Mit Chips auf der Couch statt mit dem Ball am Fuß: PSV Bork verzichtet aufs Fußballtraining

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Obwohl im Kreis Unna trotz Saisonpause trainiert werden dürfte, verzichtet der PSV Bork darauf. Andernorts läuft die Saison weiter. Für den Umgang mit Zuschauern kritisiert Trainer Sanmi Ojo ein Spiel in Lünen.

Bork

, 23.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 11. Oktober ist der Spielbetrieb in der Fußball-Kreisliga B2 im Kreis Unna-Hamm ausgesetzt. Der Trainingsbetrieb darf kontaktlos unter Einhaltung der Corona-Schutzverordnung weiterhin stattfinden. Bei den Männern des PSV Bork findet trotzdem kein Training statt.

„Momentan trainieren wir nicht als Mannschaft. Das halten wir nicht für sinnvoll“, sagt Trainer Sanmi Ojo. Beim PSV Bork sei trotz der Erlaubnis des Kreises Unna auch gar kein Spiel- und Trainingsbetrieb erlaubt, da der Verein die Plätze gesperrt habe.

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Unabhängig von der Platzsperre würde Ojos Team auch von sich aus aufs Training verzichten. „Leute in unserem Alter würden Corona wohl gut vertragen. Manche Spieler leben aber noch mit ihren Eltern oder haben wie ich Frau und Kind im Haushalt. Für die würden wir eine Gefahr darstellen.“

Ganz auf Sport sollen die Spieler aber nicht verzichten. Es gebe eine Whatsapp-Gruppe, in die Übungen gestellt werden. Auch Lauftraining sei gewünscht. Der Trainer weiß aber auch: „Ich kenne mich noch, als ich 20 war. Da würde ich mir auch denken: Schön, danke, aber ich sitze lieber mit einer Chipstüte auf der Couch.“

Das kreisweite Verbot läuft bis zum 25. Oktober

Wenn der Trainingsbetrieb weitergehen könnte, rechne Ojo damit, dass jeder fünf, sechs Kilo mehr wiege. Davon würde sich der Trainier nicht ausnehmen, gibt er zu. Wann es wieder so weit sein werde, sei unklar. Unabhängig von den Vorgaben des Landes oder Kreises würde Ojo auf das „Go“ des Vorstands warten. „Wenn der Vorstand wieder den Trainingsbetrieb zulässt, würde ich aber erst mit der Mannschaft sprechen, ob wir kontaktfrei oder als nur Laufgruppe trainieren.“

Ojo persönlich hofft, dass der Spielbetrieb bald, hoffentlich kommende Woche, weitergehen könne, aber das sei für ihn schwer vorzustellen. Am 25. Oktober läuft das kreisweit ausgesprochene Verbot des Kreises Unna für Kontaktsportarten aus. Seine Vermutung ist aber, dass dieses Jahr gar nicht mehr gespielt werde. Die Frage, die sich für ihn dann stellen würde: Wird die Saison überhaupt weitergeführt?

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„Selbst, wenn die Saison in ein, zwei Monaten weitergeht, fängt jeder Spieler bei Null an.“ Dass in manchen umliegenden Städten noch gespielt werde, sieht Ojo mit Blick auf Spielerwechsel locker. „Ich bin froh, dass wir eine clevere Mannschaft haben und keiner nach Dortmund wechselt, um noch ein paar Spiele zu machen“, sagt er und lacht.

Das Lüner Derby fand noch vor 400 Zuschauern statt

In Bezug auf den noch laufenden Spielbetrieb in manchen Ligen ist der Bork-Trainer aber ernst. „Ich habe Unverständnis dafür, dass noch Zuschauer kommen dürfen.“ Konkret macht er seine Kritik am Derby in Lünen zwischen BW Alstedde und Westfalia Wethmar am 10. Oktober fest. Einen Tag bevor der Spielbetrieb im Kreis Unna unterbrochen wurde. Über 400 Zuschauer waren vor Ort.

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„Sowas hätte es in Selm und Bork nicht gegeben. Das war unverantwortlich“, ist sich Ojo sicher.

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