Joel und Philipp Grodowski wollen in dieser Saison „wieder richtig durchstarten“

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Die beiden Borker Brüder stehen vor völlig neuen Herausforderungen und hoffen auf eine erfolgreiche Saison. Am Sonntag standen sie erstmals zusammen in der Startelf - wenn auch auf anderen Hälften.

von Nico Ebmeier

Bork

, 10.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

So unterschiedlich die Geschichten der beiden Borker Brüder Joel und Philipp Grodowski doch aussehen, so ähnlich sind die Ausgangslagen für die jetzige Saison. Es soll wieder aufwärts gehen - sowohl in der Oberliga als auch in der Regionalliga.

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Es klingt fast unglaublich: Zum allerersten Mal spielten die beiden Brüder wirklich gegeneinander. Denn als am Sonntag die Hammer Spielvereinigung den Regionalligisten Preußen Münster zum Test empfing (1:0 für Münster) stand auf beiden Seiten der Name „Grodowski“ auf dem Startelf-Zettel. Das hatte es so vorher noch nie gegeben - einzig im März 2019 kam Philipp (damals RW Ahlen) zu drei Minuten in der Oberliga gegen seinen Bruder (damals Hammer Spvgg). Sonst sahen sich beide seit Borker Zeiten noch nicht auf dem Platz.

„Das sind dann schon diese Spiele, wo du zu 150 Prozent motiviert bist. Dafür lebst du als Fußballer“, denkt Philipp Grodowski an Sonntag zurück. „Das macht natürlich nochmal mehr Spaß. Es freut mich so sehr, dass er wieder zurück ist“, fügt Bruder Joel hinzu.

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Denn klar ist: Der Weg von Philipp zurück in den oberen Amateurbereich war lang - sehr lang. Zu Beginn der vergangenen Saison ging er freiwillig aus Ahlen in die Kreisliga A zurück. „Ich wollte mir ein Jahr lang Zeit für meine Familie und mein Baby nehmen. Dann aber wieder voll durchstarten“, sagt der 25-Jährige. Doch dieser Plan schien zu kippen. Zu Saisonbeginn riss er sich das Kreuzband und viel fast ein Drei-Viertel-Jahr aus.

„Die Verletzung hat alles viel schwerer gemacht. Ich habe mit einigen Regional- und Oberliga-Clubs gesprochen und niemand wollte wirklich das Risiko mit meinem Knie eingehen“, erklärt der Verteidiger. Niemand außer eben die Hammer Spielvereinigung. Der Oberligist steht nach einer völlig verkorksten Saison vor einem Umbruch - holte neben Philipp Grodowski noch 15 weitere Neuzugänge und hofft nun auf eine bessere Saison.

Philipp Grodowski (r.) möchte sich in der Oberliga wieder beweisen.

Philipp Grodowski (r.) möchte sich in der Oberliga wieder beweisen. © Henning Wegener

Den Kontakt brachte damals Bruder Joel, der ein Jahr vorher gerade von der Spielvereinigung weg gewechselt war. „Sie haben mich dann angerufen und haben gefragt, was Philipp für ein Spieler ist. Ich habe dann ehrlich geantwortet und erklärt, dass er extrem stark an seinem Comeback arbeitet und dass ich mir sicher bin, dass er einer der besten Verteidiger in der Oberliga sein wird“, so der Stürmer.

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Und zumindest beim Test gegen den klassenhöheren Club aus Münster machte Philipp Grodowski schon mal Eindruck. „Er hat richtig, richtig gut gespielt. Ich hoffe sehr, dass er verletzungsfrei bleibt und es für ihn dann vielleicht nochmal etwas höher geht.“ Denn bei beiden Brüder ist immer noch dieser eine kleine Traum im Hinterkopf: „Wir würden super gerne noch einmal zusammen Fußball spielen“, spricht ihn Philipp Grodowski aus. Doch bis dahin müsse man erstmal abwarten und wieder reinkommen - und immer schauen, was der Bruder so leistet.

Dieser steht nämlich vor einer ähnlichen Herausforderung. Nach einer schwachen Saison stand für Joel Grodowski und Preußen Münster im vergangenen Jahr der Drittliga-Abstieg zu Buche. Nur insgesamt acht Spieler blieben beim Traditionsclub - einer davon ist eben der Borker Stürmer.

Joel Grodowski hofft, auch in der Regionalliga jubeln zu können.

Joel Grodowski hofft, auch in der Regionalliga jubeln zu können. © Jürgen Peperhowe

„Es war für mich schon eine gute erste Saison (15 Einsätze, ein Tor) bei Münster und ich fühle mich einfach sehr wohl hier. Jetzt, wo sehr viele Stammspieler gewechselt sind, sehe ich meine große Chance und möchte unbedingt durchstarten“, so der 22-Jährige. Dabei ist die Regionalliga für den Borker noch völliges Neuland. „Es ist eine sehr spannende Liga und mit Sicherheit auch die beste vierte Liga Deutschlands. Da spielen viele ambitionierte Traditionsclubs wie Oberhausen oder Essen und starke Zweitvertretungen mit. Das könnte richtig Bock machen.“

Von einem schnellen Wiederaufstieg möchte der jüngere Bruder auch deshalb noch überhaupt nicht sprechen: „So etwas kann man zu Beginn noch gar nicht sagen. Wir haben zwölf Neuzugänge und kommen in eine neue Liga. Erstmal freue ich mich, wieder richtig Fußball spielen zu können und dann schauen wir mal.“

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