Bork verliert in Kamen trotz akzeptabler Leistung mit 2:3 - Die Ergebnisse

Fußball: Kreisliga

Der abstiegsbedrohte Fußball-Kreisligist PSV Bork unterlag am Sonntag VfL Kamen mit 2:3 – eine vermeidbare Niederlage. Westfalia Vinnum verliert durch einen Konter das gesamte Spiel.

von Sebastian Reith, Jan Hochbaum, Matthew Schön

Selm, Vinnum, Olfen, Nordkirchen

, 28.04.2019, 21:11 Uhr / Lesedauer: 5 min
Bork verliert in Kamen trotz akzeptabler Leistung mit 2:3 - Die Ergebnisse

Steffen Durczak und der PSV Bork trudeln weiter Richtung B-Liga. © Sebastian Reith

Kreisliga A2 Unna-Hamm
VfL Kamen – PSV Bork 3:2 (2:1)

Am Tag vor der Jahreshauptversammlung am Montag um 19 Uhr im Borker Vereinsheim am Wienacker ist die sportliche Lage des PSV wieder ungemütlicher geworden. Verdient war die Niederlage, doch sie war letztlich auch unnötig. „Die letzten 20 Minuten waren wir die spielbestimmende Mannschaft und haben den Gegner hintenreingedrängt. Ein 3:3 wäre verdient gewesen“, sagte Borks Trainer Markus Kuhn.

Er wechselte offensiv, brachte Sebastian Kramzik und Robin Grund, zog seinen Sohn, Abwehrspieler Marian Kuhn, als Leuchtturm vorne in die Spitze. In der Nachspielzeit ging sogar Keeper Jan Stember bei Standards mit nach vorne. Es war ein gutes Spiel des PSV ohne grün-weißes Happy End. Die Riesenchancen ließ Bork aus, etwa bei Kramziks Schuss (57.).

Auf der Gegenseite fiel Mark Ellerkmann nach einem Freistoß der Ball vor der Füße – der Siegtreffer zum 3:2.

Emre Aktas, Trainer der Kamener, der vor zwei Jahren als Coach von RW Unna den Borker Bezirksliga-Traum im Aufstiegsspiel platzen ließ, sagte: „Das Spiel müssen wir in Halbzeit eins entscheiden.“ Rechte hatte er, denn Bork servierte den Kamenern Chancen auf dem Silbertablett. Rene Schickentanz‘ frühes Tor in der ersten Minute nach einem misslungenem Rückpass hätte eigentlich Sicherheit und Selbstvertrauen geben müssen. Doch Tayfun Basyigit traf zweimal unten rechts (5., 17) und hätte seinen Blitz-Hattrick eigentlich nur eine Minute später perfekt machen müssen, traf aber das leere Tor nicht, nachdem er Keeper Stember schon überwunden hatte.

Bork regte sich tierisch über den Unparteiischen auf, der bei Abseitsstellungen unglücklich aussah, musste sich aber noch mehr die eigenen Ballverluste und Stellungsfehler ankreiden. Stember parierte noch stark gegen Ellerkmann (21.) und nochmal gegen Basyigit (39.).

Den Schachzug, die Außenverteidiger Felix Preuß und Steffen Durczak die Seiten tauschen zu lassen, hätte Kuhn viel früher vollziehen sollen. Denn die Abwehrspieler, die vorher einen schweren Stand hatten, machten jetzt alles dicht und schalteten sich mutig mit nach vorne ein. Schickentanz erzwang acht Minuten nach der Pause den Ausgleich nach Pass von Lucas David. Bork hatte weitergespielt, obwohl Darius Brüggemann verletzt liegengeblieben war. Weitere Angriffsbemühungen blieben unbelohnt. „Uns hat das Glück gefehlt, wie es so oft da unten ist“, sagte Brüggemann.

PSV Bork: Stember - Preuß (85. Zander), David, Kuhn, Durczak, Ojo, Schickentanz, Brüggemann, Böcker (55. Grund), Osmani, Fischmann (55. Kramzik)

Tore: 0:1 Schickentanz (1.), 1:1 Basyigit (5.), 2:1 Basyigit (16.), 2:2 Schickentanz (53.), 3:2 Ellerkmann (62.)

TSC Kamen – GS Cappenberg 3:1 (1:1)

Grün-Schwarz startete gut in die Partie, konnte früh einige Konter setzen und Torwart Bendix Wagner hielt seine Farben im Spiel. In der 19. Spielminute war es dann Rafael Felsberg am zweiten Pfosten, der nach einem 60-Meter-Sprint einen dieser Konter über die linke Seite zur 1:0-Führung abschloss.

Nur drei Minuten später kam die direkte Antwort des TSC Kamen durch Stürmer Engin Duman zum 1:1 Pausenstand. „Die Jungs waren in der Pause schon sehr kaputt. Kamens spielerische Klasse hat uns viel abverlangt“, sagte GSC-Coach Pascal Harder nach dem Spiel. „Trotzdem haben wir an uns geglaubt.“

Seine Elf startete auch gut in Durchgang zwei, war aber im Angriff nicht zwingend. Nach einem Freistoß an den zweiten Pfosten war dann erneut Engin Durman zur Stelle, der einen Querpass zum zweiten Treffer für den TSC Kamen vollendete (77.).

Die Gäste reagierten daraufhin und warfen noch einmal alles nach vorn. Doch weder Julius Becker, noch Benedikt Stiens mit zwei Kopfballchancen oder Kevin Klink mit dem schwächeren Fuß konnten den späten Ausgleich besorgen. Stattdessen kam es, wie es kommen musste und Kamen setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt durch den eingewechselten Yasin Yilmaz zum 3:1-Endstand (90.+1).

„Wenn wir das bessere Schussglück gehabt hätten, wäre vielleicht mehr drin gewesen“, ärgerte sich Pascal Harder. „Trotzdem war Kamen natürlich besser, hatte mehr spielerisches Übergewicht. Die stehen ja nicht ohne Grund da oben in der Tabelle.“

Der TSC Kamen bleibt damit im Gleichschritt mit Tabellenführer SG Massen, Cappenberg behält Rang fünf.

GS Cappenberg: Wagner - Lange, Becker (Jesella 79.), Stasch (Hane 74.), Selbstaedt, Wißmann, Stiens, Markowski, Klink, Zentgraf (Farinde 68.), Felsberg

Tore: 0:1 Felsberg (19.), 1:1 Duman (21.), 2:1 Duman (77.), 3:1 Yilmaz (90.+1)

Kreisliga A2 Recklinghausen
Genclikspor Recklinghausen – Westfalia Vinnum 3:0 (0:0)

Die Gastgeber befanden sich vor dem Spiel auf Platz zwei und gingen somit als Favorit ins Spiel, da die Gäste derzeit nur Siebter in der Fußball-Kreisliga A2 sind. Außerdem gewann Genclikspor Recklinghausen das Hinspiel gegen Vinnum im Oktober mit 7:0. „Wir haben ihnen bis zur 60. Minute stand gehalten und kassieren das 0:1 dann durch eine nicht ausgespielte Vier-gegen-zwei-Situation, die für uns zu einem Tor hätte führen können“, sagte der Vinnumer Trainer Bidar nach dem Spiel.

„Sobald du Demirci den Raum gibst und er dann zwei Mal in einem Eins-gegen-eins steht, kassierst du natürlich die beiden Tore, da er einfach die Klasse hat. Ich bin mit der Mannschaft allerdings sehr zufrieden, da wir bis zur 60. Minute der gegnerischen Übermacht standgehalten haben. „Bis zur 60. haben wir weltklasse gespielt“, fügte Bidar hinzu.

Das 0:3 aus Sicht der Gäste fiel, da Westfalia Vinnum zum Schluss eine offensivere Taktik verfolgt habe, um noch den Anschluss zu bekommen. Allerdings kam es dann wieder zu einem Konter und Demirci ging in ein Eins-gegen- eins mit dem Vinnumer Torwart Patrick Roser, der den Ball dann nicht mehr halten konnte. Recklinghausen bleibt nach dem Sieg Tabellenzweiter.

Westfalia Vinnum: Roser, Wessels, Rosengarten, Stolzenhoff (77. Olfens), Wendel, Voßschmidt, Forsmann, Stanek, Demir, Asemann, Yavuz (68. Cengiz)

Tore: 1:0 Cayrili (58.), 2:0 Demirci (62.), 3:0 Demirci (73.)

Kreisliga B3 Münster
Werner SC III – SG Selm 2:5 (1:4)

Selm sei von Beginn an spielbestimmend gewesen, sagte Trainer Deniz Sahin am Sonntagabend. Nach 19 Minuten belohnte sich der Tabellenführer zum ersten Mal durch Arthur Miller. Doch nur eine Minute später der Ausgleich. „Der kam sehr plötzlich“, sagte Sahin, „wir haben bis dahin nichts zugelassen.“ Geschockt zeigte sich Selm aber nicht. Wieder Miller sieben Minuten später – die SG führte wieder. Zum 3:1 verwandelte Ulrich einen Handelfmeter. Fabian Konietzni hatte den Ball vor das Tor gespielt und nach einem Klärungsversuch sei dann einem Werner der Ball an den Arm gesprungen. Dennis Dias machte noch vor der Pause das 4:1 – eine Vorentscheidung.

Auseinander brach aber die WSC-Dritte dann nicht. „Die haben mit Marc Schwerbrock und Michael Aschoff Qualität in der Offensive“, sagte Sahin. Aschoff war es dann auch, der auf 2:4 verkürzte. Doch spätestens, als Ulrich im Sechszehner gelegt wurde, der Schiedsrichter wieder auf den Punkt zeigte und Andre Zolda dann verwandelte, war beim Stande von 5:2 für die SG Selm alles entschieden.

Auch Hauptkonkurrent VfL Wolbeck II gewann. Selms Vorsprung beträgt daher weiter sechs Punkte bei noch vier aussehenden Spielen. Es müsste schon viel passieren, wenn sich Selm die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg jetzt noch aus der Hand nehmen lässt... Rein rechnerisch fehlen noch vier Punkte, die Selm aus eigener Kraft holen muss. Bei Punktgleichheit gäbe es ein Entscheidungsspiel.

SG Selm: Böckenbrink - P. Ulrich, May, Tarhan, Dresken, Konietzni, D. Ulrich, Rutkovski, Blecher, Dias, Miller - Kämper, Zolda, Glaß

Tore: 0:1 Miller (19.), 1:1 Aschoff (20.), 1:2 Miller (27.), 1:3 D. Ulrich (41., Handelfmeter), 1:4 Dias (44.), 2:4 Aschoff (51.), 2:5 Zolda (75., Foulelfmeter)

TuS Saxonia Münster – SV Südkirchen 2:1 (0:0)

Saxonia startete deutlich besser. Zwei Lattentreffer und Torwart Christopher Mayr verhinderten Münsteraner Tore vor der Pause. Im zweiten Abschnitt stellte Südkirchen um und war fortan spielbestimmend. Nach einer Ecke des sehr starken Marvin Schulz besorgte Nils Dornhege die verdiente Führung für Südkirchen (66.).

Weitere Großchancen blieben jedoch ungenutzt und Saxonia kam zum etwas glücklichen Ausgleich (79.). Der bittere Schlusspunkt kam in der 92. Minute. Ein Fernschuss nach Münster-Ecke senkte sich in den Winkel des Gästetores. „Das war eine echte Bogenlampe. Einfach Pech“, analysierte Südkirchens Trainer Stephan Kriesinger, der mit der Leistung seiner Elf dennoch zufrieden war. mgs

SV Südkirchen: Mayr - Schulte, N. Dornhege, Bauhaus, Löchter, Appel, Schlering, Klomp, Lohmann, R. Schulz, M. Schulz - Holtrup, Fritsche

Tore: 0:1 Dornhege (66.), 1:1 Lohnherr (79.), 2:1 Wieschollek (90.+2)

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