„Nicht schon wieder Nordkirchen“ - Dortmunder Klubs nicht gerade begeistert von neuer Staffel

dzFußball

Begeisterung sieht anders aus: Dass der FC Nordkirchen wieder Gegner einiger Dortmunder Teams ist, kommt überraschend. Ein Team kann sich noch gut an die Duelle erinnern.

Nordkirchen, Olfen

, 23.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Staffeleinteilung war eine große Überraschung: Der SuS Olfen und der FC Nordkirchen treffen in der kommenden Fußball-Bezirksliga-Saison auf Dortmunder und Castrop-Rauxeler Teams, Waltrop und Lüdinghausen. In Olfen und Nordkirchen zeigten sich die Vertreter zumindest nicht euphorisch, hatten beide Vereine doch mit einer anderen Zuteilung gerechnet. Doch auch in Dortmund hielt sich die Begeisterung in Grenzen.

Der Grund dafür: weniger Derbys. Die Zahl der Stadtduelle ist nun geringer. Acht Dortmunder Klubs spielen in der Bezirksliga 9, nur vier in der Bezirksliga 8. Immerhin spielen fünf weitere Teams aus Lünen und Schwerte, die auch zum Fußballkreis Dortmund gehören, ebenfalls in der Bezirksliga 8 - doch echte Derbys sind das nicht.

Marc Risse, Trainer des TuS Eichlinghofen (Bezirksliga 9), erwartet weitere Fahrten in der neuen Liga. „Mein erster Impuls, als ich von der Ligeneinteilung gehört hatte, war: ‚Warum werden wir Dortmunder voneinander getrennt?‘. Ich hätte gerne die Duelle gegen Aplerbeck II oder Körne gehabt, darauf freut man sich doch. Mein zweiter Impuls war: ‚Nicht schon wieder Nordkirchen‘“, sagt Risse.

FC Nordkirchen ist bekannt in Eichlinghofen

„Nordkirchen hat immer viel investiert. Das ist für mich ein Ligenprimus, außerdem sind die Fahrten weit“, so Risse weiter, der aber auch den FLVW in Schutz nimmt: „Die haben einen richtig schwierigen Job und können es ja nicht jedem Recht machen.“

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Stichwort weite Fahrten: Die erwarten den TuS vor allem ins Münsterland. Vom Eichlinghofer Sportplatz bis nach Nordkirchen dauert die kürzeste Anfahrt knapp 50 Minuten beziehungsweise knapp 50 Kilometer (Quelle: Google Maps). Ähnlich weit ist die Strecke zu Union Lüdinghausen. Der TuS muss sich auf eine Fahrzeit von einer guten Dreiviertelstunde einstellen (41 Kilometer, Quelle: Google Maps).

Auch zum SuS Olfen ist die Strecke mit rund 33 Kilometern und knapp 40 Minuten kein Zuckerschlecken. „Für Bezirksliga-Verhältnisse sind das weite Fahrten. Aber man muss es so nehmen, wie es kommt. Wir müssen bei den weiten Auswärtsfahrten viel Zeit einplanen und die Landschaft genießen“, sagt Risse.

Aufsteiger freut sich auf die lokale Nähe

Thomas Faust, Trainer des Aufsteigers BW Huckarde (Bezirksliga 9), nimmt die Einteilung sportlich. „Es ist natürlich schade, dass einige Dortmunder Klubs weg sind. Es ist aber gut, dass wir zumindest mit acht Dortmunder Teams in der Liga spielen. Wir haben auch die Castroper in der Liga, die direkt nebenan sind. Damit kann ich leben“, so der Coach.

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„Die Einteilung gefällt mir gar nicht“, sagt Hamsa Berro, Trainer des TuS Hannibal (Bezirksliga 8). „Jeder Dortmunder möchte doch gerne die Derbys haben, wegen der Zuschauerzahlen und auch wegen der Fahrzeiten. Ich fahre doch lieber mal nach Mengede oder zu Germania, als zu den anderen neuen Klubs“, sagt Berro.

Ungewohnt für Castroper Teams

In Castrop reagierte man zwiegespalten auf die Einteilung. Dennis Dannemann, Spielertrainer der SG Castrop (Bezirksliga 9), sagt: „Dass die Recklinghäuser Clubs wegfallen, ist sehr ungewohnt für uns. Die Spielbeobachtung bei diesen Gegnern ist für uns jetzt leider vollkommen nutzlos. Auf den ersten Blick scheint es eine ausgeglichene Liga zu sein. Ich freue mich auf unsere zwei Derbys. Dass jetzt Olfen, Nordkirchen und Lüdinghausen bei uns sind, ist durch die Nähe zu Waltrop plausibel.“

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Die erste Reaktion von Dennis Hasecke, der Coach der Spvg Schwerin, war: „Das ist eine richtig starke Liga. Das sind richtige Brocken dabei. Wir freuen uns auf diese Herausforderung.“ Im vergangenen Jahr gab es nur zwei Überflieger in der Staffel 9. Jetzt haben viele Teams richtig Qualität. Hasecke: „Wir aber auch. RW Germania hat zum Beispiel zuletzt eine starke Saison gespielt.“

Schwerin ist über die neue Zuteilung gar nicht traurig. Der Klub hatte schon einmal Antrag gestellt, weil er in die Dortmunder Gruppe wollte. Damals wurde nichts draus.

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