Union Lüdinghausen: Ex-Werner wird im Sommer Nachfolger von Tobias Tumbrink - oder früher?

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Union Lüdinghausen hängt auf den Abstiegsplätzen der Bezirksliga fest. Die Offensive ist das Manko. Tobias Tumbrinks Nachfolger, der mittlerweile feststeht, wäre schon jetzt verfügbar.

Selm

, 19.02.2020, 15:34 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sportlich steckt Fußball-Bezirksligist Union Lüdinghausen mit seiner ersten Mannschaft tief in der Krise. Die Niederlagenserie ist auch mit dem Ende der Winterpause nicht vorbei. Beide Punktspiele hat Union verloren, wenn auch jeweils nur knapp mit 0:1. Wie geht es weiter?

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Fragt man Trainer Tobias Tumbrink in diesen Tagen, erlebt man keinen depressiv-traurigen, von Abstiegskampf gebeutelten, Mann. Obwohl Tumbrink im Sommer auf den Trainerstuhl bei Landesligist BSV Roxel wechselt, strahlt er immer noch viel Optimismus aus. Nach der Niederlage gegen Borken-Hoxfeld am Sonntag sei die Stimmung trotzdem nicht schlecht gewesen, weil Lüdinghausen ordentlich gespielt habe. „Eigentlich stimmt bei Union alles. Die Infrastruktur und das Umfeld sind gut, nur die Ergebnisse sind es aktuell nicht“, sagt Tumbrink.

Defensiv läuft es besser, aber der Sturm bleibt eine Flaute

Das ist noch nett formuliert. Den letzten Sieg in der Bezirksliga gab es am 20. Oktober. Seitdem gab es nur einen einzigen Punkt aus acht Spielen. Im Herbst gab es zum Teil richtige Abreibungen: 0:5, 0:4, 1:6, 0:5, 0:4. Die Verantwortlichen hätten da viele Gründe vorgelegt, den Trainer vorzeitig zu chassen, taten es aber nicht.

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Die Vorbereitung bezeichnete Tumbrink als gut. Die Früchte seien die erst zwei Gegentore in den beiden Bezirksliga-Partien. „In der defensiven Grundausrichtung haben wir uns weiterentwickelt“, weist Tumbrink auf Fortschritte hin.

Das Problem sei eher der Angriff. Erst 18 Tore hat Union Lüdinghausen geschossen - der mit Abstand schlechteste Wert der Liga. Im Schnitt 1,85 Tore schießt ein Bezirksligist in der Liga pro Spiel. Bei Union sank der Wert nach nur zwei Treffern aus den letzten acht Spielen auf 0,95. Die Talfahrt vom neunten Platz am 11. Spieltag bis auf Rang 16 begann.

Lüdinghausen fahndet nach mehr Torchancen und einer besseren Quote

Tumbrink wünscht sich beides: dass sich seine Offensivabteilung mehr Torchancen herausspielt, aber auch, dass sie die kreierten Chancen besser nutzt. „Das ist sicherlich auch die Verunsicherung“, sagt Tumbrink. „Man muss schauen, woraus man seine Kraft zieht.“ Tumbrink tankt sie vor allem durch die Entwicklung der Mannschaft, von Jugendlichen und dass sich seine Mannschaft nicht mehr „abschlachten“ lässt.

Tobias Tumbrink, Benedikt Vester

Tobias Tumbrink, Benedikt Vester © Jura Weitzel

Tumbrink lobt immer wieder die Einstellung zum Sport, die hohe Trainingsbeteiligung und den Einsatz im Spiel. „Da sind jede Woche 20 Mann auf dem Platz, die Vollgas geben“, sagt Tumbrink. Die jüngsten Ergebnisse seien unglücklich zustande gekommen. Tumbrink ist überzeugt, dass sich das bald ändert.

Osman Köse wird Lüdinghausen ab Sommer trainieren

Doch wie lange lässt ihn die Vereinsführung noch? Mit jeder Niederlage steigt der Druck unweigerlich auf den Coach. Tumbrink gibt sich bei dem Thema wie immer gelassen und verweist auf den Aufwärtstrend. Gerüchte gehen aber schon länger rum, dass der Verein den berühmten Impuls setzt, eine andere Sichtweise ausprobieren möchte und den Trainerabschied vorzieht. Tumbrink: „Ich mache mir da keine Sorgen.“

Osman Köse (r.) spielte auch mal für Eintracht Werne.

Osman Köse (r.) spielte auch mal für Eintracht Werne. © Foto Helga Felgenträger

Am Dienstagabend stellte Union in Osman Köse einen Nachfolger für den Sommer vor. Den „Westfälischen Nachrichten“ zufolge habe sich Union auf Engagement für die Bezirks- und Kreisliga geeinigt. Zuletzt trainierte Köse den TSC Hamm, aber nur über wenige Monate.

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Der 31-Jährige, der aus der Jugend des FC Schalke 04 stammt, mit St. Truiden in die erste Belgische Liga aufstieg und dann nach einem komplizierten Knöchelbruch seine Karriere als Profi früh beendete, wäre wohl auch sofort verfügbar, weil er am Stützpunkt Unna-Hamm hospitiere. Als Amateur kickte Köse auch für die Hammer SpVg und Eintracht Werne.

Osman Köse spielte früher für die U23 des FC Schalke.

Osman Köse spielte früher für die U23 des FC Schalke. © Foto: MünsterView/Tronquet

Tobias Tumbrink gibt sich gelassen

Auch das Derby gegen den SuS Olfen am 1. März sei laut Tumbrink kein Endspiel für Lüdinghausen, obwohl Olfen den Nachbarn dann auf elf Punkte abhängen könnte. „Es sind noch so viele Spiele“, meint Tumbrink - und der Rückstand zu den Nichtabstiegsplätzen sei nicht gewaltig.

Gut möglich, dass es aber ein Endspiel für ihn persönlich wird. Gewinnt Lüdinghausen auch gegen Stadtlohn im Nachholspiel am Samstag nicht, ist die Sieglos-Serie dann schon neun Spiele lang. Der Vorstand war für eine Stellungnahme in den vergangenen Tagen nicht erreichbar.

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