Union Lüdinghausen zaubert Geheimwaffe Engin Yavuzaslan (38) aus dem Hut

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Engin Yavuzaslan musste mit 30 Jahren einen Schicksalsschlag verkraften. Damals war unklar, ob er je wieder Sport treiben konnte. Sonntag debütierte er in der Bezirksliga für Lüdinghausen.

Nordkirchen

, 09.12.2019, 17:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er war Spielertrainer der Meistermannschaft der DJK Eintracht Coesfeld, die statt in die Landesliga zu gehen freiwillig in die Kreisliga zurückging. Er sammelte über 250 Oberliga- und NRW-Ligaspiele beim VfL Bochum, der SpVgg Erkenschwick und dem VfB Hüls. Er hatte 2012 mit 30 Jahren einen Schlaganfall und Glück im Unglück. Und Sonntag stand er bei Union Lüdinghausen auf dem Feld.

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Die Rede ist von Engin Yavuzaslan, 38 Jahre alt, neuer Mittelfelddirigent bei Union Lüdinghausen. Gegen den FC Nordkirchen überraschte Union den Gegner mit dem neuen defensiven Mittelfeldspieler, dem man anmerkte, wie wichtig er ist.

Daniel Schürmann: „Der schafft alles!“

Der Sportliche Leiter Daniel Schürmann sagte am Montag: „Ich habe ihn ja jetzt drei Wochen kennen lernen dürfen. Und ich glaube, der schafft alles.“ Der Grund war der Schlaganfall, den Yavuzaslan vor sieben Jahren erlitt. Danach war eine Körperhälfte zu 70 Prozent gelähmt. „Er hatte ja kaum Hoffnung, dass er wieder auf den Fußballplatz zurückkehren kann“, sagte Daniel Schürmann. Doch Engin Yavuzaslan sagte „Reviersport“ schon damals: „Ich schaue nicht zurück, sondern nehme den schwersten Kampf meines Leben an.“

Union Lüdinghausen zaubert Geheimwaffe Engin Yavuzaslan (38) aus dem Hut

Engin Yavuzaslan war im Mittelfeld einer der wichtigsten Akteure bei Union, konnte die Niederlage aber nicht verhindern. © Sebastian Reith

Einen solchen Kämpfer können die Eisernen nur gut gebrauchen. Der Klub steht weiter auf einem Abstiegsplatz. Der Kontakt kam über Tobias Tumbrink, Trainer von Union, zustande. Beide sind befreundet. Aus einem Testspiel gegen die Coesfelder mit anschließendem Grillen wurde der Kontakt nicht gerade kleiner.

Erst war es nur ein Scherz, dann wurde es konkret

Dann trainierte er im Herbst mit. „Aus Scherz wurde Ernst“, sagte Schürmann zu anfänglichen Überlegungen, ob Yavuzaslan nicht auch eine Spielberechtigung erhalten könnte. Das letzte Spiel lag mehr als ein halbes Jahr zurück.

„Engin tut uns mit seiner Erfahrung gut. Zu Beginn hat man gemerkt, dass er jeden Ball haben wollte und als Ballmagnet die Bälle auch verteilen wollte“, sagte Tumbrink. Tumbrink zufolge sei das Engagement des Routiniers eine „vorübergehende Geschichte“. Yavuzaslan werde zeitnah sicherlich wieder im Trainergeschäft tätig werden wollen. Bis dahin soll er im Mittelfeld für Ruhe und klare Bälle sorgen. Und er kennt die Liga wie kein anderer Lüdinghauser.

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