FC Nordkirchen präsentiert sich als schlechter Verlierer

dzKommentar

Nach dem Spiel gibt man sich die Hand. Nordkirchens Trainer sah dazu keinen Grund und beschimpfte stattdessen den Gegner. Der FC Nordkirchen sollte lieber an eigenen Problemen arbeiten.

Nordkirchen

, 03.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Wer seine Hausaufgaben in der Schule nicht macht, der darf sich hinterher nicht beschweren, wenn die Klausur eine schlechte Note mit sich bringt. Peinlich und unprofessionell ist vor allem die Posse um Patrick Trawinski: Dass ein Bezirksligist das Regelwerk nicht genau kennt, darf nicht passieren. Den Fehler versuchte man hinterher auf den Staffelleiter abzuwälzen. Der hatte in der Halbzeitpause auf Nachfrage dieser Redaktion erklärt, dass Stürmer Trawinski seit Donnerstag nicht mehr gesperrt sei.

Wethmar war besser eingestellt

Schlecht vorbereitet war Nordkirchen auch auf Gegner Wethmar. Ja, es ist richtig, dass ein dominantes Team seine Spielweise durchbringen möchte. Gegen Wethmar war Nordkirchen aber nicht richtig eingestellt. Trainer Jaber gab zu, dass man sich mit dem Gegner im Vorfeld nicht beschäftigt habe. Umgekehrt war Wethmar aber gut auf Nordkirchen vorbereitet. Die Folge war: Wethmar funktionierte taktisch viel besser als Nordkirchen - und der FCN wusste mit dem vielen Ballbesitz nichts anzufangen, weil Wethmar dicht gestaffelt stand.

Und dann ist da die Frage nach der Startelf. Richtig war, dass Jaber die Spieler mit Fehlzeiten draußen ließ. Er reagierte diesmal nur viel zu spät. Erst, als das bewährte Personal um Mrowiec, Lünemann und Trawinski auf dem Platz war, warf Nordkirchen offensiv den Turbo spürbar an. Die Unterzahl war aber ein Handicap.

Womit wir bei den Undiszipliniertheiten sind: Robin Schwicks Ampelkarte geht in Ordnung, auch wenn die erste Gelbe Karte für einen Kommentar überzogen war. Sparen kann er sich diesen trotzdem. Und als die Schlussphase anbrach, war Nordkirchen taktisch auch nicht sehr diszipliniert in der Rückwärtsbewegung. Wethmar spielte den Angriff geduldig aus, bis Joker Sören Dvorak an Ort und Stelle war und zubiss. Autsch!

Kein guter Verlierer

Als guter Verlierer präsentierte sich Nordkirchen nicht. Trainer Issam Jaber beteiligte sich mindestens genauso an Provokationen wie Andreas Przybilla, dem Jaber ständiges Reinrufen vorwirft. Dass Jaber ihn als „Glatze“ und „Affe“ beschimpfte, zollt nicht von dem Respekt, von dem Jaber selbst oft spricht. Er sagt zwar, dass Nordkirchen ein fairer Verlierer ist, sein Verhalten ließ das aber diesmal nicht erkennen. Da muss sich Jaber im Griff haben und Vorbild sein.

Stattdessen waren Schiedsrichter und gegnerische Trainer Ziel der Attacken. Nicht zum ersten Mal. Fair ist das nicht. Denn hauptverantwortlich dafür, dass die Top-Mannschaft Nordkirchen ein zweites Mal in dieser Saison gestolpert ist, waren weder Schiedsrichter noch Sündenbock Przybilla - Nordkirchen hat das wie bei der ersten Saisonniederlage gegen Körne selbst vergeigt. Fazit: Diese Niederlage war vermeidbar.

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