SuS Olfen bleibt im Rennen um den Klassenerhalt - doch der hängt weiter am seidenen Faden

Handball-Kreisliga

Erleichterung herrschte nach dem 21:15-Sieg des SuS Olfen gegen den VfL Hüls. Doch die Situation im Abstiegskampf hat sich für Olfen trotzdem eher verschärft als entspannt.

Olfen

, 28.04.2019, 00:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
SuS Olfen bleibt im Rennen um den Klassenerhalt - doch der hängt weiter am seidenen Faden

Trainer Randolf Mertmann jubelt über Alexander Cremers Tor. © Sebastian Reith

Randolf Mertmann, Trainer des Handball-Kreisligisten SuS Olfen, war nach dem 21:15-Sieg gegen den VfL Hüls geradezu euphorisch und rechnete – mit aller Vorsicht – vor: „Ich glaube, dass mit Herne (Anm. d. Red.: bereits zurückgezogen) drei Mannschaften absteigen. Also werden wir noch zweimal gewinnen und gehören da schon mal nicht dazu“, sagte Mertmann. Wenn sich der SuS-Trainer da nicht verrechnet hat...


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SuS Olfen – VfL Hüls

21:15

Denn kurz zuvor hatte Mertmann in seiner Analyse einen Satz fallen gelassen, der nachträglich noch zu einem Stimmungsbremser werden könnte: „Jetzt hoffen wir mal, dass die über uns nicht punkten.“ Doch genau das ist passiert.

Und so geht Olfen nach dem sechsten Saisonsieg als Tabellenzwölfter mit drei Zählern Rückstand in das Auswärtsspiel beim Elften Waltrop kommende Woche. Mehr Endspiel geht nicht. Spielt Olfen nur Unentschieden, ist Rang elf nicht mehr erreichbar. Siegt der SuS, braucht er am letzten Spieltag wohl trotzdem noch Schützenhilfe.

Rang elf könnte auch nicht reichen zum Klassenerhalt

Aber auch Rang elf könnte am Saisonende nicht reichen. „Die Konstellation, was von oben runterkommt, kennen wir nicht“, sagte Mertmann zu der relativ unüberblickbaren Abstiegsregularien vor dem vorletzten Spieltag. Wie viele Mannschaften in die Kreisklasse müssen, hängt von den Landes- und Bezirksligen ab, wie viele Absteiger es dort gibt und wie die Mannschaftsmeldungen beim Kreis eingehen. Mertmann: „Wir haben uns selber in diese katastrophale Situation gebracht durch teilweise desolate Auftritte.“

Der Auftritt am Samstag in eigener Halle gehörte freilich nicht dazu. Olfen – mit Rückraum Benedikt Höning, der am Vortag geheiratet hatte und trotzdem tags drauf auf dem Parkett stand („Die Flitterwochen müssen wir nachholen. Der Abstiegskampf geht vor“), und auch mit Verstärkung durch Abteilungsleiter Michael Scholten und Till Ott aus der zweiten Mannschaft – fand mit zunehmender Spieldauer immer besser rein.

Henrik Billermann hält ganz stark

Hüls verwarf viel, was auch an Olfens Torwart Henrik Billermann lag. „Ich weiß nicht, ob das Wort ‚überragend‘ ausreicht“, sagte Mertmann. „Henni hat alles rausgefischt“, sagte Höning. Billermann selbst fasste sich kurz: „Ich wusste halt, wo die hinwerfen.“ 15 Gegentore sind eine Bestmarke in dieser Saison. Immer wenn Billermann einen Ball hielt oder die Olfener vorne trafen, jubelte Mertmann ausgelassen. Es war sein letztes Heimspiel als Olfener Coach. Beim Saisonfinale wird der scheidende Trainer urlaubsbedingt fehlen.

Gegner Hüls war viel zu sehr mit sich selbst und Schiedsrichterpfiffen beschäftigt. Das Gespann bestrafte Fouls hart und zunehmendes Meckern gnadenlos – Olfen dagegen blieb cool. Und zog durch fast durchgängiges Überzahlspiel in Halbzeit zwei dann endgültig davon. Mertmann war stolz auf die Serie von „16 Minuten und 4 Sekunden“ ohne Gegentor – Olfens vielleicht beste Viertelstunde in der ganzen Saison. Die Phase war spielentscheidend. Und trotzdem kritisierte Mertmann auch, fand in über 20 Fehlwürfen und weiteren verworfenen Siebenmetern noch Luft nach oben.

Kommt der Endspurt zu spät?

Gewinnt Olfen auch in Waltrop und zum Abschluss gegen Hattingen, hätte Olfen fünf Siege in den letzten sechs Spielen geholt – ein starker Schlussspurt, zu dem Olfen womöglich zu spät angesetzt hat. „Immerhin haben wir uns dann aber nichts vorzuwerfen“, so Mertmann.

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