Erste Vereine bereiten sich auf die Lockerungen am Tag X vor

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Vor allem die Tennisvereine hoffen auf eine Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs. Der Verband gibt bereits die Empfehlung, sich vorzubereiten. Dem kommen die Vereine auch nach.

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 26.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erste heimische Sportvereine bereiten sich auf die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes nach dem Herunterfahren des öffentlichen Lebens infolge der Corona-Pandemie vor. Vor allem die Freiluftsportler, die individuell trainieren, hoffen unter strengen Hygienevorschriften auf eine Rückkehr auf ihre Sportanlagen ab 4. Mai.

So gibt der Westfälische Tennisverband den Hinweis an die Vereine, sich auf den Tag X vorzubereiten und hat Richtlinien verschickt für den Fall, dass in absehbarer Zeit wieder gespielt werden kann. Dazu gehören unter anderem die Benennung von Corona-Beauftragten, die sicherstellen, dass Maßnahmen eingehalten werden, ausreichend Seife, Desinfektionsmittel, Einweg-Papierhandtücher, Abstandsregeln bei Spielerbänken und die Markierung von Wartebereichen. „Der WTV (...) hegt die Hoffnung auf eine baldige Öffnung der Plätze“, heißt es. In drei Bundesländern dürfen die Tennisspieler bereits wieder zu den Schlägern greifen.

Bänke sollen Abstände haben: Hier sitzt Christopher Lindner von der TG Selm auf einer eigenen Bank.

Bänke sollen Abstände haben: Hier sitzt Christopher Lindner von der TG Selm auf einer eigenen Bank. © Jürgen Weitzel (A)

Olfener TC bereitet sich auf Trainingsbetrieb vor

Christian Monreal, Sportwart des Olfener TC, hat über Freunde in Rheinland-Pfalz erfahren, wie das dort abläuft. „Es gibt sehr stringente Vorgaben. Die sanitären Anlagen sind geschlossen - auch die Toiletten. Es gibt nur noch Einzeltraining und nach dem Spielen muss man die Anlage sofort verlassen“, berichtet Monreal. Auch der OTC-Vorstand hat unter der Woche das Thema bereits besprochen und setzt das in einer Video-Konferenz am Montag fort.

„Wir müssen klären, welche Schritte wir unternehmen und wie sichergestellt wird, dass die Gastronomie geschlossen bleibt“, sagt er. Ein Online-Buchungssystem für die Plätze hat der Olfener TC nicht. Bewusst ist Monreal aber die Situation: „Wir werden zu den ersten Sportarten gehören, die wieder öffnen dürfen.“

Lockerungsmaßnahmen sind beim Olfener TC ein Thema

Auch der TV RW Nordkirchen ist in den Planungen. Der Vorsitzende Jürgen Kemper hatte in den vergangenen Wochen mehrere Rundbriefe an die Mitglieder zum aktuellen Stand verschickt. Jetzt hofft er auf eine Öffnung. „Beim Tennis steht jeder in seiner Hälfte“, sagt Kemper und verweist auf Kabarettist Dieter Nuhr, der in einem Beitrag sarkastisch beschrieb: „Wenn man sich beim Tennis anstecken will, muss der eine auf den Ball spucken, dann muss er sofort aufschlagen und der andere Spieler muss den Ball sofort verschlucken.“

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Die Nordkirchener Plätze seien bis auf einen Walzvorgang und eine Bewässerung fertig. Am Samstag hat der Verein in einer Konferenz auch schon Corona-Beauftragte ins Auge gefasst. „Wir haben Pläne in der Schublade, wenn für den 4. Mai die Plätze freigegeben werden sollten“, so Kemper. Dass allerdings ein Spielbetrieb stattfindet, daran sei in diesem Sommer wohl nicht zu denken, ist sich Kemper sicher.

TG Selm hofft auf baldige Öffnung

Noch keinen Beauftragten hat die TG Selm bestimmt. Eigentlich hatte Vereinschef Klaus Uwe Sarg eine Vorstandssitzung für den 12. Mai anberaumt. „Die Öffnung wird aber wahrscheinlich früher möglich. Tennis ist keine Kontaktsportart. Deswegen kann ich mir das gut vorstellen“, sagt Sarg, der regelmäßig die Informationen der Verbände verfolgt. Die Anlage sei startbereit. In den vergangenen Wochen haben Helfer den Frühjahrsputz auf dem 8.000 Quadratmeter großen Außengelände vorgenommen, Unkraut gejätet und Blumen gepflanzt.

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Die Interessengemeinschaft der Tennisverbände NRW kritisierte unterdessen das unterschiedliche Vorgehen der Länder: „Die Nachricht, dass in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz mit dem 20. April die Tennisplätze wieder freigegeben wurden und in Nordrhein-Westfalen jedoch nicht, trifft vielfach auf Unverständnis. Das Vorpreschen einiger Bundesländer ist kein glückliches Signal. Wir hätten uns ein einheitliches Vorgehen gewünscht.“

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