Tobias Tumbrink kann „Irritationen“ bei Union Lüdinghausen verstehen

dzFußball

Tobias Tumbrink stand vor einer Wahl zwischen zwei Optionen: Bleiben bei Union oder komplett Aufhören. Dann tat sich eine dritte Möglichkeit auf - und der Fußballtrainer schlug zu.

Selm

, 14.01.2020, 15:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tobias Tumbrinks Handy war am Sonntag telefonisch nicht erreichbar. Auf Niederländisch antwortete eine Computer-Stimme, dass diese Nummer derzeit nicht erreichbar sei. „Ich war in Egmond“, löste Tumbrink am Tag danach auf.

Gemeinsam mit der Familie machte Tumbrink einen Kurzurlaub in den Niederlanden und lief da auch den berühmten Egmond-Halbmarathon mit. „Kein Empfang“, begründete Tumbrink, warum er nicht ans Handy gegangen ist. Vielleicht war es auch besser so, dass er sich außer der Reichweite von Handymasten am Strand und in den Dünen lief, als sein Sommerwechsel von der Trainerbank von Union Lüdinghausen auf die des Landesligisten BSV Roxel bekannt wurde.

Union Lüdinghausen war von der Entscheidung überrascht

Bei seinem Noch-Verein am Westfalenring in Lüdinghausen hat man den Wechsel nicht ganz so wohlwollend aufgefasst, wie sich Tumbrink das vielleicht erhofft hatte. Für Tumbrink, der im Sommer zum zweiten Mal Vater wird, sei eigentlich klar gewesen, dass er entweder ganz aufhört oder in Lüdinghausen weitermacht. „Der Verein hatte signalisiert, dass wir weitermachen könnten“, so Tumbrink. Dass sein Abschied „Irritationen verursacht“ habe, kann Tumbrink daher nachvollziehen, wie er am Montag im Gespräch erzählte.

Tobias Tumbrink kann „Irritationen“ bei Union Lüdinghausen verstehen

Daniel Schürmann (l., verschränkte Arme) hatte die Entscheidung von Tobias Tumbrink (2.v.r.) nicht so erfreut aufgenommen. © Sebastian Reith

Als die Gespräche mit Union liefen, habe sich dann in Roxel eine neue Option aufgetan. „Mitten in den Gesprächen kam der Anruf von Aljoscha Groß. Und für mich stand auch erst fest, dass es nicht geht“, sagte Tumbrink. Der Grund: Mit zwei kleinen Kindern sei die Trainertätigkeit eigentlich nicht zu vereinbaren.

Sportlicher Reiz beim BSV Roxel war groß

Doch für Landesligist BSV Roxel sprach nicht nur der sportliche Reiz, aus dem Tumbrink selbst gar keinen Hehl machte, sondern auch das Gesamtpaket und die Rahmenbedingungen hätten für die Münsteraner gesprochen. Zusammen mit Co-Trainer Manuel Andrick soll der Aufwand für Tumbrink nicht steigen. Tumbrink war auch die Entscheidungshoheit in Roxel wichtig. „Auf ein Gespann, das gleichberechtigt arbeitet, kommen viele Situationen zu, in denen man Entscheidungen treffen muss. Und da war wichtig, dass ich das bin“, so Tumbrink.

Jetzt lesen

Sonntags werde auch die Fahrzeit kürzer werden. „Ich habe ausgerechnet, dass in der Liga der Roxeler 450 Kilometer weniger anfallen zu Auswärtsspielen als jetzt“, sagte Tumbrink. Das Gebiet der Bezirksliga 11 erstreckt sich bis nach Ahaus oder Gronau. In der Landesliga 4 liegt Münster doch recht zentral.

Abschied mit einem weinenden und lachenden Auge

Die Entscheidung pro Roxel sei am Ende eine „Bauchentscheidung“ gewesen. Und gleichzeitig dankte er den Lüdinghausern für das bisherige Vertrauen. „Der Verein hat trotz Misere stets zu Benedikt Vester und mir gehalten“, sagte er, „und ich sage das nicht, um die Wogen zu glätten.“ Lüdinghausen habe ein gutes Umfeld. Sportchef und Vorstandsmitglied Daniel Schürmann, der von außen kritisch beäugt werde, mache eine tolle Arbeit. „Ich gehe auch mit einem weinenden Auge. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, sagte Tumbrink.

Jetzt lesen

In den Niederlanden lief er übrigens 1:50 Stunde über die Halbmarathon-Strecke. Tumbrink war damit zufrieden. Die kühlen Temperaturen machen den Lauf schließlich besonders anspruchsvoll. Ab jetzt heißt es für den Trainer dann: Abstiegskampf mit Lüdinghausen. Und Tumbrink versicherte: „Roxel ist bis zum 1. Juli kein Thema.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt