Streitpunkt Englische Woche: Die Vereine aus dem Kreis Münster sind sich äußerst uneinig

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Der Kreis Münster fängt erst zwei Wochen später mit dem Ligabetrieb an. Dafür werden die ersten beiden Spieltage auf Donnerstage verlegt. In den Kreisligen stößt das auf geteilte Meinungen.

von Nico Ebmeier

Selm, Südkirchen, Capelle

, 26.09.2019, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Flutlichtkracher und Champions League-Atmosphäre oder gemütlicher Sonntagskick mit typischer Kreisligastimmung? Der Fußballkreis Münster lässt die ersten beiden Spieltage der Saison auf Donnerstage im Spätherbst verlegen. Grund: Die Mannschaften können zwei Wochen länger Sommerurlaub machen.

Dies kommt besonders Eltern zugute, die mit ihren Kindern die Sommerferien genießen können. Andererseits steigt damit innerhalb der Saison die Belastung für die Fußballer. Der zweite Donnerstagspieltag steht in der kommenden Woche an.

Die Trainer der SG Selm, des SV Herbern II, des SC Capelle, des Werner SC II und des SV Südkirchen haben verschiedene Meinungen.

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„Ich habe ein schulpflichtiges Kind. Da ist es sehr schön, die zwei Wochen in den Ferien noch relativ frei zu haben“, sagt Reinhard Behlert, Trainer des SC Capelle, der aber auch die negativen Aspekte sieht: „Es ist natürlich super doof, wenn man auf einem Donnerstagabend noch mal 40 Minuten auswärts fahren muss.“

Lange Auswärtsfahrten am Donnerstagabend

Und genau das wäre am nächsten Donnerstag der Fall, denn Capelle muss zur 35 Kilometer entfernten Anlage des Birati Club Münster fahren. „Das ist dann natürlich Glück im Unglück“, sagt er, denn durch den Feiertag fängt das Spiel schon um 15 Uhr statt. Stattdessen hat Behlert andere Vorschläge: „Die Probleme wären gelöst, wenn sich die Serie verkleinern würde oder länger hintenraus Spieltage wären.“ Dann gäbe es aber wieder mit den Auf- und Abstiegsrelegationen Konflikte.

Daniel Heitmann, Coach der Zweiten des SV Herbern, sieht nur einen kleinen Nachteil: „Es ist sehr schwierig, dann in der Saisonvorbereitung Testspiele organisiert zu bekommen. Die Mannschaft, die früher einsteigen sind in ihrem ganzen Trainingszyklus dann schon deutlich weiter. Wenn die Mannschaften dann schon ihr erstes Saisonspiel bestreiten und wir gerade einmal in die finale Vorbereitungsphase gehen.“ Generell steht Heitmann dieser Idee aber sehr positiv gegenüber: „Ich finde das mit der Englischen Woche überhaupt nicht verkehrt. Gerade da wir die Dritte nicht mehr haben, haben wir einen Riesenkader und das ist mit der Belastung gut machbar.“

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Der weitestgehend positiven Resonanz widerspricht Jens Fritsche vom SV Südkirchen vehement: „Klar, mir gefallen die Abendspiele generell sehr gut. Das Flutlicht hat immer einen ganz eigenen Reiz, es ist ein richtiger Ansporn. Aber wenn solche Spieler auf einem Donnerstagabend um 19 Uhr angepfiffen werden, werden niemals alle meine Spieler anwesend sein. Gerade die, die eben beruflich lange unterwegs sind.“

Pro oder Contra Englische Woche?

Wenn er sich entscheiden müsste? „Dann würde ich lieber jeden Sonntag spielen. Die Atmosphäre ist einfach kreisligatypisch und alles ist schöner und entspannter.“

Ein großer Befürworter dagegen ist Deniz Sahin. Der Trainer des A-Liga-Aufsteigers aus Selm findet Flutlichtspiele „richtig, richtig gut“, doch auch ein anderer Aspekt ist für ihn dabei sehr wichtig: „Ich habe eigentlich alle Spieler an Board. Gerade die Eltern, die mit ihren Kindern die Sommerferien verbringen wollen, sind dann wieder da.“ Und ist die Belastung in diesen Wochen dann nicht zu hoch? „Mal ganz ehrlich: Das sind Fußballer. Die haben das mal zwei Wochen auszuhalten.“

Marc Schwerbrock: „Das ist eine Katastrophe.“

Anders sieht das Marc Schwerbrock, Trainer der Reserve des Werner SC. Diese spielt in der Kreisliga B3 in Münster. „Für uns ist das eine Katastrophe eigentlich. Wenn du vorgeschrieben kriegst, dass du um 19.30 Uhr irgendwo auswärts spielen musst“, erklärt Schwerbrock, der damit auf Partien in Münster anspielt, wo der Anreiseweg teilweise 45 Minuten dauert. Hinzu kommt der Stress für die berufstätigen Spieler: „Der ganze Tagesrhythmus ist dann auch kaputt, weil man sich dann abstresst von der Arbeit.“ Diese Saison hat der WSC II Glück gehabt, denn die beiden Spiele unter der Woche fanden zu Hause statt und waren wie ein Ersatz für die Trainingseinheiten.

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