Selmer Fitnessstudios dürfen Montag öffnen: „Zu schnell und nicht durchdacht“

dzCoronavirus

Abstandsregel und Maskenpflicht – ab Montag dürfen Fitnessstudios wieder öffnen, das Training wird sich aber verändern. Für das Selmer Cleverfit-Studio kommt der Öffnungstermin zu früh.

von Carl Brose

Selm

, 09.05.2020, 06:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fitnessstudios in Nordrhein-Westfalen dürfen nach sieben Wochen Stillstand wieder öffnen. Während immer mehr Geschäfte in den vergangenen Wochen wieder aufmachten, waren die Studios bisher weiterhin geschlossen. Das ändert sich in der kommenden Woche. Am vergangenen Mittwoch (6. Mai) kündigte die Landesregierung neue Lockerungen in der Corona-Krise an. Demnach dürfen auch die Fitnessstudios unter Auflagen bereits ab Montag, 11. Mai, wieder öffnen.

„Wir freuen uns natürlich, dass unsere Mitglieder wieder kommen dürfen. Das Ganze kommt aber zu schnell und ist nicht wirklich durchdacht“, sagt Mina Lorenz, Leiterin des Cleverfit-Studios in Selm. Es seien noch zu viele Dinge unklar vor dem Öffnungstermin am kommenden Montag. „Im Moment weiß keiner genau, welche Maßnahmen definitiv getroffen werden müssen. Aber es wird schon verkündet, dass ab Montag eine Öffnung kein Problem sein soll. Das ist nicht umzusetzen“, so Lorenz in einem Gespräch mit der Redaktion am Donnerstag. Denn bis dahin waren den Studios noch keine genauen Auflagen bekannt, die sie einhalten sollen.

Deswegen plane Lorenz die Öffnung auch erst eine Woche später. Am 18. Mail soll in dem Fitnessstudio wieder trainiert werden. „Wir wollen nichts überstürzen und uns sicher sein, dass wir die nötige Sicherheit gewährleisten können für unsere Mitglieder und Mitarbeiter. Bis dahin werden wir unsere Maßnahmen gut geplant und umgesetzt haben“, sagt Lorenz.

Dabei rechnet sie mit einer großen Veränderung in dem Trainingsalltag: „Abstand halten, Geräte desinfizieren sowie die Schließung von Duschen und Umkleidekabinen – das wird alles auf uns zukommen. Auch mit einer Mundschutzpflicht rechnen wir definitiv. Warum sollte die nicht auch im Fitnessstudio gelten, wenn sie auch beim Einkaufen und im Bus gilt.“

Nur bestimmte Anzahl an Mitgliedern im Studio

Dazu geht Lorenz davon aus, dass sich nur eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern gleichzeitig in dem Studio aufhalten darf. „Wir werden den Einlass über ein Drehkreuz kontrollieren, das stoppt, wenn zu viele drin sind. Das kann natürlich auch zu Unmut unter den Mitgliedern führen. Wenn sie zu uns kommen, aber dann nicht reindürfen. Ein Training dauert ja auch auf jeden Fall eine gute Stunde. Das ist dann nicht wie beim Einkaufen, das man einfach mal zehn Minuten wartet, bis man dann rein darf“, so die Studioleiterin über die geplanten Maßnahmen.

Über das Risiko sich selber anzustecken, denke Lorenz auch nach. „Aber wenn alles gut vorbereitet ist, müssen wir uns keine negativen Gedanken machen. Wir werden nur öffnen, wenn wir das Gefühl haben, dass wir unsere Mitglieder und Mitarbeiter gut genug schützen können.“

Jetzt lesen

Nach der Ungewissheit in den letzten Wochen habe sich bei ihr nach der Meldung am Mittwoch Erleichterung breitgemacht. „Die Situation war sicherlich nicht ganz leicht. Viele Mitglieder haben zwar weiter ihre Beiträge gezahlt, wofür wir sehr dankbar sind. Aber man weiß ja nie, wie das aussehen würden, wenn es jetzt noch ein paar Monate so weitergegangen wäre. Einige Mitglieder wollten ihre Beiträge dann auch nicht mehr zahlen“, sagt Lorenz über die Wochen der Schließung.

Die Personal- und Mietkosten blieben währenddessen weiter bestehen. Bei einer Schließung über den Mai hinaus hätte Lorenz ernsthafte finanzielle Probleme auf das Studio zukommen sehen. Die nun aber aller Voraussicht nach ausbleiben.

Jetzt lesen

In den Zeiten ohne Fitnessstudio wurden vermehrt Online-Angebote genutzt. Einen Relevanzverlust befürchtet Lorenz deswegen aber nicht: „Wir haben das ja selber bemerkt. In den ersten Wochen wurden unsere Home-Workouts, die wir online angeboten haben, noch viel genutzt. Da waren noch alle motiviert. Das hat aber sehr stark abgenommen. Ich glaube, die Menschen warten darauf, dass die Fitnessstudios wieder aufmachen. Da ist es einfacher sich zu motivieren.“

Lesen Sie jetzt
Dorstener Zeitung Hochzeit in der Corona-Krise
„Corona hat uns eine Feier geschenkt!“ - Markus Schnatmann und Annika Böhle haben geheiratet