Pyrotechnik: SuS Olfen landet vor dem Kreissportgericht - diese Strafe droht jetzt

dzSuS Olfen

Beim Pokalfinale der B-Junioren des SuS Olfen brannten Zuschauer Bengalos ab. Der Fall landet nun vor dem Sportgericht. Doch womöglich wird das Verfahren sogar eingestellt.

Olfen

, 25.11.2019, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rot und grün brannten die Fackeln grell in der Dämmerung, Rauchtöpfe nebelten den Platz ein und am Zaun hingen Spruchbanner mit der Aufschrift „Sektion Suff“ - das Verhalten einiger Zuschauer des SuS Olfen beim B-Junioren-Kreispokal-Finale ruft nun das Kreissportgericht auf den Plan. Dem SuS Olfen droht nun eine Geldstrafe.

Pokalspielleiter und Kreiskassierer Bernd Dönnewald leitete den Spielbericht des Schiedsrichters nach dem Olfener Pokaltriumph an das Kreissportgericht weiter. Denn: „Der Schiedsrichter hat Eintragungen im Spielbericht gemacht“, sagte Dönnewald.

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Jugendliche sollten den Sportplatz mit mitgebrachtem Bier verlassen

Bei den Fans soll es sich Dönnewald um Jugendliche oder junge Erwachsene handeln. Nachdem die Gruppe auf dem Sportplatz ihr mitgebrachtes Bier getrunken habe, habe der Hausherr sie gebeten, das Bier außerhalb des Sportplatzes abzustellen. Daraufhin versammelten sich die Zuschauer hinter dem Zaun, von wo sie weiterhin das Spielfeld sehen konnten. Nach dem 2:1-Pokalsieg ihrer Mannschaft gegen den SuS Stadtlohn zündeten die Zuschauer dann Bengalos an.

Pyrotechnik: SuS Olfen landet vor dem Kreissportgericht - diese Strafe droht jetzt

Rauch und grüne Bengalos - Olfener Fans feierten den Pokalgewinn. © Sascha Keirat

Berni Langener, Vorsitzender des Kreissportgerichts, erklärte, welche Strafe dem SuS Olfen nun droht: „Wir haben es bisher so gehandhabt, dass gezündete Pyrotechnik mit 150 Euro Strafe belangt wird, wenn es keine Verletzten gab und das Spiel nicht beeinflusst wurde.“ Allerdings habe der Verband mit einem Böllerwurf in eine Coachingzone auch schon mit 400 Euro Strafe hart durchgegriffen, erinnert sich Langener an einen Fall.

Sportrichter geht von verhältnismäßig geringer Geldstrafe aus

Langener geht nach Auswertung der Bilder, und ohne dem Sportgericht vorgreifen zu wollen, nur von dem minderschweren Fall aus: „Es sieht nach einer eher geringeren Geldstrafe aus, aber schwere Fälle dulden wir keinesfalls.“

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Unklar ist noch, ob das Kreissportgericht überhaupt zuständig ist. Das werden die Stellungnahmen der Betroffenen und die Auswertungen der Fotos zeigen. „Unser Tun ist in der Regel auf die Sportanlagen konzentriert. Außerhalb der Anlagen ist eigentlich die Polizei verantwortlich“, so Langener.

Pyrotechnik: SuS Olfen landet vor dem Kreissportgericht - diese Strafe droht jetzt

Die Spieler feiern, im Hintergrund steigen die Rauchbomben. © Sascha Keirat

SuS Olfen reagiert zurückhaltend - Polizei klärt auf

Bengalos gehören einer Tabelle der Deutschen Polizeigewerkschaft zufolge zur Kategorie P1 (pyrotechnische Gegenstände, die nicht für Bühne und Theater vorgesehen sind, mit geringer Gefahr). Das Mitführen ist erlaubt, das Abbrennen eine Ordnungswidrigkeit (laut Sprengstoffgesetz). Der Straftatbestand ist dann erfüllt, wenn andere gefährdet oder geschädigt werden.

Der SuS Olfen hielt sich in der Angelegenheit bedeckt. „Es hat Bengalos gegeben, das war aber außerhalb“, sagte Vorstandsmitglied Werner Sander, der eigenen Angaben zufolge recht weit weg stand. Ob die Zuschauer Vereinsmitglieder sind oder bekannt sind, dazu könne Sander nichts sagen. „Wir müssen uns das erstmal in Ruhe angucken“, so Sander.

Langener erklärte, dass es schon Fälle gegeben habe, in denen Vereine Vermögensschäden von bekannten Verursachern eingeklagt haben. Der SuS Olfen könnte eine Strafe für den Verein also weitergeben.

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