Der Schloss- und Dorflauf platzt aus allen Nähten - Streckenrekorde bleiben bestehen

Schloss- und Dorflauf

Mehr Quantität, weniger Qualität beim Schloss- und Dorflauf: Dass mehr Läufer beim Schloss- und Dorflauf in Nordkirchen teilnehmen, heißt nicht automatisch, dass die Zeiten schneller werden.

Nordkirchen

, 30.04.2019, 22:59 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der Schloss- und Dorflauf platzt aus allen Nähten - Streckenrekorde bleiben bestehen

Eindrücke vom Schloss- und Dorflauf in Nordkirchen 2019 © Sebastian Reith

Der Schloss- und Dorflauf ist am Dienstagabend aus allen Nähten geplatzt. Die Anmeldezahlen betrugen schon vor dem ersten Start mehr als 1000 Teilnehmer. Da waren die Bambinis noch gar nicht miteingerechnet. Und weil das Meldebüro unter einem kurzfristigen Ansturm an Startern für die 5 Kilometer zusammenzubrechen drohte, entschied sich das Organisationsteam kurzfristig, die den Lauf zu schließen. „Wir sind mit dem Eingeben der Nachmeldungen nicht mehr nachgekommen“, teilte Vorstandsmitglied Birgit Pohlmann am Abend mit.

Wer sich spontan noch nachmelden wollte, konnte das aber für den späteren Zehn-Kilometer-Lauf noch tun - nur beim Fünfer ging einfach nichts mehr.

Am Ende stand eine neue Rekordzahl: 1400 Anmeldungen zählten die Nordkirchener - so viele wie noch nie. 995 Finisher - ohne Bambinis - waren auch Rekord. Streckenrekorde fielen aber weder über die kürzere Fünf-Kilometer-Distanz noch über die zehn Kilometer, weil diesmal die absoluten Spitzenläufer aus Dortmund und Münster fehlten, die die Streckenrekorde in den vergangenen Jahren verbessert hatten. Bis zu den Streckenrekorden fehlte diesmal einiges.

Der Schloss- und Dorflauf platzt aus allen Nähten - Streckenrekorde bleiben bestehen

Voll war es im Zielkanal hinter der Ziellinie. © Sebastian Reith

Streiflichter-Laufserie zieht Läufer an

„Die Radbegleitung hat mir super den Weg freigehalten. Ich habe mich eine halbe Minute verbessert. Es lief perfekt. Das Publikum hat mich gut angefeuert. Das hat gut gepusht und Laune gemacht“, sagte Zehn-Kilometer-Sieger Christian Leesing. Der 34-jährige Läufer aus Borken kam über die Streiflichter-Laufserie nach Nordkirchen – ein Beleg, dass sich die Aufnahme der Nordkirchener in den Zusammenschluss mehrerer Laufveranstaltungen bezahlt macht.

Der Schloss- und Dorflauf platzt aus allen Nähten - Streckenrekorde bleiben bestehen

Christian Leesing wird von der Radbegleitung eskortiert. © Sebastian Reith

„Wir sind schon gut 60 Kilometer hier hingefahren. Aber für den Lauf hat es sich auf jeden Fall gelohnt“, sagte er. Leesing lief von der Spitze weg ein einsames Rennen. Bereits nach einer von vier Runden hatte er einen passablen Vorsprung. Gestört habe ihn das wenig. „Dadurch, dass man immer wieder Leute überrundet hat und die Radfahrer hatte, wo man sich ranziehen kann, hat mir die Konkurrenz nicht gefehlt.“ Seinen Premierenlauf lief der Polizist, der eigentlich vom Marathon kommt, solide ins Ziel. 33:47 Minuten brauchte er.

Vera Hypki gewinnt die zehn Kilometer zum ersten Mal

Schnellste Frau (43:13 Minuten) war eine, für die der Lauf keine Premiere war: Vera Hypki, gebürtig aus Dülmen, mittlerweile Münsteranerin, die für die LG Brillux startet. Sie kennt den Lauf aus dem Effeff. Obwohl sie erst 20 Jahre alt ist, nimmt sie schon seit zehn Jahren an Laufveranstaltungen teil - auch in Nordkirchen, verpasste den Schlosslauf aber zwischenzeitlich auch, weil sie einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Swakopmund in Namibia machte. Als Sportlehrerin. Jetzt studiert sie Psychologie in Münster.

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Vera Hypki war schnellste Frau über zehn Kilometer. © Sebastian Reith

„Ich komme immer wieder gerne hierher. Es ist typisch, dass am Anfang und kurz vor dem Ziel die Bergabläufe kommen. Da kann man erstmal 500 Meter laufen lassen und erinnert sich an die Intervallläufe“, sagte sie. Zum Halbmarathon will sie wiederkommen.

Marvin Pufahl verpasst den Sieg

Der Werner Marvin Pufahl, der für die LG Hamm startet, verpasste die Verteidigung des Fünf-Kilometer-Sieges aus dem Vorjahr. An die 16:15 Minuten von 2018 kam Pufahl diesmal mit 16:35 Minuten nicht ran. Pufahl musste Tom Thiemann aus Münster ziehen lassen. Das hatte einen Grund. „Ich wusste nicht so, wo ich stehe und konnte beruflich bedingt nicht so trainieren, wie ich wollte“, sagte Pufahl. In Kerstin Schulze Kalthoff war eine Frau aus Rosendahl schnellste Läuferin (17:39 Minuten).

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Tom Thiemann gewann die fünf Kilometer. © Sebastian Reith

Sarah Krause aus Nordkirchen, die für Union Lüdinghausen läuft, machte sich mit ihrer Trainingsgruppe einen Spaß aus dem Nordkirchener Lauf und lief verkleidet mit Krönchen und Tütü die 2,5 Kilometer. „Wir kommen gerade aus einem einwöchigen Trainingslager. Da sind alle natürlich kaputt eine Woche nach dem Trainingslager“, begründete sie, warum sie diesmal auf längere Strecken verzichtete. 10:24 Minuten gemeinsam mit Vereinskollegin Sarina Fischer waren trotzdem schnell.

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Dtartschuss zum 2,5-Kilometer-Lauf © Sebastian Reith

Nordkirchener Jugendliche schonen sich

Verzichtet hatte auch Franz-Josef Frie, Nordkirchens Leichtathletiktrainer darauf, seine Athleten über die langen Distanzen zu melden. Liam Böhm (17) wunderte sich zwar darüber, Frie wollte seine Athleten aber vor den Kreismehrkampfmeisterschaften am Wochenende schonen. „Ich hatte damit gerechnet, dass ich die fünf Kilometer laufen muss“, sagte der vielseitig aktive Nordkirchener, der bewiesen hat, dass er nicht nur Hochsprung oder Kugelstoßen kann, sondern als Fünfter der Herren auch Ausdauer hat.

„Liam hat einen Superlauf hingelegt. Die sollen sich aber hier nicht verausgaben“, sagte Frie und lobte auch Nora Hölscher, die in der W15 Zweite wurde: „Nora ist sehr gut gelaufen, aber die Athletin aus Rosendahl ist noch etwas stärker gewesen.“

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Nora Hölscher lief ein gutes Rennen. © Sebastian Reith

Randnotiz: Geschossen wurde in diesem Jahr nicht mehr. Der neue Vorstandssprecher Bernd Bechtloff verzichtete auf den klassischen Startschuss mit einer Pistole. Stattdessen zählte Streckensprecher Jochen Heringhaus einen Countdown runter.

Hier geht es zu allen Ergebnissen.

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