Heute vor 65 Jahren wurde die A-Jugend des BV Selm Westfalenmeister

dzFußball

Torhüter Leuthold Lezius und seine Selmer feiern heute das 65-jährige Jubiläum ihres Westfalenmeister-Titels. Vor 3500 Zuschauern besiegte die A-Jugend des BV Selm den TuS Netphen mit 1:0.

Selm

, 05.06.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Konzentriert steht BV Selms Schlussmann Leuthold Lezius heute vor exakt 65 Jahren zwischen den Pfosten beim A-Junioren-Endspiel der Westfalen-Meisterschaft. 22 Spieler spüren ein Gefühl aus Aufregung und Gänsehaut, vor allem aber verspüren sie das Gefühl, dass heute Geschichte geschrieben werden kann.

Für noch mehr Anspannung sorgen die knapp 700 Fans der Auswärtsmannschaft, die per Sonderzug aus Netphen verspätet am Selmer Bahnhof ankommen. Die Partie startete entsprechend erst 15 Minuten später. 3500 Zuschauer stehen auf einer Schräge. Lezius befindet sich genau in der Mitte seiner Behausung für die nächsten 90 Spielminuten.

„Ich blieb auf der Linie, das war früher so“, sagt Lezius, der den Duisburger und Weltmeister von 1954 Anton „Toni“ Turek zu seinen größten Vorbildern zählt. Im Selmer Stadion schaffte seine Mannschaft auf laut Lezius „schäbigem Rasenplatz mit Stolperrasen außen“ am Ende das Unglaubliche und gewann mit 1:0.

Rechts schreiben, links werfen

Dabei war die hauchdünne 1:0-Führung bis zur Schlussphase immer wieder in Gefahr, doch Lezius blieb stets Herr der Lage: „Da gibt es noch Fotos von, wie ich einem Zwei-Meter-Mann kurz vor Schluss noch den Ball im staubigen Gras vom Fuß genommen und festgehalten habe“, sagt Lezius. Er habe damals auf den richtigen Moment gewartet, „und als er sich den Ball dann zu weit vorgelegt hat, habe ich ihm den Ball abgenommen: Das nennt man Instinkt“, sagt Lezius mit einem Zwinkern.

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Er brauchte für die Teilnahme am Spielbetrieb der A-Junioren eine Sondergenehmigung des Verbands. „Ich war erst 15“, sagt Lezius. Der 80-Jährige packt, wirft und schießt mit der linken Hand respektive mit dem rechten Fuß, schreibt aber mit der eigentlich schwächeren Rechten: „1947 habe ich in der Schule auf die Finger gekriegt, weil ich mit links geschrieben habe. Ich musste dann mit rechts schreiben lernen“, erklärt Lezius. Das hat ihn nie daran gehindert, die Wurfstärke seiner starken Linken bis hoch in die Oberliga unter Beweis zu stellen, beim ISV aus Ibbenbüren.

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