Saisonabbruch des FLVW im Detail: Stimmzettel lagern im Tresor

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Der Verbandstag des Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) wird aller Voraussicht nach am 9. Juni für einen Saisonabbruch stimmen. Die Saison wäre dann final abgebrochen.

Selm

, 08.06.2020, 16:58 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der 9. Juni ist der Tag der Entscheidung. Dann holt die Zählkommission des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) die Stimmzettel aus dem Tresor in Kaiserau und wertet die Wahl des Verbandstages über den Saisonabbruch aus. Hier erfahren Sie alles, was Sie rund um den Verbandstag wissen müssen.

? Was ist ein Verbandstag?

Der Verbandstag ist das höchste Organ des FLVW und findet in der Regel alle drei Jahre statt. Zuletzt fand ein Verbandstag am 8. Juni 2019 in der Stadthalle Kamen statt. Deshalb ist der Verbandstag in diesem Jahr auch eine außerordentliche Tagung.

? Was wird auf einem Verbandstag entschieden?

Der Verbandstag ist vergleichbar mit einer Mitgliederversammlung, die man aus dem Vereinsleben kennt. Es gibt also auch Berichte, eine Entlastung des Präsidiums auf der Grundlage des Prüfberichtes sowie einen Jahresabschluss. Normalerweise wählt der Verbandstag das FLVW-Präsidium, den Verwaltungsrat, die Ausschüsse und das Sportgericht. Es entscheidet auch über eine Änderung der Satzung und beschließt eingereichte Anträge. Genau darum geht es in diesem Jahr.

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? Über was wird in diesem Jahr konkret entschieden?

Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Saison unterbrochen worden und soll nun abgebrochen werden. Über diesen Antrag entscheidet in diesem Jahr der Verbandstag. Zuvor hat der Verbands-Fußball-Ausschuss einen Vorschlag über das Prozedere des Saisonabbruchs erarbeitet, der auch das Präsidium und die Ständige Konferenz (Präsidium und Kreisvorsitzende) passiert hat und jetzt in den Verbandstag eingebracht wird.

? Wer bildet den Verbandstag?

Der Verbandstag setzt sich aus 149 Delegierten zusammen. Dazu zähen die neun Mitglieder des Präsidiums und die Vorsitzenden der 29 Kreise sowie weitere Delegierte aus den Kreisen, die bei den jeweiligen Kreistagen bestimmt werden. Weiter gehören die Vorsitzenden der Ausschüsse, der Vorsitzende des Verbandssportgerichtes und Vertretern der verbandsangehörigen lizenzierten Vereine des Ligaverbandes sowie aus Ehrenmitglieder zu den Delegierten.

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? Wie läuft der Verbandstag in diesem Jahr ab?

Die Delegierten erhielten per Post Unterlagen für eine Briefwahl. Zudem bot der Verband in mehreren Online-Sitzungen vorab die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren - eine Aussprache per Video. Das ist auch das letzte Mal, dass die Delegierten zusammenkommen. Die Stimmen müssen bis Montagabend, 8. Juni, beim FLVW eingegangen sein.

? Wie sieht der Dienstag, 9. Juni, konkret aus?

Die eingegangenen Stimmzettel werden im Safe des FLVW in Kamen-Kaiserau gelagert. Am Morgen nach dem Ende der Abstimmungsphase wird die sogenannte Zählkommission das Wahlergebnis auszählen. Die Zählkommission besteht aus dem Justitiar Dieter Ostertag, Geschäftsführer Wilfried Busch und Sascha Milejczak, Leiter der Abteilung Finanzen. Anschließend informiert der FLVW die Delegierten, die Vereine und die Öffentlichkeit. Das Ergebnis dürfte am Vormittag bekannt werden. Eine Video-Konferenz der Delegierten, auf der ein Versammlungsleiter begrüßt und dann ein Ergebnis verkündet, gibt es Dienstag nicht.

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? Entscheidet der Verbandstag auch über einen Saisonstart 2020/21?

Nein, das ist nicht Aufgabe des Gremiums.

? Welches Ergebnis wird erwartet?

Zu erwarten ist ein klares Votum für den Saisonabbruch. Darauf deuten die Ankündigungen zahlreicher Kreisvorsitzenden, die sich in Videokonferenzen schon klar für einen Abbruch ausgesprochen haben. Zählt man stimmberechtigte Funktionäre von Präsidium, Ausschüssen und Kreisvorsitzende zusammenzählen, dürfte schon ein Drittel der Stimmen mit „Ja“ ausfallen. Da auch die Kreisvorsitzenden empfehlen, für die Vorlage zu stimmen, ist ein recht eindeutiges Ergebnis für einen Saisonabbruch zu erwarten. Der FLVW ist bei Erwartungen verhalten. Pressesprecherin Maike Ebbert: „Wir warten ab, wie die Delegierten entscheiden.“

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? Was für eine Mehrheit braucht der Beschluss?

Keine Zwei-Drittel-Mehrheit oder andere qualitative Mehrheiten sind notwendig. Nach Auskunft des FLVW genügt eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen, also mehr Ja- als Nein-Stimmen. Sobald 75 Ja-Stimmen erreicht sind, ist die Saison also rechnerisch abgebrochen. Sollten sich nicht alle Delegierten an der Wahl beteiligt haben, auch weniger.

? Wie geht es danach weiter?

Die Einspruchsfrist liegt bei zehn Tagen. Beachten muss der Verband auch die Meldefrist der Mannschaften (15. Juli). Erst danach kann er eine Staffeleinteilung vornehmen, sofern die Politik festgelegt hat, wann die Vereine wieder spielen dürfen. Möglicher Saisonstart für 2020/21 ist im September.

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