Sven Schlestein ist angekommen beim SuS Olfen

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Innenverteidiger Sven Schlestein hat seit seinem Debüt beim SuS Olfen im Dezember alle sieben Ligaspiele durchgespielt. Der Neuzugang macht Verletzungspech auf der Position vergessen.

Olfen

, 09.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Wenn Trainer Michael Krajczy den Namen Sven Schlestein hört, dann fällt ihm spontan nur ein: „Plötzlich war er da.“ Der 1,87 Meter große Innenverteidiger kam aus dem Nichts und fiel genau zum richtigen Zeitpunkt vom Himmel, als in der Defensive beim Fußball-Kreisligisten SuS Olfen personell der Schuh drückte. „Er ist uns quasi zugelaufen“, sagte der Sportliche Leiter Norbert Sander in Oktober. Noch vor der Winterpause kam Schlestein zum Debüt. Doch wer ist der Spieler, der seitdem keine Minute beim SuS Olfen verpasst hat?

Am Montag klang der 25-Jährige am Telefon gut gelaunt. Tags zuvor hatte der SuS die TSG Dülmen II mit 3:0 besiegt und nach Osterwicks überraschendem Patzer die Tabellenführung übernommen. Vom Jäger zum Gejagten - deswegen ist Schlestein zurückhaltend: „Jeder weiß doch, wie schnelllebig der Fußball ist. Es sind noch sieben Spieltage. Osterwick hat vorgemacht, wie schnell es gehen kann. Ab Dienstag beginnt dann die Vorbereitung auf das nächste Spiel“, sagte Schlestein mit schwäbischem Akzent.

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Groß geworden ist der HSV-Fan in der Jugend beim FC Union Heilbronn und beim SGV Freiberg. Seine Heimat ist nicht der westfälische Fußballverband, sondern Württemberg. Schon in den Nachwuchsteams spielte er auf höherklassigem Niveau, kickte bei den Senioren dann beim Landesligisten SV Schluchtern und dem Bezirksligisten FV Wüstenrot.

Ein Zweitspielrecht macht möglich, dass Schlestein beim FV Wüstenrot weiter in der Kreisliga-Reserve aushelfen darf. Aber: „In meinen bisherigen Vereinen zählt das Leistungsprinzip und ich bin ja nicht beim Training. Ich biete es nur an und die Mannschaft wurde auch gefragt, ob es für sie in Ordnung wäre.“ Doch es gibt auch Auflagen zu beachten. Wahllos zwischen den Vereinen hin- und herzupendeln, ist nicht möglich. Olfen muss aufpassen, dass Schlestein nach einem Einsatz im Süden auch spielberechtigt ist. „Wegen des Papierkrams ist er auch erst so spät spielberechtigt geworden. Der Staffelleiter hatte so einen Fall auch noch nicht“, sagte Sander.

Sven Schlestein hat keine Minute verpasst

Der Student, der aus privaten Gründen nach Olfen gezogen ist, fährt täglich zur Westfälischen Hochschule nach Gelsenkirchen. Auf dem Weg lag da auch die Bezirksliga-Mannschaft des TuS Haltern II, der in Schlesteins engerer Auswahl war. Die Entscheidung fiel dann aber auf den SuS. Hier sieht er Potenzial und zeigte sich angetan von den Jugendspielern. „In der Bezirksliga Unterland in Württemberg könnte der SuS mithalten“, sagte er. Die Trainingsbeteiligung sei sogar höher im Vergleich zu seinen bisherigen Vereinen. „Ziel ist, schon mit dem SuS aufzusteigen“, sagte Schlestein.

Sven Schlestein ist angekommen beim SuS Olfen

Mit Sven Schlestein (M.) in der Innenverteidigung holte Olfen 19 von 21 möglichen Punkten. © Jürgen Weitzel

Als dann neben Christian Brüse auch noch Michael Karwot und Matthias Potthoff verletzungsbedingt ausfielen, kam Schlestein gerade zum richtigen Zeitpunkt. 630 Minuten hat er bislang absolviert und in den letzten sieben Saisonspielen keine Minute im Abwehrzentrum verpasst. Verloren hat Olfen mit ihm noch nie. „Er ist quasi gesetzt und eigentlich nicht mehr wegzudenken“, sagte Sander. „Sven ist ein sehr feiner Kerl“, sagte Krajczy, der aber auch die sportlichen Qualitäten des Rechtsfußes schätzt.

Bleibt Schlestein über das Saisonende hinaus?

Bleibt nur die Frage, ob Schlestein auf Dauer zu halten ist. „Wenn jetzt ein Bezirksligist anfragt, höre ich mir das an, aber mein Ansprechpartner ist der SuS“, stellte Schlestein klar, der die Rolle als Führungsspieler annimmt. Sander ist sich sicher: „Sven fühlt sich sauwohl.“ Und bei einem gemeinsamen Aufstieg würde sich die Bindung wohl noch stärker verfestigen.

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