Corona und Trainerkarussell: Das Schlechteste der bisherigen Saison

dzFußball

Vor wenigen Tagen haben wir uns die Höhepunkte der bisherigen Fußballsaison angeschaut. Nun folgen die Tiefpunkte und dabei gibt es die ein oder andere Überraschung.

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 13.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bereits Johann Wolfgang von Goethe soll gesagt haben, dass zu Licht auch stets der Schatten gehört. Nicht anders war es bei den Amateurfußballern der Region. Nachdem wir vor wenigen Tagen auf die absoluten Highlights der Vor-Lockdown-Saison geschaut haben, stehen heute die niederschlagenden Tiefpunkte auf dem Programm.

Horror-Verletzung von Südkirchens Nils Dornhege

Zum Fußball gehören natürlich - leider - Verletzungen dazu. Gerade in den Kreisligen kann es hier und da mal richtig knallen. Vor ziemlich genau einem Monat bekam das der Südkirchener Nils Dornhege zu spüren. In der Partie gegen Polonia Münster ging er nach einem Ellenbogenschlag zu Boden und fand sich wenig später im Krankenhaus wieder.

Nils Dornhege (l.) sorgte für den Schreck-Moment der bisherigen Saison.

Nils Dornhege (l.) sorgte für den Schreck-Moment der bisherigen Saison. © Jura Weitzel

Eine mehrfach gebrochene Nase und eine schwere Gehirnerschütterung lautete die erste Diagnose des Südkircheners, der nun natürlich lange ausfallen wird. Aber es gab auch gute Nachrichten: Denn im ersten Moment war vermutet worden, dass gar das Genick gebrochen sei, doch das bestätigte sich nicht. Wir wünschen weiterhin gute Besserung!

Sportliche Talfahrt von Westfalia Vinnum

Das Abstiegsgespenst sollte in dieser Saison einen weiten Bogen um Vinnum machen, so das sportliche Ziel beim A-Ligisten Westfalia. Und die Sommer-Verpflichtungen ließen aufhorchen: Murat Cengit wurde zurückgeholt, in Noah Bagdat ein Spieler mit Bundesligaerfahrung verpflichtet und in Timo Tetzlacht viel Erfahrung unter Vertrag genommen.

Der Saisonstart mit vier Punkten aus den beiden Spielen war vielversprechend. Danach gelang der Westfalia aber so gut wie nichts mehr. In der Liga hagelte es fünf Niederlagen in Serie, bis die Corona-Pause den Negativlauf unterbrach. Vinnum nutzte den Saisonstopp, entließ Trainer Michael Nachtigall und orientiert sich auf dieser Position neu. Bleibt zu hoffen, dass mit einem neuen Übungsleiter die Kehrtwende gelingt.

FC Nordkirchen und der pechschwarze Tag aus Huckarde

Im ersten Moment ist es vielleicht überraschend, dass sich der FC Nordkirchen als Tabellenführer der Bezirksliga 9 auch in der Liste der Tiefpunkte wiederfindet. Hätte es diesen einen Sonntagnachmittag vor dem Lockdown nicht gegeben, wäre dem auch sicher nicht so. Doch bei der krachenden 0:3-Pleite bei BW Huckarde zeigte der FCN eine Leistung, die Sorgen bereitete.

Marcel Stiepermann und der FCN zeigten in Huckarde eine erschreckende Leistung.

Marcel Stiepermann und der FCN zeigten in Huckarde eine erschreckende Leistung. © Nico Ebmeier

Natürlich war klar, dass die Nordkirchener nicht einfach so durch die Liga marschieren werden, aber dass der Höhenflug dann so brutal beim Kellerkind aus Dortmund endete, verwunderte dann doch. Es ist vorerst die letzte Erinnerung, die an den Tabellenführer blieb, denn wenige Tage später verkündete der FLVW den Corona-Lockdown. Ist dieser beendet, geht es für den Bezirksligisten schnell um alles.

Der Saisonstart bei der SG Selm

Vor der Beginn der Spielzeit ging der Blick der SG Selm klar in Richtung einen der vorderen Plätze in der Kreisliga A. Doch die ersten beiden Spiele setzte die SG in den Sand. Der Verein handelte prompt und setzte Trainer Deniz Sahin vor die Tür. Für ihn übernahm Mario Rast.

Seitdem läuft es besser. Allerdings stellt sich einerseits die Frage, warum Verein und Trainer sich nicht schon vor der Saisonvorbereitung trennten, um einem neuen Coach die Chance zu geben, die Mannschaft von Anfang an nach seinen Vorstellungen anzuleiten. Und auf der anderen Seite bleibt die Frage, warum Sahin nicht mehr Zeit bekam. Der Verein hat so entschieden und kämpft nun um die Reparatur des schwachen Saisonstarts.

Corona wirbelt die Saison durcheinander

Viele Beteiligte verhalten sich vorbildlich, was die Corona-Schutzverordnung betrifft. Die Mehrheit bei Zuschauern, Spielern und Funktionären trägt die Maßnahmen der Regierung mit. Aber dann gibt es einige wenige, die den guten Gesamteindruck zunichte machen. So haben uns Berichte von Kabinenpartys erreicht. Es ist schade, dass einige wenige, das Image kaputt machen, indem sie sich nicht an einfachste Regeln halten.

Und dann ist da noch der sportliche Aspekt. Viele Spiele wurden bereits abgesagt, bevor die Entscheidung stand, die Saison komplett zu unterbrechen. Teilweise haben die Tabellen einzelner Ligen kaum noch Aussagekraft. Die Saison soll ohnehin erst gewertet werden, wenn mindestens 50 Prozent der Spiele absolviert sind. Wann und ob das der Fall sein wird. Das Coronavirus wird (nicht nur) den Sport wohl auch leider weiter beschäftigen.

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