„Generationsproblem“ - Das sagt André Kracker (45) zur Trennung vom PSV Bork

dzPSV Bork

Nach der Trennung vom PSV Bork hat Ex-Trainer André Kracker seine Sicht der Dinge dargelegt. Für die erste Mannschaft erhofft er sich jetzt einen neuen Impuls.

Bork

, 12.11.2019, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

André Kracker ist nicht mehr Trainer des PSV Bork. Nach der Trennung am Montag zeigte sich der 45-Jährige verständnisvoll. Er machte ein „Generationsproblem“ zwischen Teilen der Mannschaft und ihm aus und sprach von „unglücklichen Verkettungen“.

Kein Nachtreten, kein böses Blut, aber auch keine hörbare Enttäuschung - Ex-Coach André Kracker gab am Dienstagmittag Einblicke in sein Seelenleben, wie er die sofortige Trennung vom PSV Bork verdaut hat.

Beim zweistündigen Scheidungsgespräch am Montagabend im Vereinsheim in Bork soll es ungewöhnlich herzlich zugegangen sein, wie der Ex-Trainer im Gespräch erklärte. „Es war sehr emotional, sehr bewegend. Wir haben ein gutes und freundschaftliches Verhältnis“, betonte Kracker. Es habe viele Umarmungen zum Abschied gegeben. „Das habe ich auch schon anders erlebt mit zwei Sätzen am Telefon“, sagte Kracker, der auch weiter zur Aufarbeitung beitragen wolle.

Es geht nicht um André Kracker, sondern um den PSV Bork

Nein, so war es beim PSV am Montagabend offenbar nicht. „Wir haben die Situation analysiert. Es geht um die Sache“, sagte Kracker, „der Verein und ich möchten einen Impuls setzen, um Kräfte zu mobilisieren, damit einige wieder Lust auf Fußballspielen bekommen.“ Beim PSV Bork sei Kracker ansonsten sehr zufrieden gewesen. Er lobte die Vereinsführung als tolles Team. „Ich wäre den Weg weitergegangen, mit jungen Spielern in einer schwierigen Situation“, so Kracker.

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Er bezeichnete den Saisonverlauf jedoch als unglücklich und hob nach Verletzungspech und ärgerlichen Punktverlusten insbesondere die Personalpolitik hervor. „Ich bin überzeugt, dass der Weg, Jugendliche zu integrieren der richtige ist. Aber ich persönlich bin auch unzufrieden, wenn ich mir jede Woche Gedanken machen muss: Wen stelle ich auf?“ Oft musste Kracker den Kader mit Jugendspielern und Altherrenakteuren auffüllen - insgesamt schon 29 verschiedene Spieler.

André Kracker hat Unruhe im Kader des PSV Bork festgestellt

Zuletzt sei es unruhig im Kader gewesen. Knackpunkt in den Augen des Ex-Trainers war das Spiel gegen den SuS Rünthe, in dem der PSV Bork eine 2:0-Führung verspielte. Kracker: „Natürlich haben Spieler und Trainer manchmal unterschiedliche Ansichten. Dass der eine oder andere Spieler unzufrieden ist, gehört dazu.“

Ob er als Trainer etwas anders machen würde, wenn er noch einmal die Chance in Bork bekäme? Kracker wich aus. „Es ist zu früh, dass zu beurteilen. Es ist ja keine 24 Stunden her. Das muss ich für mich in Ruhe analysieren“, so Kracker am Dienstagmittag.

Suspendierungen waren in André Krackers Augen kein Fehler

Ein Dorn im Auge sei ihm jedoch die Disziplin einiger Spieler gewesen. Die Suspendierungen von René Schickentanz und Joshua Schubert verteidigte er deshalb. „Fakt ist, dass die Generation heute anders ist, was nicht nur beim PSV so ist. Es ist ein Generationsproblem. Es fehlt mir bei einigen die Einstellung und damit tue ich mich schwer“, sagte Kracker, der im Durchschnitt 20 Jahre älter als seine Spieler ist.

Und deshalb ließ Kracker auch offen, wann und ob er überhaupt wieder ein Amt im Amateurfußball bekleiden möchte. „Grundsätzlich kann ich mir alles vorstellen, aber grundsätzlich auch wieder nicht“, sagte Kracker.

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