelsfall würden wir auch rechtliche Schritte dagegen in Kauf nehmen, denn wir tolerieren diese Aktion nicht.“

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