Co-Trainer Christian Voßschmidt: Verletzung bremste den Torjäger des PSV Bork aus

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Er war bei Westfalia Vinnum der Spieler der Saison und wechselte dann nach Bork. Dort schlug er ein wie eine Bombe, verletzte sich dann aber schwer. So geht es ihm mittlerweile.

von Nico Ebmeier

Bork

, 21.12.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Normalerweise wechseln Spieler, weil sie sich bei ihrem Ex-Verein unwohl gefühlt haben oder weil sie in einer höheren Liga ausprobieren wollen. Christian Voßschmidt fühlte sich in Vinnum pudelwohl und wechselte dennoch eine Liga tiefer zum PSV Bork. Darüber und was er geworden wär, wenn er nicht Fußballer wär, sprach RN-Mitarbeiter Nico Ebmeier mit Voßschmidt.

Christian Voßschmidt, Sie wurden bei Westfalia Vinnum zum „Spieler der Saison“ gewählt und sind dennoch gewechselt. Woran lag das?
Der PSV machte mir das Angebot, als spielende Co-Trainer unter André Kracker einzusteigen. Das war eine Herausforderung, die mich sehr gereizt hat. Das wollte ich schon immer einmal machen. Generell ist Bork aber auch meine Heimat. Ich bin Ur-Borker, kenne hier fast Jeden. Da war es fast eine Herzensangelegenheit zurückzukehren.

Und wie ist es nun, spielender Co-Trainer zu sein?
Es macht mir richtig viel Spaß. Ich meine, es ist natürlich viel, viel mehr Arbeit. Ich muss mir nicht einfach nur meine Fußballschuhe anziehen und loslegen, sondern muss auch mal Einheiten vorbereiten und an viel mehr denken. Dennoch ist es richtig cool, vor Allem, weil ich auch so viel dazulerne.

Mittlerweile spielen Sie nicht mehr, weil sie verletzt sind. Was ist passiert?
Ich war mit einem Muskelfaserriss im Krankenhaus und werde noch ein paar Wochen ausfallen. Es war im Spiel in Lünern Mitte November passiert. Ich habe einen Pferdekuss abbekommen und am nächsten Morgen war mein Oberschenkel so blau und angeschwollen, dass ich erstmal ins Krankenhaus gefahren bin.

Aber Sie wurden gegen Lünern doch gar nicht ausgewechselt!
Es tat mir in diesem Moment auch noch nicht so weh. (lacht) Es waren irgendwie noch 15 Minuten zu spielen und dann wollte ich mich auch nicht auswechseln lassen.

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Bedeutet, dass Sie auch immer eher ein Spieler sind, der nochmal auf die Zähne beißt?
Absolut. Es kann ruhig hier und da zwicken. Meistens ist mir das egal. Ich würde immer alles für den Sieg geben.

Mit welchem Profi-Spieler würden Sie sich also am meisten vergleichen?
Puuh, schwere Frage. Ich denke mit den Bender-Zwillingen von Bayer Leverkusen. Die geben auch immer alles und kämpfen um jeden Zentimeter.

Gucken Sie in Ihrer Freizeit auch viel Fußball?
Definitiv. Gerade am Wochenende schaue ich immer sehr viel Fußball im Fernsehen. Ja, vielleicht bin ich etwas fußballverrückt. Aber auch nur dann, wenn es die Freizeit zulässt. Familie ist immer wichtiger.

Vor Ihrer Verletzung führten Sie die Torjägerliste an. Nun wurden Sie von zwei Kontrahenten überholt. Ist das ein Ziel für Sie?
Tatsächlich nicht so wirklich. Ich habe vor der Saison gesagt, dass ich gerne zwischen 15 und 20 Tore schießen würde. Nun sind es schon 16, ich bin also auf einem guten Weg dahin. Wirkliche Ziele darüber setze ich mir aber nicht.

Ihr letztes Spiel haben Sie noch mit André Kracker gemacht. Nun heißt Ihr Kollege Marco Logemann. Wie sehr unterscheiden sich die beiden?
Das kann ich noch gar nicht so richtig sagen. Nach meiner Verletzung war ich tatsächlich kaum am Platz und habe Marco deswegen noch gar nicht richtig als Trainer kennengelernt.

Das bedeutet, Sie beiden kennen sich gar nicht?
Nein, so schlimm ist es auch nicht. Wir telefonieren nach jedem Training und vor jedem Spiel. Er hält mich stets auf dem Laufenden. Ich würde sagen, das läuft sehr gut bei uns.

Unter dem neuen Coach scheint es nun aber auch echt gut zu laufen. Könnte der Verein nicht der Wiederaufstieg anpeilen?
Wir sollten definitiv noch nicht anfangen zu träumen. Ja, es läuft unter Marco Logemann mittlerweile richtig gut, aber unsere Ziele waren eher weniger fußballerisch. Wir wollten wieder eine gut funktionierende Mannschaft formen, die Spaß am Fußballspielen hat. Generell kann in dieser Liga jeder jeden schlagen. Auch, wenn es doof klingt. Es ist extrem eng und wenn wir drei Spiele verlieren, sind wir plötzlich wieder Neunter.

Wenn Sie nicht Fußballer geworden wären, was wären Sie dann nun?
Dann wäre ich wahrscheinlich Tennisspieler.

Wieso?
Ich habe früher sehr viel Tennis gespielt. Auch heute spiele ich es noch oft in der Freizeit. Irgendwann musste ich mich aber für ein Hobby entscheiden, weil die Zeit es nicht zuließ, beides auszuüben. Also habe ich mich für das runde Leder entscheiden. Wenn dies aber nicht gegangen wäre, würde ich heute noch Tennis spielen.

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