Sportstätten-Förderprogramm stößt an Grenzen: Zu wenig Geld im Topf für alle Projekte

dzModerne Sportstätten 2022

350.000 Euro aus dem Fördertopf „Moderne Sportstätten“ hat der Stadtsportverband Selm auf viele Anträge fair zu verteilen. Dienstag war Einsendeschluss. Das Antragsvolumen liegt dabei viel höher, als Geld zur Verfügung steht.

Selm

, 03.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viel Geld gibt es in diesem Jahr für Selmer Sportvereine: Am Dienstagabend endete die Frist für Anträge der Vereine in der Stadt, um vom Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ zu profitieren. Die Anträge liegen dem Stadtsportverband nun vor. Schon jetzt ist klar: Das Geld im Fördertopf wird nicht reichen, um allen Anträgen vollumfänglich gerecht zu werden.

Die NRW-Regierung rühmt sich damit, das größte Sportstätten-Förderprogramm der Landesgeschichte aus der Taufe gehoben zu haben. 300 Millionen Euro stehen zur Verfügung, um Sportplätze und Sportanlagen im Land zu sanieren oder zu modernisieren. Ziele seien der Regierung zufolge ein Abbau des Modernisierungsstaus, energetische Sanierung, Barrierefreiheit, digitale Modernisierung, Geschlechtergerechtigkeit sowie Unfallvermeidung und -vorbeugung.

Möglich sind auch Ersatzneubauten oder der Bau von sportfachlicher Infrastruktur wie zum Beispiel Unterkünfte, Verpflegungseinrichtungen, Schulungs- und Aufenthaltsräume, Geschäftsstellen sowie Zuschauereinrichtungen.

In Selm stehen 350.000 Euro zur Verfügung

Jede Stadt oder Gemeinde erhält eine bestimmte Summe. Im gesamten Kreis Unna, zu dem die Stadt Selm gehört, liegt der Betrag bei 5,5 Millionen Euro. Auf die Stadt Selm entfallen rund 350.000 Euro. Wer wie viel Geld erhält, darüber entscheidet der Stadtsportverband Selm, der in einer Sitzung am 8. Juli die eingereichten Förderanträge erstmals sichten möchte. Absegnen muss letztlich das Land, doch es ist davon auszugehen, dass dieses den Empfehlungen des SSV folgt.

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Wie Stadtsportverbands-Geschäftsführerin Katharina Zolda mitteilte, liegen 20 Anträge aus sieben Vereinen vor. Das liegt daran, dass ein Verein mehrere Förderanträge stellen kann. Welche Projekte konkret auf der Liste stehen, sagte der SSV nicht. Das Antragsvolumen, die addierten Beträge aller Förderanträge, umfasst allerdings mehr als das Doppelte der zu verteilenden 350.000 Euro.

Auch in anderen Städten ist der Topf überzeichnet

Für Michael Merten, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, ist das keine Überraschung. Schon bevor die Frist verstrichen war, sagte er voraus, dass das Antragsvolumen das Fördervolumen übertreffen werde.

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Und was dann? In der Stadt Lünen, in der vergangene Woche alle akzeptierten Förderprojekte in die Staatskanzlei nach Düsseldorf übersandt worden sind, überschritt das Antragsvolumen mit 3,2 Millionen Euro die zur Verfügung stehende Summe von 1,1 Millionen Euro fast um das Dreifache. Die Folge: Der Stadtsportverband musste die Hälfte der Projekte aussortieren und entschied sich lediglich zu einer Förderung von 50 bis 65 Prozent der Kosten, um möglichst viele Projekte unterstützen zu können. Maßgeblich war in Lünen ein Kriterienkatalog über Förderwürdigkeit.

Sport-Infrastruktur wird noch mehr Geld brauchen

Matthias Hartmann, Geschäftsführer im KreisSportBund Unna, forderte eine Ausweitung des Programms: „Das Ergebnis wird Ende 2022 so aussehen, dass wir eine starke Überzeichnung des Förderbetrages im Kreis Unna erleben werden. Das wird nicht nur beim Stadtsportverband Lünen so sein, sondern auch bei anderen Stadt- oder Gemeindesportverbänden. Die Sportstättenstruktur im Kreis und ganz besonders im Ruhrgebiet hat diese Finanzspritze dringend gebraucht und wird auch noch weitere Hilfen brauchen bis wir flächendeckend wirklich moderne, inkludierte und digitalisierte Sportstätten haben.“

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In der Stadt Olfen haben bereits Westfalia Vinnum für den Bau eines Umkleidegebäudes und der Olfener TC für die Sanierung der Tennisplätze Finanzspritzen vom Land erhalten. Bald dürfen sich auch die Vereine in der Stadt Selm über Gelder freuen.

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