Oliver Freitag zum Cheftrainer von Union Lüdinghausens Volleyballerinnen befördert

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Veränderung liegt bei den Regionalliga-Frauen des SC Union Lüdinghausen in der Luft. Mit Oliver Freitag kommt nämlich in der kommenden Saison ein neuer Cheftrainer auf sie zu, der auch einige neue Ideen mitbringt.

von Florian Levenig

Lüdinghausen

, 16.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Abschiedsworte an die zweite Mannschaft des SC Union Lüdinghausen musste Oliver Freitag vom Blatt ablesen – „sonst wären wahrscheinlich ein paar Tränen geflossen“. Was einerseits vermuten lässt, dass dieser Mann, sonst nie um einen kernigen Spruch verlegen, im Herzen doch ein Softie ist. Und andererseits zeigt, mit welcher Leidenschaft er seinen Job versieht. Genau das war für die Union-Verantwortlichen ein ganz wesentlicher Punkt, als sie Freitag jetzt zum Cheftrainer der Regionalliga-Frauen beförderten.

„Natürlich versteht Oliver eine Menge von Volleyball. Zudem bildet er sich ständig weiter und hat mit großem Erfolg unsere Reserve sowie die NRW-Liga-U 18 gecoacht. Aber er ist eben auch ein guter, emotionaler Typ, der fast immer die passenden Worte findet“, lobt Union-Abteilungsleiter Dirk Havermeier seinen neuen leitenden Bankangestellten. Eine erste Mannschaft auf diesem Niveau zu coachen: Für Freitag ist das – trotz seiner großen Erfahrung eine Premiere.

Angst vor dem Neuen hat er indes nicht: „Von der Teamstruktur her ist die Zweite ja gar nicht viel anders.“ Auch dort gebe es erfahrenere Spielerinnen wie hoffnungsvolle Talente. Ein paar davon hat er als Lüdinghauser Nachwuchstrainer selbst ausgebildet, den Rest der Truppe kennt er, da er in der Vorsaison des Öfteren Danuta Brinkmann assistierte.

Team-Trainer aber kein Kumpel-Typ

Ein bisschen was habe er sich von seiner Vorgängerin abgeschaut, bestimmte Dinge werde er anders machen. Kommunikativ(er) wolle er sein, die Damen bei seinen Entscheidungen mit ins Boot holen. Er verstehe sich als „Team-Trainer“.

Nicht zu verwechseln mit Kumpel-Typ: Zwar war an den Auftritten der Reserve, die er 2018 souverän in die Verbandsliga und dort in der abgebrochenen Saison überraschend zur Vizemeisterschaft führte, selten was auszusetzen. Aber nach der einzig schwachen Darbietung in der Aufstiegssaison „haben sich die Mädels gewundert, dass der nette Olli auch anders kann“.

Große personelle Änderungen wird es zwei Ligen höher nicht geben. Kapitänin Pia Fuchs, von Ligarivale Herten heiß umworben, bleibt in Lüdinghausen. Libera Rebekka Angenendt tritt berufsbedingt kürzer, für die Verbands-Auswahlspielerinnen Nele Broszat und Meret Singer (erhält unter Umständen ein Doppelspielrecht) hat die Arbeit beim VCO Münster Vorrang.

Mit ein, zwei potenziellen Verstärkungen sind Freitag und Havermeier in Verhandlungen. Der Coach hätte gerne „eine Außen- oder Diagonalangreiferin – nicht weil es uns auf den Positionen an Qualität fehlt, sondern weil die Belastung 2020/21 deutlich höher sein wird.“ Gab es zuletzt elf Regionalliga-Teams, so werden es zur neuen Spielzeit (soll am ersten Septemberwochenende beginnen) 14 sein.

Keine Zitterpartie am Ende ist das Ziel

Die Staffel legt also Corona-bedingt an Masse zu (es gibt keine Absteiger), aber nicht an Klasse, glaubt Freitag: „Herten ist erster Titelanwärter, dahinter ist vieles möglich.“ Er hoffe, dass es nicht wieder so eine Zitterpartie wird und „wir auf einem einstelligen Platz landen“. Außer in der einen Saison unter Vorvorgänger Michael Spratte (2017/18) musste Union in den Vorjahren stets bis zum Ende um den Ligaverbleib bangen.

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