Meinungen zu Regeländerungen im Amateurfußball gehen bei den Klubs auseinander

Fußball

Der vierte Wechsel kommt - und dazu noch eine umstrittene Regelung eines Punktabzugs bei Nichtantretens. Was die Vereine davon halten, lesen Sie hier.

Selm, Nordkirchen, Olfen

, 10.04.2019 / Lesedauer: 2 min
Meinungen zu Regeländerungen im Amateurfußball gehen bei den Klubs auseinander

Murat Cengiz (l.) und Sebastian Middeke (r.) - ein Bild vom Aufstiegsspiel der Olfener vor vier Jahren. Der eine kommt, der andere geht. Ab der neuen Saison erlaubt der Verband einen vierten Wechsel. © Patrick Schröer

Die Einführung des vierten Wechsels im Amateurfußball sowie ein Punktabzug bei Spielabsagen im Mai - zwei Regeländerungen, die der Fußballverband am Mittwochvormittag offiziell bestätigt hat. Das Echo bei den heimischen Fußballvereinen ist uneinig.

Franz-Josef Dornhege, Abteilungsleiter Fußball beim SV Südkirchen, begrüßt den vierten Wechsel, der schon ab der kommenden Saison eingeführt wird: „Ich sehe das sehr positiv. Man hat neue Möglichkeiten und ist variabler“, sagt Dornhege. Beim Wort „Punktabzug“ schnauft Dornhege tief durch. „Keine Mannschaft sagt freiwillig ein Spiel ab. Wir kleinen Vereine sind da häufiger betroffen“, erklärte er. Der Effekt, der eintrete, sei: Mannschaften würden sich mit acht Spielern auf den Platz stellen und dann irgendwann das Spiel abbrechen. Dann würde es keinen Punktabzug geben, weil die Mannschaft angetreten ist. Es gebe lediglich ein Ordnungsgeld und eine Niederlage auf dem Konto.

Vierter Wechsel ist interessant für die Vereine

SuS Olfens Kreisliga-Trainer Michael Krajczy findet die Option, zum vierten Mal wechseln zu können, ebenfalls gut. Bei Spielabsagen wundert er sich: „Kommt das öfter vor? Für uns kommt das nicht infrage.“ Doch bei längerem Überlegen kommt er doch zum Schluss, dass die neue Regel „in Ordnung“ sei, wenn Mannschaften aufgrund von vorgezogenen Abschlussfahrten Spiele ausfallen lassen.

Dem schließt sich auch Philipp Wiesmann, Sportlicher Leiter von A-Ligist Grün-Schwarz Cappenberg, an. „Wenn es bei Mannschaften um Abstieg oder die Meisterschaft geht, ist es Wettbewerbsverzerrung“, so Wiesmann. Den vierten Wechsel als taktisches Mittel findet er auch gut: „Es ermöglicht dem Trainer noch einmal, einen neuen Impuls zu setzen.“ Er habe bereits mit Coach Pascal Harder gesprochen, der die Änderung begrüßte. „Es setzt natürlich voraus“, so Wiesmann, „dass man immer vier Mann auf der Bank hat. Und das war bei uns nicht immer der Fall.“

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