SC Capelle hat sich stabilisiert und ist seit fast 500 Minuten ohne Gegentor

dzFußball-Kreisliga B

Von der Schießbude der Liga zum Bollwerk: Der SC Capelle hat sich nach dem Abstieg in die B-Liga endlich gefangen und klettert in der Tabelle. Trainer Reinhard Behlert erklärt die Strategie.

Capelle

, 15.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die defensiven Kennzahlen des Fußball-B-Ligisten SC Capelle im Jahr 2019 sind beeindruckend. In der Hinrunde waren vier oder mehr Gegentreffer pro Spiel keine Seltenheit in Capelle, sondern eher traurige Regel. Reinhard Behlert ist es jedoch gelungen, seine Mannschaft defensiv zu stabilisieren.

Die Fakten: Noch bis zur Winterpause lag Capelles Gegentorschnitt bei 3,17 Treffern pro Spiel. Den hat Capelle mittlerweile auf ein Sechstel minimiert. Nur vier Gegentreffer gab es in den acht Ligaspielen seit Februar. Und seit fünf Spielen ist Capelle sogar ganz ohne Gegentor. Die Serie währt nun schon 495 Minuten. Und wäre Dustin Logan damals nicht ein Eigentor unterlaufen, wären es schon 541 Minuten ohne Gegentor - eine Serie, die man in Capelles Geschichtsbüchern bislang vergeblich sucht.

SC Capelle ist schon seit sechs Spielen ungeschlagen

Auch Coach Reinhard Behlert findet die Serie alles andere als selbstverständlich. Der Ex-Torwart ist ein Statistik-Fan und liebte als aktiver Spieler persönliche Rekorde. „Aber an fünf Spiele in Serie ohne Gegentor“ könne er sich auch nicht erinnern. „Das ist schon eine Hausnummer. Die letzten drei Jahre waren wir ja froh, wenn wir zwei Spiele hintereinander nicht verloren haben“, sagt er. Jetzt ist Capelle seit sechs Spielen ungeschlagen, holte zwölf Punkte aus sechs Spielen und kletterte auf Rang 13, von dem der Trainer sagt: „Auf dem Platz sind wir absolut safe.“

SC Capelle hat sich stabilisiert und ist seit fast 500 Minuten ohne Gegentor

Reinhard Behlert war unzufrieden mit der Leistung der Capeller Elf. © Marvin K. Hoffmann

„Die letzten drei Jahre waren wir ja froh, wenn wir zwei Spiele hintereinander nicht verloren haben.“
Reinhard Behlert, Trainer

Dass die Zuschauer gleich drei Mal ein 0:0 zu sehen bekamen, stört Behlert. Denn auch offensiv sei seine Elf eigentlich besser: „Das Chancenverhältnis lag bei 6:1 und 5:1 für uns.“ Nur das Tor traf Capelle nicht.

SC Capelle hält die Gegner fern vom eigenen Tor

Als Behlert im Herbst wieder übernahm, habe er ein Augenmerk auf die angeschlagene Abwehr gelegt. Mit Routinier Benedikt Reckmann stehe jetzt ein spielender Torwart zwischen den Pfosten. Aber warum sich der SCC vorher so viele Gegentreffer fing, ist Behlert schleierhaft. „Verteidigen fängt vorne an und Offensive hinten“, sagt Behlert. Das einfache Rezept: Wenn Capelle den Gegner aus der eigenen Hälfte hält, kommt er seltener vor das Tor.

Auch Rückschläge hat Capelle dabei weggesteckt. Manuel Lachmann zum Beispiel hat sich einen Knorpelschaden zugezogen. Der Mittelfeldmann ist ein Capeller Urgestein und ehemaliger Kapitän, eine Identifikationsfigur. Montag war Lachmann auf dem Weg nach Wuppertal zu einem Spezialarzt. „Ich habe einen stechenden Schmerz gespürt und konnte das Knie nicht mehr belasten. Ich habe mir dann verschiedene Meinungen und ein MRT eingeholt. Es ist ein Stück vom Knorpel abgerissen“, sagte Lachmann, der trotz anstehender Operation noch hofft, Ende Mai wieder Fußball spielen zu können.

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