Ärger über Schalke 04: „Rudi würde wohl wahnsinnig werden“

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Thomas Overmann ist wohl einer der größten Fans von Schalke 04 in Werne. Die aktuelle Krise seines Lieblingsvereins ärgert den 62-Jährigen - allerdings nicht die Niederlagenserie.

Werne

, 23.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 54 Jahren fährt Thomas Overmann, der Fußballvorsitzende des Werner SC, regelmäßig nach Schalke, hat sogar zwei Dauerkarten in der Arena. Mit Herz und Seele ist er Fan der Königsblauen. Er erklärt: „Schalke ist zu hundert Prozent ein Teil von mir, genauso wie der WSC.“

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Die aktuelle Krise seines Lieblingsvereins schlägt aber auch Thomas Overmann auf die Laune. „Es heißt immer `Schalke, wir leben dich´. Aber von diesen Spielern tut das keiner, das sind alles nur Angestellte des Vereins, die nicht mit Herz und Seele dabei sind“, sagt der 62-Jährige.

Besonders das eigentliche Image des Kumpel- und Malocherklubs vermisst Overmann: „Diese Bereitschaft und Identifikation zeigt absolut niemand mit dem Verein. Da sind die sportlichen Ergebnisse absolut zweitrangig, es geht einfach um den Einsatz.“

Thomas Overmann: „Benni Höwedes ist ein großes Thema“

Was für einen Spielertyp er vermisst, kann Thomas Overmann genau benennen. „Benni Höwedes ist ein großes Thema“, so der Fußballvorsitzende. „Das war ein Spieler, der war schon immer in unserem Verein, hat alle Jugendmannschaften durchlaufen. Der war vielleicht nicht der größte Spieler, aber so einen brauchst du auf dem Platz.“

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Diese Faktoren gehören für Thomas Overmann nicht in erster Linie zur sportlichen Misere - um die macht sich der Fußballvorsitzende weniger Sorgen. „Ich habe schon Abstiege erlebt und viele schlechte Phasen. Da mache ich mir keine großen Sorgen.“

Viel mehr sei die Außendarstellung das Problem. Da gehöre neben der fehlenden Identifikation auch der Rassismus-Skandal rund um Clemens Tönnies vor einigen Monaten ebenso wie die Entlassung diverser langjähriger Minijobber aus dem Verein.

„Das sind Leute, die sind seit Ewigkeiten im Verein. Und wenn die Spieler Charakter zeigen würden, würden sie einfach jeder einen Minijobber übernehmen. Das würde denen nicht wehtun, sie würden es wahrscheinlich auch nicht mal merken“, so Overmann.

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Bei der aktuellen Phase denkt der Werner oft zurück an ehemalige Legenden und bessere Zeiten. „Wenn ich zurückdenke an die Zeiten mit Raúl zum Beispiel, bekomme ich Gänsehaut. Oder Rudi (Assauer, Anm. d.Red.) - der würde jetzt wohl wahnsinnig werden in der aktuellen Phase.“

Doch auch wenn es bei „seinen Schalkern“ alles andere als rund läuft - treu wird er seinem Verein immer sein. „Ich bin hundertprozentig Schalker, egal wie es läuft“, so Overmann. „Ich habe zwei Plätze in der Arena, auf denen sogar `Stan´drauf steht - die werde ich definitiv nicht abgeben. Das ist mein Verein und das bleibt er auch.“

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