Olfener Trainerin wieder auf dem Platz: „Mein Lieblingssport ist nun Abstand halten“

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Mit der Erlaubnis vom Land NRW kann Kaja Briegert endlich wieder als Tennistrainerin für den Olfener TC arbeiten. Durch das Coronavirus wurde sie in die Zwangspause geschickt, die sie aber gut genutzt hat.

Selm, Olfen

, 14.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Monate hat Kaja Briegert auf diesen Tag gewartet. Und diesen Montag war es dann endlich soweit, die Tennistrainerin stand endlich wieder auf dem Platz des Olfener TC, um ihrer Arbeit nachzugehen. Denn seit dem 7. Mai ist der Sport- und Trainingsbetrieb im kontaktlosen Breiten- und Freizeitsport, dazu zählt neben Tennis unter anderem auch Golf und die Leichtathletik, wieder erlaubt. Vorausgesetzt der Sport findet auf öffentlichen oder privaten Freiluftsportanlagen oder im öffentlichen Raum statt.

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Da das bei dem Tennisplatz in Olfen der Fall ist, scheint die Zwangspause für Briegert nun erst einmal vorbei zu sein. Bevor die ganzen Maßnahmen durch das Coronavirus auch den Sport erreicht haben, trainiert die 50-Jährige jung und alt, acht Stunden am Tag, sechs Mal in der Woche. Dann ging es plötzlich ganz schnell, von 100 auf 0. Kein Training bedeutete keine Arbeit und kein geregelter Tagesablauf mehr. „Das war wirklich schlimm, und daran musste ich mich erst einmal gewöhnen“, erklärt die Tennistrainerin. Ihre Gefühle schwankten in den vergangenen Wochen immer wieder zwischen Traurigkeit und der Frage, wann es nun endlich wieder los geht, sowie der Hoffnung, dass vom Land NRW ein klarer Starttermin festgelegt wird, auf den Briegert hinarbeiten kann.

Zeit der Pause gut genutzt

In der Zwischenzeit suchte sich die Olfenerin viele Alternativen, um auf der einen Seite fit zu bleiben und sich auf der anderen Seite einen klaren Zeitplan für den Alltag zu erstellen. „Ich bin Fahrrad gefahren, obwohl ich davon eigentlich gar kein großer Fan bin, und hab Gartenarbeit gemacht, die selten auf meinem Plan steht“, erzählt sie und lacht. Sie hat die Pause aber auch genutzt, um viel Zeit mit der Familie zu verbringen und einmal runter zukommen mit einem guten Buch. „Ich wollte trotz der Krise schöne Sachen machen.“ Aber all das war für die 50-Jährige kein wirklicher Ersatz für die Arbeit, die sie jeden Tag vermisst hat.

Als am 7. Mai dann der Startschuss fiel, wurden viele E-Mails und Anrufe getätigt, um alle Kursteilnehmer direkt zu benachrichtigen. Schon zuvor hat Briegert zu Hause die Kurse weiter geplant und bestimmte Konstellationen auf dem Platz durchgespielt. Diesen Montag ging es mit dem Training los, von 0 auf 100. Die frohe Botschaft stieß auf pure Begeisterung. „Das war ein großes Hurra, denn alle haben den Sport vermisst und wollten wiederkommen.“ Wie vorher lässt sich aber nicht ganz trainieren, alle Regeln müssen eingehalten, eine Maske zum Glück nicht getragen werden. „Mein Lieblingssport ist nun Abstand halten“, witzelt Briegert. Der Olfener Tennisplatz ist aber groß genug, sodass sich niemand in die Quere kommt.

Soforthilfe als Sicherheitsmaßnahme

Natürlich gab es durch die zweimonatige Zwangspause bei Briegert auch finanzielle Einbußen. Deswegen hatte sie als Sicherheitsmaßnahme direkt die Soforthilfe beantragt, die auch relativ schnell bei ihr ankam. „Ich muss nun schauen, wie groß meine Verluste sind und wie weit ich das Geld dann dafür ausnutzen werde.“ Alles weitere wird dann mit dem Steuerberater besprochen. Briegert hofft nun, dass die Erlaubnis wieder zu trainieren nicht wieder zurückgenommen wird und ihre Arbeit erneut gestoppt oder eingeschränkt wird.

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